Adlerweg

Adlerweg-Etappe 16: Leutasch/Ahrn - Ehrwald

Ausdauer braucht es für diese Etappe, aber die schöne Natur lässt vorerst nicht an Strapazen denken. Es geht entlang der Leutascher Ache und später des Gaistalbachs durch herrliches Almengebiet. Auf dem „Ganghoferweg“ wandert man zur Hämmermoosalm, weiter taleinwärts zur Gaistalalm und Tillfussalm, wo sich Ganghofers Jagdhaus befindet. Nun verläuft die Route zwischen den immer markanter werdenden Mieminger Bergen und dem Wettersteingebirge sanft aufwärts zum Igelsee, einem Quellsee der Leutascher Ache. Auf der Forststraße abwärts zur Ehrwalder Alm und zur Bergstation der Ehrwalder Almbahn. Von dort über einen Wiesenweg hinunter zur Gemeinde Ehrwald, die von der Zugspitze überthront wird.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adler Alpengeschichte · Ludwig Ganghofer. „Wenn ich nach müden, kranken Stadtmonaten hinaufreise zu meinem lieben, einsamen Waldhause da droben im Wettersteingebirge, ich kann euch nicht sagen, was da in mir lebendig wird.“ So schrieb der Heimatdichter aus Tegernsee, Ludwig Ganghofer (1855 - 1920). Er war ein passionierter Jäger und folgte dem Ruf des Herzog von Oldenburg, der ihn im Jahr 1896 als Jagdherrn nach Leutasch holte. Das Jagdhaus „Hubertus“ wurde zu einem beliebten Treffpunkt der Künstlerprominenz um 1900: Hugo von Hofmannsthal, Richard Strauss, der Dirigent Bruno Walter, der berühmte Sänger Leo Slezak, mitunter das ganze Wiener Burgtheaterensemble, die Maler Franz von Stuck, Fritz Kaulbach, Franz Defregger, Mathias Schmid, Hugo Engl und Hermann Ebers neben vielen anderen berühmten Persönlichkeiten waren hier zu Gast und feierten rauschende Feste. Zum Ganghofer-Freundeskreis zählten auch Johannes Brahms, Johann Strauß Sohn, Rainer Maria Rilke, Ricarda Huch, Gerhard Hauptmann, Thomas Mann und Kaiser Wilhelm II. Es war eine Ehre, von Ludwig Ganghofer ins Gaistal eingeladen zu werden und alle kamen sie gern, denn seine Frau, die Schauspielerin Katinka, war eine glänzende Gastgeberin.

Ganghofer im Gaistal (c) Ganghofermuseum Leutasch

Adlerblick · Das Ganghofer Museum in Leutasch stimmt auf den Dichter ein. Sein Jagdhaus Hubertus befindet sich oberhalb der Jausenstation Tillfußalm. Da es in privater Hand ist, kann man es nur von außen sehen. Aber das Denkmal mit Ganghofer-Büste lässt sich aus der Nähe betrachten. Der Dichter schaut mit steinernem Gesichtsausdruck hinter runden Brillengläsern auf seine Besucher.

Adlerkick · Da man sich hier in einer der wildreichsten Gegenden Tirols befindet, lohnt es sich, nach Steinböcken, Gämsen und vielleicht sogar Hirschen Ausschau zu halten. Ein besonderes Erlebnis ist die Hirschbrunft Mitte September bis Anfang Oktober. Allein schon das Röhren der Hirsche in der Dämmerung jagt einem Schauer über den Rücken.

Details

Region: Tiroler Zugspitz Arena
Ausgangspunkt: Leutasch, Ahrn
Endpunkt: Ehrwald
Höhenmeter bergauf: 590 m
Höhenmeter bergab: 730 m
Höchster Punkt: 1.597 m
Schwierigkeitsgrad: leicht (weiß)
Streckenlänge: 23,0 km
Gehzeit: 7 h

Streckenbeschreibung

Startpunkt: Ahrn

Im Leutascher Ortsteil Ahrn geht es zuerst über die Brücke der Leutascher Ache (Ausgangspunkt für den Hohen Sattel), dann an der orografisch linken Seite der Ache auf dem Fußweg Richtung „Weidach“. Bald wird auf die rechte Seite gewechselt, in diesem Bereich Richtung „Unterweidach“ bzw. „Achweg Weidach“. Man folgt dann im Prinzip auf dem Achweg stets der Leutascher Ache an deren orografisch rechtem Ufer bis zum Kalvarienberg am Beginn des Gaistals. Hier auf einem Eisensteg die Ache überqueren, ein paar Meter taleinwärts gehen, beim Mauthäuschen gleich wieder zurück auf die rechte Bachseite wechseln, dann taleinwärts weiter. Kurz vor dem Salzbachparkplatz der Beschilderung „Almenparadies Gaistal“ folgen und abermals die Ache überqueren. Nun jedoch nicht hinaus zum Parkplatz, sondern vorher links dem breiten Fahrweg ins Gaistal folgen. Nach wenigen Metern rechts abzweigen zum „Ganghoferweg“. Dieser breite Fußweg führt zunächst ein kurzes Stück steil nach oben, danach aber geht es sanft ansteigend im lichten Wald und entlang von Wiesen unterhalb der Hämmermoosalm vorbei taleinwärts („Gaistalalm“, „Tillfussalm“). Der Weg überquert den Leitenbach und führt nun ein paar Meter hinunter zur Gaistalalm. Hier endet der Ganghoferweg. Nach einer willkommenen Einkehr geht es in gleichbleibender Richtung zunächst über Almwiesen weiter zur Tillfussalm. Der Fußweg verwandelt sich bald in einen Steig, taucht in den Wald ein und steigt geringfügig an, bevor er kaum spürbar hinab zur Tillfussalm leitet.

Einkehrmöglichkeiten: Gaistalalm, Gaistaler Hof, Tillfussalm

Von da weiter auf dem breiten Talweg nach Westen, parallel zum Bachbett der Leutascher Ache bzw. des Gaistalbachs. Bei der Weggabelung geradeaus („Ehrwalder Alm über Igelsee“). Die Route verläuft zwischen den immer markanter werdenden Mieminger Bergen links und dem Wettersteingebirge rechts. Es geht sanft aufwärts und über eine Kuppe zum Igelsee. Hinter dem See bei der Weggabelung rechts und etwas steiler empor bis auf rund 1.600 Meter. Hier mündet der Steig von der Pestkapelle ein. Weiter auf der Forststraße hinunter zur Ehrwalder Alm und zur Bergstation der Ehrwalder Almbahn.

Einkehrmöglichkeiten: Ehrwalder Alm

Unterhalb der Ehrwalder Alm beginnt der „Wiesenweg nach Ehrwald“. Er führt zunächst durchs Skigebiet, dann an der Weggabelung geradeaus bzw. rechts und ein Stück steil durch den Wald. Später leitet der Fußweg durch herrliche Bergmähder hinaus zur Talstation der Ehrwalder Almbahn. Nun noch das letzte Stück nach Ehrwald, entweder auf dem Zufahrtsweg oder auf dem Altmühlensteig, der ein paar Meter südwestlich der Talstation auf der orografisch linken Seite des Geißbachs beginnt.

Endpunkt: Ehrwald

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