Fasnacht

Kunstvoll geschnitzte Holzlarven, Roller und Scheller, Hexen und Bären, monatelange Vorbereitung und ein Glanz in den Augen können nur eine bedeuten: Es ist Fasnachtzeit in Tirol.

In vielen Tiroler Orten werden heute noch alte überlieferte Fasnachtsbräuche zelebriert, die den Kampf des Frühlings gegen den Winter symbolisieren. Die Figuren und Masken dieses bunten Brauchtums reichen mit ihren Wurzeln in graue Vorzeiten zurück. Sie haben mit Sonnenkult und Fruchtbarkeitszauber, mit dem Vertreiben böser Kräfte und der Beschwörung der Lebensgeister zu tun.

Erleben Sie diese bunten Spektakel und entdecken Sie die fantasievoll geschmückten, mit Figuren und Aufbauten versehen Wagen, die den Zug der altehrwürdigen Gruppen und Figuren ergänzen und für Heiterkeit, Bewirtung und viel Schabernack sorgen.

  • Die Imster Fasnacht zählt zum einem der farbenprächtigsten Fasnachtsspektakel in Tirol: Rund 900 Fasnachtbegeisterte verwandeln Imst alle vier Jahre in ein Meer aus Schellern, Rollern, Hexen, Bären und ziehen Besucher in ihren Bann. 2012 wurde das traditionsreiche Imster Schemenlaufen zum Weltkulturerbe der UNESCO ernannt. Zwei Jahre vor der großen Fasnacht der Erwachsenen findet die Buabefasnacht in Imst statt: Rund 400 Burschen zwischen sechs und 16 Jahren lassen Imst zu einer Fasnachtshochburg in Kinderhänden werden.
  • Alle drei Jahre gehen die Nassereither "in die Fasnacht": Das Nassereither Schellerlaufen ist einer der imposantesten Fasnachtsbräuche in Tirol. Die anmutig wirkenden Figuren des "Schönen Zuges" – Kehrer, Roller und Scheller sowie Spritzer –begeistern mit einzigartigen Seidengewändern im Barock- und Rokokostil.
  • Alle fünf Jahre ziehen die Schleicher durch Telfs: Die rund 40 prächtig gekleideten Männer tragen einen monumentalen Hut: bis zu acht Kilogramm schwer, oft höher als einen Meter und jeder für sich ein Kunstwerk. Seit 2010 gehört das traditionsreiche Telfer Schleicherlaufen zum Weltkulturerbe der UNESCO.
  • Beim Muller- und Matschgererwesen rund um Innsbruck spielen unter anderem Spiegeltuxer, Zaggler, Klötzler, Melcher, Hexen, Halbweisse die Hauptrolle. Alle haben Teil an einer Aufführung, die nicht nur die Zuschauer, sondern auch die Aktiven selbst mitreißen: Stunde um Stunde geht etwa der Zottler in die Knie, legt sich flach auf den Rücken, lässt sich dann vom Halbweissen auf die Brust steigen um im Anschluss ohne Zuhilfenahme der Hände wieder auf die Beine springen.
  • Im Mittelpunkt des alle vier Jahre stattfindenden Fisser Blochziehens steht eine etwa 30 Meter lange, buntgeschmückte Zirbe, die auf Schlitten mühsam von verschiedenen Figuren durch die engen Dorfgassen gezogen wird. Bis zum späten Nachmittag dauert das Fastnachtstreiben, das mit der öffentlichen Versteigerung des wertvollen Zirbenholzes sein Ende findet.
  • Ein ganz besonderer Brauch in der Tiroler Fastnachtslandschaft ist das Axamer Wampelerreiten. Von nah und fern trifft man sich zum großen Umzug, um die seltsam anmutenden Wampeler zu bewundern, die Geschichte über den Axamer Bock zu hören und das bunte Fastnachtstreiben auf den Festwägen mitzuerleben.