Adlerweg Hauptetappen

Entlang der ausgebreiteten Schwingen eines Adlers führt die Hauptroute des Adlerweges von St. Johann in Tirol in 23 Etappen bis hinauf nach St. Anton am Arlberg. Dabei beschreiten Sie grundsätzlich Wege, die nach der offiziellen Klassifizierung in Tirol als Wanderweg bzw. als Bergweg rot ausgewiesen sind. Schwierigren Etappen (Bergweg schwarz) können Sie jeweils in einfacheren Umgehungen ausweichen. Dabei werden auch andere Etappen der Hauptroute umgangen. Dazu zählen die Etappe von Steinberg am Rofan über den Schafsteigsattel zur Erfurter Hütte (U7), die Königsetappe vom Karwendelhaus zur Birkkarspitze und weiter zum Hallerangerhaus bzw. zur Hallerangeralm (U11), sowie die Etappe von der Stuttgarter Hütte über die Trittscharte zur Ulmer Hütte (U22). Wenn Sie sich für Kultur interessieren, bietet der Adlerweg für Sie auch eine spezielle Stadtwanderung (12a) an, auf der Sie Tirols Kulturgüter erwandern und besichtigen können. Wenn Sie auf keiner Wanderung einem Adler begegnet sind, können Sie dies im Alpenzoo nachholen, wo das Steinadlerpärchen "Donna & Max" residiert (Etappe 12).

Zeige Eintrag 1 - 10 von 24
Seite:

Adlerweg-Etappe 1: St. Johann – Gaudeamushütte

Wadeln geschmiert, Bergschuhe geschnürt? Es geht los, und zwar gleich grandios: durch das Naturschutzgebiet des Kaisergebirges, wo die Landschaft mit abwechslungsreicher Schönheit besticht. Die ...Almregionen legen sanfte Wiesenmatten aus, vom Wilden Kaiser grüßen markante Gipfel wie Maukspitze, Ackerlspitze, Regalpspitze und Törlspitze, die alle ihre Köpfe über 2.000 Meter hoch tragen. Tour-Startpunkt ist beim Gasthaus Rummlerhof, nordwestlich vom Ortszentrum St. Johann. Auf der Gaudeamushütte kann man nach dieser gelungenen ersten Etappe die Gläser heben und singen: „Gaudeamus igitur - Lasst uns also fröhlich sein!“ Oder man überwindet noch 400 Höhenmeter und steigt über das Klamml hinauf zur Gruttenhütte.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adler Alpingeschichte · Der Schleierwasserfall. Er stürzt am Fuß der Maukspitze über eine 60 Meter hohe Felswand schäumend in die Tiefe. Was für die einen ein spektakuläres Naturschauspiel, ist für die anderen eine alpine Herausforderung. Sie klettern nach oben, während der Wasserfall ihren heißen Rücken kühlt. Der bekannte Extremkletterer Alexander Huber, der den Wilden Kaiser oft als seine zweite Heimat bezeichnet, meint dazu sogar: „Ich habe am Schleierwasserfall einen neuen Horizont erreicht!“ Was macht den Schleierwasserfall so einzigartig? Huber: „Er besticht durch sein extremes Gelände. Die weit überhängende Wand ist sensationell, dadurch stürzt der Wasserfall relativ weit entfernt von der Wand in die Tiefe. In diesem Gelände zu klettern, schaut nicht nur abgefahren aus, sondern ist auch ein unbeschreibliches Gefühl!“ Hinter dem Tropfenschleier des Schleierwasserfalls befindet sich übrigens ein trockener Platz, wo man rasten kann. Dort entspringt aus einer dunklen Spalte eine Quelle, die so frisch und klar ist, dass sie auch Silberbründl genannt wird. Wenn man zur richtigen Zeit dort ist, so verkündet die Sage, fließt echtes Silber hervor. Aber wann ist die richtige Zeit?

Adlerblick · Am Ausstieg des Klamml öffnet sich ein herrlicher Blick auf ein beeindruckendes Felsmassiv mit Türmen, Spitzen, Höhlen und steinernen Balkonen.  Es wird das „Wilde Schloss" genannt. Es ist sagenumwoben, aber am besten erfindet dazu jeder seine eigene Geschichte.

Adlerkick · Der Klamml-Klettersteig ist nur für erfahrene Kletterer zu empfehlen: Eine spektakuläre 12 Meter lange Zweiseilbrücke verbindet zwei Teilbereiche: untere Sektion Schwierigkeitsgrad B/C, obere Sektion mit Teilen im Schwierigkeitsgrad D. Man benötigt komplette Klettersteigausrüstung und Helm! Aber auch der Klamml-Bergweg hält einige kleinere Kletter-Passagen bereit.


mehr

Adlerweg-Etappe 2: Gaudeamushütte – Hintersteiner See

Der Weg ist das Ziel, aber bei dieser Etappe kann man sich vor allem an sehr warmen Tagen zur Erbauung das Tagesziel stets vor Augen halten: Umthront von den kaiserlichen Bergmajestäten geht es durch ...Bergwiesen, Latschen-Hänge, Buchen-Mischwälder und mit kleinen Fels-Klettereien über die Gruttenhütte zum romantischen Hintersteiner See, der zu den schönsten und saubersten Seen Tirols zählt. Er ist 56 Hektar groß und 36 Meter tief und befindet sich in Privatbesitz, baden ist jedoch beim Strandbad am Nordostufer erlaubt. Vorher noch den Finger in Weihwasser tauchen, denn in der Bärnstatt-Kapelle gegenüber vom Gasthof Bärnstatt sind die barocken Deckenfresken von Matthias Kirchner sehenswert.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adler Alpingeschichte · Der legendäre VII. Grad. Die Wände im Wilden Kaiser waren immer schon ein Prüfstein der Kletterelite. 1977 schrieben die bundesdeutschen Freikletterpioniere Helmut Kiene und Reinhard Karl hier Klettergeschichte. Bis dahin glaubte niemand, dass man schwierigere Routen als den VI. Grad klettern könnte. Aber am Wilden Kaiser ging es dann doch noch um einiges wilder zu: knallharte Risskletterei, alles frei, keine Haken… Kiene und Karl nahmen die Herausforderung an und erreichten mit ihrer Erstbegehung der Pumprisse am Fleischbankpfeiler die erste offizielle Bewertung mit dem alpinen VII. Grad. Sie öffneten damit die Schwierigkeitsgrade nach oben. Die Pumprisse wurden dadurch fast so berühmt wie Reinhard Karl, der als erster Deutscher den Mount Everest bestieg, und Helmut Kiene, dessen Solo-Begehungen ihn als einen der führenden Alpinisten der 1970er Jahre auszeichneten.

Adlerblick · Dem „Kaiserkopf“ verdankt der Gebirgsstock des Kaisers seinen Namen. Der Felsen zeigt der Überlieferung nach das edle Profil des im Todesschlummer ruhenden Hauptes Karls des Großen. Die große Kaiserkrone, gebildet aus den Zacken der Ellmauer Halt, sinkt ihm vom Kopf. Man erkennt das Profil des ruhenden Kaisers am besten von Going aus. Ein wenig Fantasie gehört natürlich dazu!

Adlerkick · Ein Sprung in den Hintersteiner See ist nicht nur für Fröstler eine Herausforderung, denn sein Wasser ist glasklar und frisch, deshalb auch herrlich erfrischend. Im Schnitt hat es 19 bis 20 Grad, manchmal bloß 18. Man kann aber auch einfach nur am Ufer sitzen und die schöne Umgebung genießen oder sich auf den idyllischen, ca. fünf Kilometer langen Spaziergang rund um den See begeben.
mehr

Adlerweg-Etappe 3: Hintersteiner See

Adlerweg-Etappe 3: Hintersteiner See – Kufstein

Zum viel besungenen Städtchen Kufstein am grünen Inn – dort geht es hin! Durch ein kaiserliches Almenparadies mit gemütlichen Einkehrmöglichkeiten in Hütten und Berggasthäusern (jeden Samstag ...werden in der Brentenjochalm köstliche Kiachl serviert!) Über den vielen Sehenswürdigkeiten auch den Wegrand nicht aus den Augen verlieren, denn im Kaisergebirge wachsen fast tausend verschiedene Arten von Blütenpflanzen. Ein Höhepunkt der Etappe ist der knieschonende Abstieg, wenn man – glücklich ermüdet von zahlreichen Naturerlebnissen – mit der „Sesselbahn Wilder Kaiser“ zu Tal schwebt, in den Kufsteiner Ortsteil Sparchen.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick · Die Festung Kufstein: Man braucht keine Adleraugen, um sie zu sehen, denn sie liegt auf einem 90 Meter hohen Felsen direkt am Inn. Das imposante Wahrzeichen der Stadt Kufstein gehört zu den bedeutendsten historischen Denkmälern Tirols, beherbergt u.a. ein Heimatmuseum und die Heldenorgel, die größte Freiluftorgel der Welt, die täglich mittags erklingt. Wer schon müde ist vom Wandern: Man kann die Festung bequem mit einem Schrägaufzug erreichen.

Adlerkick · Ein Abstecher auf den Gamskogel muss sein. Zugegeben: zwischen Zahmen und Wilden Kaiser liegt diese Herausforderung in bergsteigerisch-technischer Hinsicht etwas mehr bei zahm als bei wild. Aber die Aussicht ins Kaisertal und zu den Nordwänden des Wilden Kaisers ist grandios!

Kaindlhütte (c) Renate und Michael Grube

Adler Alpingeschichte · Die Erstbesteigung der Kaindlnadel. Die Kaindlnadel ist eine schmale, 15 Meter hohe Bergspitze zwischen Scheffauer und Zettenkaiser. Sie weist den Schwierigkeitsgrad IV- auf und ist nur über einen drei Meter hohen Überhang zu erreichen. Der Wirt der Kaindlhütte, Kaindl Much, hatte den damals noch namenlosen Gipfel immer vor Augen und träumte davon, ihn einmal zu besteigen. Eines Tages schien die Gelegenheit günstig und er wagte es, mit Erfolg! Als er droben stand, schickte er seinen Gästen, die von der Hütte aus nach ihm Ausschau hielten, einen fröhlichen Juchezer. Das war im Jahre 1909 und der Kaindl Much war 70 Jahre alt. Die markante „Nadel“ wurde nach ihm benannt. Die Nachahmung der Tour ist nur exzellenten Kletterern empfohlen, einkehren in der gemütlichen Kaindlhütte auf der Steinbergalm kann jedoch jeder.


mehr

Adlerweg-Etappe 4: Buchacker

Adlerweg-Etappe 4: Kufstein – Gasthof Buchacker

Vielleicht schickt Kufstein noch einen Gruß mit der Heldenorgel aus 4.948 wohltönenden Pfeifen, jedenfalls lässt man das charmante Städtchen nun hinter sich. Man fährt mit dem Zug nach ...Unterlangkampfen, oberhalb der Kirche geht es auf alpinen Pfaden weiter. Zuerst sehr steil durch einen Wald, man muss ja wieder Höhe gewinnen. Vom Höhlensteinhaus über einen Steig zum Köglhörndl, einem wunderschönen Aussichtsberg über dem Inntal. Weiter zum Hundsalmjoch auf 1.637 Meter. In der Nähe des Alpengasthofes Buchacker liegt die Eis- und Tropfsteinhöhle auf 1.520 Meter. Man steigt also oben am Berg direkt hinab in das unterirdische Reich. Fast schon ein Höhlengleichnis!


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick ·Zwischen Hundsalm und Buchacker, ganz in der Nähe der Eis- und Tropfsteinhöhle, befindet sich die Aussichtsplattform Adlerhorst, ein kleiner überdachter Ansitz aus Holz. Neben der Besichtigung der Adler-Schnitzwerke eröffnet sich von dort aus durch die exponierte Lage ein grandioses Panorama über das Unterinntal und die Kitzbüheler Alpen.

Adlerkick · Die Hundalm-Höhle ist die einzige Höhle in den Alpen mit Eis- und Tropfsteingebilden. Vor allem im Frühjahr stellt sie ihre bizarrsten Eisformen zur Schau. Ins Innere gelangt man über 122 Stufen. Der Eisdom ist mit 25 Meter Länge der größte Raum der Höhle, der Christuskopf die markanteste Formation, der tiefste Punkt liegt 45 Meter unter der Erd-Oberfläche. Temperatur: 4 Grad Celsius, also warm anziehen! Nur mit Führung zu besichtigen.

Eishöhle (c) Landesverein für Höhlenkunde

Adler Alpengeschichte ·Die Erforschung der Hundalm-Höhle. Man stelle sich vor: der dunkle Schlund einer schachtartigen Höhle, deren Ausmaße und Beschaffenheit man nicht kennt. Aber die Neugierde ist größer als die Furcht, und so stiegen die zwei wackeren Burschen Oskar Hossé und Leo Weirather im Jahr 1921 mittels Drahtseilleitern als erste Menschen in die bislang unerforschte Tiefe der Hundalm-Höhle hinab. Was sie dort entdeckten, muss ihnen wie ein Wunder vorgekommen sein: bis zu sieben Meter dickes Höhleneis, gestaltet zu überwältigend bizarren Eisformationen. Bei späteren wissenschaftlichen Untersuchungen wurde das Alter mancher Tropfsteine auf bis zu 350.000 Jahre datiert. 1956 wurde die Hundalm-Höhle zum Naturdenkmal erklärt. Der Landesverein für Höhlenkunde in Tirol mit Sitz in Wörgl baute die Höhle zu einer für Besucher zugänglichen Attraktion aus, 1967 wurde sie als „erste Schauhöhle Tirols“ eröffnet.
mehr

Adlerweg-Etappe 5: Der Weg zur Eishöhle

Eagle Walk Segment #5: Buchacker Mountain Inn – Pinegg

Heute bekommen die Wadeln eine Sondermassage. Es wird steil, aber wunderbar aussichtsreich! Von almerischen Höhen geht es hinauf ins hochalpine Gelände des Rofangebirges. Der Plessenberg, von ...Einheimischen auch „Blessinger“ genannt, gehört zum „Dreigestirn“ Kienberg, Plessenberg und Heuberg, die nahe zusammen liegen. Hat man ihn und den leichter zu nehmenden Kienberg bewältigt, wartet ein Gebiet mit dem verlockenden Namen Einkehrboden. Einkehren und Übernachten kann man aber erst in Pinegg, dem Zielpunkt der Etappe, am besten im Gasthof Gwercherwirt. Pinegg gehört zu Brandenberg, das ist ein idyllischer Urlaubsort auf einem sonnigen Hochplateau.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick · Zwei Berge mit grandioser Aussicht stehen im Mittelpunkt dieser schönen, aber fordernden Etappe: der Plessenberg mit 1.743 Meter und der Kienberg. Dieser ist um 43 Meter höher, doch vom Inntal aus gesehen wirkt der Plessenberg imposanter als seine beiden Kollegen Heuberg und Kienberg.

Adlerkick · Dieser liegt bei dieser Etappe direkt auf dem Weg, denn der Anstieg auf den Plessenberg ist ein als schwarz ausgewiesener Bergsteig. Er ist sehr steil und offeriert vier Seilpassagen. Nichts für bergunerfahrene Wanderer, sondern eine Tour für Bergsteiger mit Routine und verlässlicher Trittsicherheit.

Etappe 5 (c) Museum Tiroler Bauernhöfe

Adler Alpingeschichte ·

Kaiser- und Tiefenbachklamm.

Nicht nur Menschen schreiben Alpingeschichte, sondern auch Bäche und Flüsse. So haben die Brandenberger Ache und ihre Zuflüsse und Wasserfälle eine der faszinierendsten Schluchtenlandschaften Österreichs geschaffen. Wenn die Tourenplanung Zeit übrig lässt, lohnt sich ein Abstecher dorthin. Zehn Kilometer von Brandenberg entfernt gräbt sich die Kaiserklamm in den Fels ein. Sie wurde nach Kaiser Franz Josef I. benannt und beginnt nördlich des Gasthauses Kaiserhaus. Einst wurde hier das Holz ins Tal getriftet. Die damals zu diesem Zweck aus dem Fels geklopften Steige sind auch heute noch begehbar – gut gesichert! Festes Schuhwerk und Trittsicherheit sind trotzdem erforderlich, um einen schönen Spaziergang durch die Klamm zu genießen. Kajak-oder Raftingtouren sowie Wildwasserschwimmen sind ebenfalls möglich. Auch die Tiefenbachklamm zwischen Kramsach und Brandenberg ist ein einmaliges Naturerlebnis. In einer gemütlichen Gehstunde erkundet man den Triftsteig und wandert zu einer Einkehr in die Jausenstation Tiefenbachklamm oder zur Jausenstation Stegerstall. An starken Regentagen sind die Klammen aus Sicherheitsgründen gesperrt.


mehr

Adlerweg-Etappe 6

Adlerweg-Etappe 6: Pinegg – Steinberg am Rofan

Nach einer erholsamen Nacht in Pinegg geht es vom Gasthof Gwercherwirt über die Brücke der Brandenberger Ache und auf dem Jägersteig bis in den Brandenberger Ortsteil Aschau. Ein kurzes Intermezzo auf ...der Dorfstraße zum Burgstallgraben, weiter hinauf nach Wimm, zum Wimmerjoch und zur alten Lahnalm. Über den Weißenbachgraben führt der Weg zum „schönsten Ende der Welt“, nach Steinberg am Rofan. So wunderbar es hier ist, spornt es dennoch an, dass der Adlerweg noch weiterführt: über die Steinberger Ache nach Vordersteinberg, dann über den Bärenwaldweg zur heimeligen Jausenstation Gasthof Waldhäusl mit Übernachtungsmöglichkeit.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick ·Steinberg am Rofan (1.010 Meter) liegt eingebettet zwischen den Bergstöcken des Guffert (2.195 Meter) und des dreigipfligen Unutz, der zum Rofangebirge gehört. Eine wunderbare Aussicht hat man vom Friedhof von Steinberg. Nicht bloß zum Himmel, sondern zum abendlichen Bergglühen auf die Klobenjochwände des Rofangebirges.

Adlerkick · Am Gipfelaufbau des Guffert befinden sich Kletterstellen im 1. Schwierigkeitsgrad, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind gefordert. Der Zustieg zum Gipfel erfolgt über einen schrofigen, teils steilen Pfad. An sonnigen Tagen wird es auf den südseitigen Latschenhängen sehr heiß, daher sollte man früh losmarschieren, will man ihn in Angriff nehmen.

Adler Alpingeschichte · Peter Habeler und das Rofangebirge. Der 1946 geborene Tiroler Extrembergsteiger Peter Habeler wurde u.a. bekannt durch spektakuläre Erstbegehungen in den Rocky Mountains, er war der erste europäische Bezwinger der Big Walls im Yosemite-Nationalpark und durchstieg in Rekordzeit die Eiger-Nordwand. Habeler stand auf den Gipfeln des Cho Oyu, Nanga Parbat, Kangchendzönga und Hidden Peak. Am Mount Everest wagte er mit Reinhold Messner die erste legendäre Besteigung ohne künstlichen Sauerstoff. Zudem erklomm er viele weitere Berge auf der ganzen Welt im höchsten Schwierigkeitsgrad. Seine ersten bedeutenden Klettererfahrungen machte Peter Habeler aber im Rofangebirge. Er absolvierte eine Lehre in der Glasfachschule Kramsach und da der Nachhauseweg ins Zillertal ziemlich weit war, nutzte er das Wochenende meistens für Kletterausflüge im Rofan. Oft war er dabei mit seinem großen Vorbild Hias Rebitsch unterwegs, dem berühmten Bergsteiger und Freikletter-Pionier aus Brixlegg.


mehr

Adlerweg-Etappe 7

Adlerweg-Etappe 7: Jausenstation Waldhäusl – Erfurter Hütte

Ausgiebig genießt man auf dieser fordernden Etappe die landschaftliche Vielfalt des Rofangebirges – im Süden mit sanften Wiesenhängen, auf der Nordseite mit mächtigen Felsformationen und Steilwänden. ...Nach dem Durrahof geht es entlang des E4-Fernwanderweges bis zum Labegg-Graben. Anschließend führt die Route über das Schauertal zum idyllischen Zireiner See. Er ist unglaubliche 200 Meter tief und so kalt, dass es bereits viel Überwindung kostet, nur die Zehen einzutauchen. Aber man kann es wie die Rofanspitze machen, die sich im klaren Bergwasser kopfstehend spiegelt. Bei guten Bedingungen über den Schafsteig bis knapp unter die Rofanspitze, weiter bis zur Erfurter Hütte neben der Bergstation der Rofanseilbahn.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick ·Von der Terrasse der Erfurter Hütte eröffnet sich ein herrlicher Blick auf den Achensee, „das Meer der Tiroler“. Bei schönem Wetter sieht man das Wasser glitzern und die Segel der Boote blitzen. Aussichtsreich ist auch der 2.039 Meter hohe Gschöllkopf mit seiner riesigen Aussichtsplattform, dem Adlerhorst. Von hier schweift der Blick über den Achensee, das Karwendelgebirge, die Zillertaler- und Tuxer Alpen sowie das untere Inntal.

Adlerkick · Wie ein fliegender Adler fühlt man sich, wenn man am Gschöllkopf mit dem Skyglider abhebt und mit einer Geschwindigkeit von 85 km/h auf 800 Meter Länge einen Höhenunterschied von 200 Metern überwindet. Der AIRROFAN-Skyglider befindet sich wenig unterhalb der Bergstation der Rofanseilbahn.

Hias Rebitsch (c) Dr. Wolfgang Rebitsch

Adler Alpingeschichte · Bergsteigerlegende Hias Rebitsch. Der gebürtige Brixlegger Hias (Matthias) Rebitsch (1911- 1990) war ein Pionier des Freikletterns und gilt heute noch als Vorbild für viele Anhänger dieses Sports. Er absolvierte einige Erstbegehungen im Rofangebirge z.B. Direkte Rofanspitze NO Kante, Rofanspitze Ost-Riss, Rofanspitze Nordwand, SW-Kante der Rotspitze. Bekannt wurde er u.a. durch die Tour in der Eiger-Nordwand, wo er bei widrigsten Witterungsverhältnissen mit seinem Kletterpartner Ludwig Vörg 100 Stunden lang in einer Felsspalte ausharrte. Hias Rebitsch war ein „Sestogradist“ (Kletterer des VI. Grades) und besaß nach eigenen Worten einen sechsten Sinn, der ihm auch beim Klettern zugute kam. Er studierte Chemie, interessierte sich für Philosophie und hielt nichts von Leistungswettbewerben am Berg. Er ging nur zu seiner eigenen Erbauung bzw. „Gaudi“ auf Tour. Aber er kletterte auch deshalb extrem, um extreme Situationen durchleben zu können und dabei einiges über sich zu erfahren. Nicht nur mit seinem Klettervermögen, sondern auch mit seiner Einstellung zu diesem Sport war er seiner Zeit voraus. Eine seiner Lieblingsrouten war die Laliderer Nordwand im Karwendel.


mehr

Adlerweg-Etappe 8

Adlerweg-Etappe 8: Erfurter Hütte – Lamsenjochhütte

Diesmal geht es gemütlich los: Mit der Rofanseilbahn schwebt man von der Erfurter Hütte hinunter nach Maurach. Die Blicke tauchen dabei in den schönen Achensee, die Füße wandern anschließend an dessen ...Süd-bzw. Südwestufer weiter nach Pertisau. Im Falzthurntal geht es auf einem asphaltierten Abschnitt zuerst zu Gasthaus Falzturn und Sennhütte, anschließend über einen Forstweg zur Gramaialm und immer noch weiter taleinwärts Richtung Lamsenjochhütte. Um sie und damit das Etappenziel zu erreichen, muss man steile Hänge bezwingen, wobei sich die Steige in vielen Serpentinen aufs Joch winden. Ist man so richtig geschafft, steht man fast schon vor der Hüttentür.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick · Auf dem Weg zur Lamsenjochhütte gelangt man im Falzthurntal ins Karwendel. Hier lohnt sich ein Blick auf die vielen Kare. Das sind kesselförmige Eintiefungen unterhalb von Gipfel- und Kammlagen, die von kurzen Gletschern ausgeschürft wurden. Der Name Karwendel stammt aber vermutlich vom Germanen Kérwentil („Speerwender“), der im oberen Inntal rund um Scharnitz einen Hof besaß. Das Gebiet wurde „Kerwéndelau“ genannt, die dem Hof zugehörige Alpe Karwéndl.

Adlerkick · Eine Einreibung mit Tiroler Steinöl, das man im „Vitalberg“ Pertisau erstehen kann, macht müde Beine wieder fit. Sein intensiver Geruch könnte jedoch manche Wegbegleiter irritieren. Am besten schmieren sich alle in der Gruppe damit ein. Derart „gedopt“ könnten geübte Bergsteiger auch die Lamsenspitze (2.508 Meter) in Angriff nehmen (stahlseilversicherter Aufstieg, ausgesetzte Stellen).

Lamsenjochhütte(c) DAV Sektion Oberland

Adler Alpingeschichte · Die Lamsenjochhütte und die Lawine. Am 11. März 1908 erreichte die Vorstandschaft der DAV Sektion Oberland ein dramatisches Telegramm: „Bin gewesen alles ruiniert auf Lamsen – Wastl“. Was war passiert? Eine Staublawine hatte die erste Lamsenjochhütte, die gerade erst eine Saison in Betrieb gewesen war, mitgerissen. Auch der später legendär gewordene Bergführer und Wirt der Falkenhütte, der „Lamsenwastl“ (Sebastian Schrettl), der sich intensiv am Bau beteiligt hatte, war am Boden zerstört. Aufgeben? Das kam für die alpinen Erschließungs-Pioniere nicht in Frage. Vier Wochen später beschloss die Generalversammlung der DAV Sektion Oberland einstimmig den Wiederaufbau. Am 26. und 27. Juni 1909 wurde die neue Hütte 200 Meter östlich des alten Standortes feierlich eröffnet und zwar unter so großem öffentlichen Interesse, dass nunmehr eine Besucherlawine mit Sonderzügen von München heran rollte. Dieser hielt die Hütte stand, das Ehepaar Kofler blieb bis zum Jahr 1938 Hüttenpächter.


mehr

Adlerweg-Etappe 9

Adlerweg-Etappe 9: Lamsenjochhütte – Falkenhütte

Im bezaubernden Almdorf Eng (mit Schaukäserei), wird es manchmal eng, weil es aufgrund der landschaftlichen Schönheit viele Besucher und Touristen anzieht. Hinter den letzten Gebäuden in der Eng beginnt ...der breite Fußweg zur Falkenhütte und schon bald ist man wieder allein unter Bergsteigern. Durch Wiesen und Mischwald geht es sanft hinauf zum Hohljoch auf 1.794 Meter. Obwohl man nicht gerne Höhenmeter verliert, leitet der Weg noch einmal abwärts auf 1.700 Meter durch die Laliderer Reisen. Das Auf und Ab ist hier vor allem fürs Auge reizvoll. Anschließend zieht der Weg sanft nach oben zum Spielissjoch und zur stattlichen Falkenhütte. Etappenziel erreicht!


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick · Im Landschaftsschutzgebiet „Großer Ahornboden“ wachsen auf 1.200 Meter Seehöhe rund um das hübsche Almdorf Eng über 2.000 knorrige Ahornbäume. Sie sind 300 bis 600 Jahre alt und ergeben mit den Felswänden einen faszinierenden Anblick. Schwer zu sagen, wann es hier schöner ist: im Frühsommer mit dem frischen Grün, oder im Herbst, wenn sich die Blätter färben.

Adlerkick ·Die fast 1.000 Meter senkrecht aufragenden Laliderer Wände der Hinterautal-Vomper-Kette im Herzen des Karwendels bilden eines der bekanntesten Klettergebiete der Nördlichen Kalkalpen. Anspruchsvolle Kletterrouten der Grade IV bis VIII halten die stolzen Nordwände parat, die nicht ganz so spiegelglatt sind wie sie von Weitem aussehen.

Bergrettung Laliderer Wand (c) Walter Spitzenstätter

Adler Alpingeschichte · Größte Wandbergungsaktion Österreichs. Die Laliderer Wände wurden im Jahr 1911 von den Wiener Brüdern Guido und Max Mayer und den beiden Dolomitenführern Angelo Dibona und Luigi Rizzi erstbestiegen. Nach einer zweitägigen, alle Kräfte fordernden Klettertour inklusive Nachtstunden im Biwak standen die vier Alpinisten auf dem Gipfelgrat. Nicht alle, die hier ihr Kletterkönnen herausforderten, beendeten ihr Unterfangen so erfolgreich wie dieses Team. 1979 fand in den Laliderer Wänden die größte Wandbergungsaktion Österreichs statt. Sie hielt drei Tage lang viele Ortsstellen der Tiroler Bergrettung in Atem. Auch eine Gruppe Bergführer – gerade zur Ausbildung auf der Stripsenjochhütte – eilte zu Hilfe, wodurch schließlich mehr als 200 Kräfte im Einsatz waren. Zwei junge deutsche Kletterer gerieten aufgrund eines plötzlichen Schlechtwettereinbruchs in der Mitte der Lalidererwand (Schmid-Krebsführe) in Bergnot. Trotz Schneesturm und höchster Lawinengefahr konnten sie aufgrund der vorbildlichen Zusammenarbeit aller Beteiligten und dem erstmaligen Einsatz von 800 Meter langen Stahlseilen in Sicherheit gebracht werden. Dreimal suchte man die ganze Wand umsonst ab, weil man die beiden aufgrund des brutalen Wetters nicht lokalisieren konnte. Beim vierten Mal wurden die beiden erreicht und erstmals in der Geschichte der Bergrettung wurden vier Personen – die Verunfallten und zwei Retter – zugleich abgeseilt.


mehr

Adlerweg-Etappe 10

Adlerweg-Etappe 10: Falkenhütte – Karwendelhaus

Am Fuß der imposanten Laliderer Wände hat man in der Falkenhütte vielleicht schon von weiteren Gipfeltouren geträumt, aber zuerst führt der Weg durch sanfte Almwiesen abwärts. Nach der beschaulichen ...Ladizalm geht es durch lichten Wald über einen Karrenweg hinunter zum Kleinen Ahornboden, der landschaftlich ebenso beeindruckt wie sein großer Bruder. Dann – man ist schließlich zum Bergsteigen hier unterwegs – schicken sich die Beine schnell wieder in den Bergauf-Schritt. In Richtung Nordwesten erreicht man das Untere Filztal, von wo aus noch 400 aussichtsreiche Höhenmeter bis zum Karwendelhaus zurückzulegen sind.


Wissenswertes zu dieser Etappe

Adlerblick · Ein historisch interessanter Hingucker ist die pittoreske Almhütte der Ladizalm, die vermutlich aus dem 16. Jahrhundert stammt. Auch beim Jochkreuz am Hochalmsattel inmitten von Almwiesen lohnt es sich, den Blick schweifen zu lassen auf die herrliche Umgebung, u.a. zur Birkkarspitze, die man gemäß dem Verlauf des Adlerwegs am nächsten Tag bezwingt.

Adlerkick · Der Kleine Ahornboden ist ein herrliches Fleckchen Erde mit uralten Bergahornen. Im Gegensatz zum Großen Ahornboden finden sich hier aufgrund seiner Abgeschiedenheit nur Bergwanderer und keine Bustouristen. Also einfach einmal in aller Ruhe an einen 500 Jahre alten Baum lehnen, seiner Präsenz nachspüren und sich von seiner Ausstrahlung berühren lassen.

Hermann von Barth Hütte (c) Harald Wolf

Adler Alpingeschichte · Gipfelsammler Hermann von Barth. Bei dieser Etappe kommt man am Kleinen Ahornboden am Hermann von Barth-Denkmal vorbei. Allein der Standort weist schon darauf hin, dass es sich dabei um eine Gedenktafel für einen Bergsteiger handeln muss. Stimmt! Hermann von Barth (1845 - 1876) war ein Rechtsgelehrter und Naturwissenschaftler aus den bayrischen Voralpen, der als Erschließer des Karwendels bekannt wurde. Dabei kam es ihm nicht auf besuchertaugliche Forstwege an, sondern auf herausfordernde Gipfelerlebnisse. Im Sommer 1870 bestieg er als Alleingänger 88 Gipfel, darunter zwölf Erstbesteigungen: u.a. die Birkkarspitze, Kaltwasserkarspitze, Lalidererspitze, Große Seekarspitze, Grubenkarspitze, Dreizinkenspitze, Östliche Karwendelspitze, Vogelkarspitze, Wörner und Kuhkopf. Einige Hütten, Wege und Gipfel wie zum Beispiel die Barthspitze im Karwendel wurden nach ihm benannt. Der Bartgeier allerdings nicht.


mehr

Zeige Eintrag 1 - 10 von 24
Seite: