Grawa-Wasserfall im Stubaital, © Tirol Werbung/Frank Bauer
© Grawa-Wasserfall im Stubaital, © Tirol Werbung/Frank Bauer

Wo die Gischt fliegt: Die schönsten Wasserfälle in Tirol


Der Aufenthalt an einem Wasserfall verspricht nicht nur Abkühlung an heißen Sommertagen, er wirkt auch beruhigend. Studien belegen sogar, dass er helfen kann, Allergien und Asthma zu heilen. Der Besuch eines der zahlreichen Tiroler Wasserfälle empfiehlt sich also schon deshalb. Viele sind durch Wanderwege, Stege und Brücken gut erschlossen. Und manchmal erscheinen sie wie das Tor zu einer anderen Welt. Die acht schönsten Tiroler Wasserfälle finden Sie hier.

1 · Der Größte: 159 Meter hoher Stuibenfall


Stuibenfall in Umhausen, © Tirol Werbung/Bernhard Aichner

Kein Wasserfall in Tirol hat eine größere Fallhöhe als der Stuibenfall bei Umhausen im Ötztal. Pro Sekunde fließen bis zu 2.000 Liter über die Felsenkante. Das Naturereignis, das seinen Namen dem Stäuben (Stuiben) der Gischt verdankt, ist durch Wanderwege sehr gut erschlossen. Eine 2016 neu eröffnete Wege- und Stufenkonstruktion macht den Stuibenfall für Besucher hautnah erleb- und begehbar: Über rund 700 Stufen und über eine exponierte, 80 Meter lange Hängebrücke geht es vorbei an Aussichtsplattformen und an den tosenden Wassermassen bis zum Ausgangspunkt des Wasserfalles in Niederthai. Von Mai bis Oktober ist der Stuibenfall jeden Mittwoch bis 24 Uhr beleuchtet – eine echtes Highlight also.

Der Stuibenfall ist vom Ötzi-Dorf aus (Am Tauferberg 8, 6441 Umhausen) zu Fuß in einer halben Stunde erreichbar.

2 · Der Breiteste: Grawa-Wasserfall im Stubaital


Grawa-Wasserfall im Stubaital, © TVB Stubai Tirol/Andre Schönherr

Mit seinen 85 Metern gilt der Grawa-Wasserfall im hinteren Stubaital als der breiteste in den gesamten Ostalpen. Über einen mächtigen Felsrücken ergießt sich der Sulzaubach, von mehreren Gletschern kommend, auf einer Gesamthöhe von 180 Metern. Das beeindruckende Schauspiel, das oben und unten von Aussichtsplattformen bewundert werden kann, gehört zu einer Etappe des „WildeWasserWegs“. Die auch für Anfänger geeignete Wandertour beginnt auf der Tschangelair Alm und lässt sich in weniger als zwei Stunden meistern.

Startpunkt für Wanderer: Tschangelair Alm, Dorf 12, 6167 Neustift

3 · Für Kletterer: Schleierwasserfall am Wilden Kaiser


Schleierwasserfall am Wilden Kaiser, © Tirol Werbung/Jens Schwarz

Von Sportkletterern wird er einfach nur der „Schleier“ genannt. Gelegen bei Going am Wilden Kaiser, ist der Schleierwasserfall ein beliebter Naturschauplatz vor allem für geübte Kletterer. Zu seiner Linken und Rechten ragen 60 Meter hohe Felswände empor. Sie sind Teil einer Formation von 150 Kletterrouten, unter denen sich einige der härtesten Europas befinden. Auch für Wanderer ist der Wasserfall erreichbar, zum Beispiel vom kostenlosen Parkplatz Hüttling/Aschau in etwa 45 Minuten. Die Strecke ist etwas anspruchsvoller.

Startpunkt für Wanderer: Parkplatz bei Hüttling/Aschau, Zufahrt über 6353 Going am Wilden Kaiser, Ortsteil Prama

4 · Für Geübte: Sintersbacher Wasserfall bei Jochberg


Sintersbacher Wasserfall bei Jochberg, © Kitzbühel Tourismus

Das imposante Naturschauspiel lässt sich auf einer Höhe von 1298 Metern bestaunen: Der Sintersbach stürzt sich hier, unweit von Jochberg, 85 Meter in die Tiefe. Ein Ort, an dem sich wunderbar Kraft tanken lässt. Das mag der eine oder andere Wanderer auch brauchen. Denn auf der 9 Kilometer langen, mittelschwierigen Strecke von Jochberg aus sind 648 Höhenmeter zu überwinden. Etwa 4 Stunden sollten dafür eingeplant werden.

Startpunkt für Wanderer: Parkplatz Schradler, 6373 Jochberg, Aufstieg bis zur Wildalm empfehlenswert.

5 · Der Mystische: Lötzer Wasserfall im Zammer Lochputz


Lötzer Wasserfall im Zammer Lochputz, © Archiv TVB TirolWest, Erich Auer

Tosend schießen die Wassermassen unter den Füßen des Besuchers hinweg. Sie haben sich über viele Jahrhunderte tief in den Fels hineingegraben und eine mystische Klamm, den Zammer Lochputz, geformt. Der sagenumwobene, von kantigen Felsformationen geprägte Ort ist über den Wasser-Erlebnis-Steig erreichbar und führt durch gut ausgebaute Steige und Stollen zum 30 Meter hohen Lötzer Wasserfall. Daran angeschlossen ist das älteste Wasserkraftwerk Tirols. Besonders schön: Im Hochsommer werden Nachtwanderungen durch die Klamm angeboten, die dann beleuchtet ist.

Zammer Lochputz, Hauptstraße 53, 6511 Zams

6 · Im Kessel: Die Wasserfälle in Hintertux


Wasserfall Hintertux, © TVB Tux-Finkenberg

Schöne Aus- und Einblicke gewährt der 4 Kilometer lange Wasserfallweg in Hintertux. Die Zillertaler Bergwelt um sich herum, erlebt der Wanderer auf 1.500 Metern Höhe staunend, was im Zusammenspiel von Wasser und Gestein entstehen kann: Höhlen, Schluchten, natürliche Felsbrücken. Zu sehen sind sie vor allem am Kesselfall, benannt nach dem tiefen Felsenbecken, das er über die Zeit geschaffen hat. Der Weg führt zudem am tosenden Schraubenfall vorbei, dessen Gischt an warmen Sommertagen zur Abkühlung einlädt. Auf dem relativ anspruchsvollen Abstieg sieht man auch das „Walfischmaul“, ein großer, in entsprechender Form gespaltener Steinblock.

Startpunkt für Wanderer: 6294 Hintertux, südliches Ortsende

7 · Für Romantiker: Die Wolfsklamm bei Stans


Wolfsklamm bei Stans im Karwendel, © Tirol Werbung/Bernhard Aichner

Vielen gilt sie als die schönste ihrer Art in den Alpen: die Wolfsklamm bei Stans im Karwendel. Bereits seit 1901 ist die einige hundert Meter lange, wildromantische Schlucht mit hölzernen Stegen erschlossen. Der Stanser Bach hat die Klamm in den Dolomitfels gewaschen und sucht sich über zahlreiche rauschende Wasserfälle seinen Weg in die Tiefe, hier und da verlangsamt durch smaragdgrüne Gumpen. Etwa eine Stunde dauert die Wanderung durch die Schlucht hinauf zum Wallfahrtskloster St. Georgenberg, dem ältesten Tirols. Kurz davor geht es über die „Hohe Brücke“, deren steinerne Bögen von 1497 einst die älteste Brücke Tirols trugen.

Parkplatz Wolfsklamm, St. Georgenberg, 6135 Stans. Die Wolfsklamm ist von Mai bis November geöffnet. Der Eintritt kostet 3,50 Euro, ermäßigt 2,50 Euro.

8 · Für Vogelliebhaber: Schleierwasserfall im Zillertal


Schleierwasserfall bei Hart im Zillertal, © Erste Ferienregion im Zillertal

Der Rundwanderweg, der zum Schleierwasserfall bei Hart im Zillertal führt, ist kein gewöhnlicher. Er ist in Form eines Vogellehrpfades angelegt, der die mehr als 40 heimischen Arten vorstellt, von der Amsel bis zum Zilp-Zalp. Mit seinen 91 Metern ist der Wasserfall selbst der größte des Zillertals. Tische und Bänke laden zum Rasten ein. In rund zweieinhalb Stunden lässt sich der Rundweg bewältigen.

Der Lehrpfad beginnt 300 Meter südlich der Pfarrkirche, 6265 Hart im Zillertal

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