Adlerweg

Adlerweg-Etappe 11: Karwendelhaus - Hallerangerhaus/-alm

Es geht hinauf in höchste Höhen, neben dem Karwendelhaus beginnt der Steig zur Birkkarspitze. Dazu passiert man u.a. das Schlauchkar. Nomen est omen – der Abschnitt schlaucht gehörig. Womit man noch rechnen muss: felsdurchsetztes Gelände mit unangenehmen Geröllhalden und ein zu querendes Schneefeld. Nach der Birkkarhütte (Notunterstand) kraxelt man seilversichert den Westgrat entlang zur Birkkarspitze. Dann erfolgt der Abstieg ins schöne Hinterautal, wo man auf einer Forststraße die Beine ausschlenkern kann. Weiter neben dem Lafatscherbach zum Lafatscher Niederleger mit dem urigen Almhaus, bald zweigt der Weg zum Hallerangerhaus/-alm ab. Dort endet die alpinistisch anspruchsvollste Adlerweg-Etappe im Karwendel.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adler Alpingeschichte · Hermann Buhl und das Karwendel im Winter. Der Innsbrucker Extrembergsteiger Hermann Buhl (1924 - 1957) war der erste Mensch auf dem Nanga Parbat und gehörte zu den Erstbesteigern des Broad Peak im Karakorum zwischen Pakistan und China. Der Ausnahme-Alpinist, der in seiner Kindheit und Jugend als schwächlich gegolten hatte, bereitete sich speziell im Karwendelgebirge auf seine Expeditionen vor. Dazu nützte er vor allem die Wintermonate, um in schneereicher Höhe für die schwierigen Bedingungen auf den Achttausendern zu trainieren. Für eine Überschreitung aller 25 Gipfel der Gleirschkette im Karwendel benötigte er trotz des tiefen Schnees ohne Ski nur insgesamt 33 Stunden. Buhl gilt als ein Vorreiter des „Alpinstils“. Dabei werden auch Achttausender mit einer kleinen Seilschaft, ohne Fremdhilfe, ohne vorher präparierte Route und in einem Durchgang vom Basislager zum Gipfel und zurück bestiegen. Verpflegung und Ausrüstung wie Biwakzelte tragen die Bergsteiger selber mit. Auf den Einsatz von Flaschensauerstoff wird verzichtet. Im Karwendel kein Problem – die Luft ist auch auf den höchsten Gipfeln gehaltvoll und erfrischend.

Wilde Bande (c) Stadtarchiv Stadtmuseum Innsbruck

Adlerblick · Wildromantisch: die Schlucht, in die sich der Lafatscherbach eingefressen hat, und der Wasserfall neben der Jagdhütte unterhalb des Lafatschers. Auch das „Wahrzeichen“ der Halleranger Alm ist sehenswert: die kleine Kapelle, die vor der prächtigen Bergkulisse auf noch höhere Ziele verweist. Nur wenige Meter neben der Halleranger Alm entspringt die Isar.

Adlerkick · Man muss nicht „Gipfelsammeln“ wie Hermann von Barth, aber ein Berg, den er erstbestiegen hat, liegt direkt am Weg: Die Birkkarspitze ist mit 2.749 Meter die höchste Erhebung im Karwendel und hat kurze drahtseilgesicherte Kletterstellen am Gipfelaufbau. Dieser Klassiker unter den Karwendeltouren verlangt Schwindelfreiheit und gilt als konditionell anspruchsvoll.

Details

Region: Olympiaregion Seefeld
Ausgangspunkt: Karwendelhaus
Endpunkt: Hallerangerhaus/-alm
Höhenmeter bergauf: 1.440 m
Höhenmeter bergab: 1.450 m
Höchster Punkt: 2.749 m
Schwierigkeitsgrad: schwierig (schwarz)
Streckenlänge: 14,0 km
Gehzeit: 8 h 30 min

Streckenbeschreibung

Startpunkt: Karwendelhaus

Neben dem Karwendelhaus beginnt der markierte Steig zur Birkkarspitze, der zunächst recht steil und stellenweise seilversichert im felsdurchsetzten Gelände durch Latschen und Lawinenverbauten emporzieht. Etwas weniger steil geht es dann in südöstlicher Richtung ins endlos scheinende Schlauchkar. Die Route leitet vorbei an der Abzweigung zum Hochalmkreuz (links) und an der Abzweigung zum Brendelsteig (rechts). Man behält hier die Richtung bei und steigt etwas mühsam – teilweise in felsdurchsetztem Gelände und in unangenehmem Geröll – durch das Kar hinauf. Orientierung geben hier auch die Steinmännchen. Der Steig gewinnt zunehmend an Steilheit, der letzte Abschnitt zum Schlauchkarsattel verläuft in südwestlicher Richtung. In diesem Bereich muss meistens ein hartes Schneefeld überquert werden, man folgt am besten den Trittspuren. Vom Schlauchkarsattel (2.639 Meter) dann an der Birkkarhütte (Notunterstand) vorbei und über die seilversicherte Steiganlage in einfacher Kraxelei den Westgrat entlang hinüber zum Gipfel der Birkkarspitze (2.749 Meter) mit dem Kreuz. Vom Gipfel wieder zurück zum Schlauchkarsattel und im Süden hinab. Zunächst zieht die Route durch Blockwerk, stellenweise seilversichert, steil abwärts ins Westliche Birkkar. Hier auf gutem Steig weiter – vielfach durch Geröllfelder, abschnittsweise wieder recht steil. Schließlich geht es an der orografisch linken Seite des Birkkarbachs ziemlich gerade hinunter ins Hinterautal zur Forststraße. Dem Talboden entlang hinein und Richtung „Kastenalm“ bzw. „Hallerangerhaus“ halten. Auf dem Fahrweg rechts an der Kastenalm sowie am Jagdhaus Kasten vorbei, danach im lichten Wald steil aufwärts, oberhalb des tief eingegrabenen Lafatscherbachs.

Einkehrmöglichkeiten: Kastenalm, Hallerangeralm

Der Fahrweg führt in eine Art Hochtal, hier verläuft die Strecke zunächst sanft ansteigend bzw. beinahe eben neben dem Lafatscherbach. Nach der Jagdhütte geht es ein wenig steiler nach oben ins Almgebiet des Lafatscher-Niederlegers mit dem urigen Almhaus. Hier durch die Wiesen gemütlich weiter. Bei der Weggabelung rechts Richtung „Hallerangerhaus“ halten (links: Hallerangeralm – jeweils 10 Minuten). Jetzt die letzten Höhenmeter hinauf zum Etappenziel, dem Hallerangerhaus (1.768 Meter), einem beliebten Stützpunkt im Alpenpark Karwendel.

Endpunkt: Hallerangerhaus

Schutzhütten

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