Es gibt viele Arten von Adlern. In Tirol, wie im übrigen Alpenraum, ist der Steinadler zuhause. Man nennt ihn auch Goldadler, weil sein Nacken und Kopf ocker über goldgelb bis hellbraun gefiedert sind.
Das übrige Federkleid ist einfarbig dunkelbraun. Zu seinen herausragendsten Sinnesleistungen - das gilt für alle Greifvögel - zählt sicherlich sein Sehvermögen. Er sieht sechsmal besser als Säugetiere und kann eine Maus aus einer Höhe von bis zu 400 Metern erspähen. Der Steinadler wird aufgrund seiner meisterlichen Geschicklichkeit in der Luft auch „König der Lüfte“ genannt. Das ruhige Kreisen im Aufwind beherrscht er wie kaum ein anderer Greifvogel; seine Beute überrascht er im bodennahen Flug unter optimaler Ausnutzung des Geländes.
Steinadler werden erst nach sechs Jahren geschlechtsreif. Als Nistplätze dienen Felshöhlungen und hohe Bäume. Das Weibchen legt meist zwei Eier, am Leben bleibt oft nur das stärkere Küken. Steinadler werden bis zu 30 Jahre alt. Brutpaare bleiben zeitlebens beisammen. Was den Speisezettel angeht, so dominieren kleine bis mittelgroße Säugetiere, die im jeweiligen Gebiet vorkommen. In Tirol stehen im Sommer Murmeltiere ganz oben auf der Liste, im Winter müssen vor allem Schneehasen und Füchse auf der Hut sein, aber auch Fallwild wird nicht verschmäht.

Der größte Adler der Neuzeit war der nach dem deutschen Naturforscher und Entdecker Dr. Julius von Haast (1822 – 1887) benannte Haast-Adler. Der Riesenvogel zog bis 1400 n. Chr. über Neuseeland seine Kreise. Er brachte bis zu 14 Kilogramm auf die Wage und erreichte eine Flügelspannweite von bis zu drei Metern. Er jagte hauptsächlich Moas (eine flugunfähige Vogelart), auf die er sich mit einer Geschwindigkeit von bis zu 80 km/h stürzte. Zusammen mit diesen wurde er ausgerottet.