Rafting in der Imster Schlucht, © Tirol Werbung/Peter Neusser
© Rafting in der Imster Schlucht, © Tirol Werbung/Peter Neusser

Rafting in Tirol


Rauschende Bergflüsse in idyllischer Landschaft, klares Wasser und reißende Stromschnellen – wer denkt da nicht an abenteuerreiche Wildwassertouren? In Tirol gibt es unzählige solcher Gewässer und viele Anbieter, die Rafting- und Kajakfahrten auf ihnen organisieren.

Wenn die Gischt über den Bug spritzt und das Schlauchboot von knackigen Stromschnellen hin- und hergeworfen wird, versteht jeder Insasse, was es bedeutet, mit anderen in einem Boot zu sitzen. Dann ist Einsatz gefragt, von jedem einzelnen und vom Team als ganzem. Rafting ist ein Wildwassersport, der sich während der Sommermonate in Tirol größter Beliebtheit erfreut. Das gleiche gilt für Kajakfahren. Insgesamt mehr als 120 Kilometer Strecke bieten sich auf den Achen und Flüssen im ganzen Land für das spritzige Vergnügen an.

Unter Wildwassersportlern gilt Tirol europaweit als echter Hotspot. Die Imster Schlucht etwa zählt zu den beliebtesten Rafting-Strecken auf dem Kontinent, und auf der anspruchsvollen Ötztaler Ache werden immer wieder Welt- und Europameisterschaften ausgetragen. Aber auch für Anfänger und Familien gibt es passende, ruhigere Reviere, wie etwa die Drau oder die Tiroler Ache. Landesweit organisieren rund 30 professionelle Anbieter mit staatlioch geprüften Guides erlebisreiche Rafting- und Kajaktouren, vom ruhigen Schnupperkurs bis zum krachenden Wellenritt bei Wildwasserstufe IV.

Mitbringen müssen die Teilnehmer außer Badesachen meist nur die Fähigkeit zu schwimmen und eine Portion Abenteuergeist. Wildwasserausrüstung wie Neoprenanzug und Helm stellen die Veranstalter. Die Touren dauern oft mehrere Stunden, und am Ende sorgen die Anbieter für den Rücktransfer. Wer sich auf eigene Faust ins Vergnügen stürzen will, sollte sich vorher genau über örtliche Regelungen informieren. Auf einigen Gewässern wie etwa der Ötztaler Ache ist privat betriebenes Rafting untersagt. Zudem gibt es Uhrzeitbeschränkungen.


1 · Imster Schlucht: Eines der beliebtesten Rafting-Highlights Europas


Für Rafting-Fans ist der Inn-Abschnitt, der durch die Imster Schlucht zwischen Imst und Roppen führt, die wohl größte Wildwasser-Attraktion in Tirol. Mehr noch: Er gilt als eine der beliebtesten Raftingstrecken Europas. Hier zeigt sich der Fluss von seiner furiosesten Seite, das Boot kämpft sich über rasante Stromschnellen und schäumende Walzen. Durch seine hohe Fließgeschwindigkeit eignet sich der Inn an dieser Stelle optimal für den Wildwassersport. Die meisten Touren führen die 14 Kilometer lange Strecke bis Haiming. Sie ist etwa von Anfang Mai bis Mitte Oktober befahrbar und eignet sich auch für Anfänger.

2 · Ötztaler Ache: Strecke der internationalen Meisternschaften


Raftingtour auf der Ötztaler Ache, © Area47

Ein absoluter Hotspot für Kajak- und Raftingfahrten in Tirol ist die untere Ötztaler Ache zwischen dem Dörfchen Oetz und Haiming im Inntal, die zu den schwierigsten Strecken Europas zählt. Wo jedes Jahr im Oktober unter anderem die Extreme-Kayak-Weltmeisterschaft „Sickline“ ausgetragen wird, können Besucher zwischen Mai und September an atemberaubenden Raftingtouren bis zur Wildwasserkategorie IV teilnehmen. Zwei erfahrene Bootsführer sorgen auf der 14 Kilometer langen Strecke für die nötige Sicherheit. Ein wenig Wildwassererfahrung muss man mitbringen, denn vor allem in der Waldschlucht und auf der legendären Boa Constructa geht es ordentlich zur Sache, und Ruhepausen gibt es fast keine.

3 · Sanna: Kurz, hart und nichts für schwache Nerven


Sie macht es einem auch wirklich nicht leicht, mit ihren starken Verblockungen, steil abfallenden Katarakten und verwinkelten Passagen. Die Sanna, ein kurzer Fluss, der in Landeck in den Inn mündet, ist sehr schmal und für jeden Rafter eine große sportliche und technische Herausforderung. Trotz vergleichsweise geringer Wasserführung ist die sechs Kilometer lange Strecke sehr viel schwerer zu meistern als die Imster Schlucht. Dafür ist das Abenteuer umso größer. Komplizierte Schlüsselstellen wie „Schiefes Eck“ und „Pianer Schwall“ zeigen die Veranstalter den Tourteilnehmern vorher von Land aus. Der Fluss hat Wildwasserstufe IV und verlangt Vorkenntnisse von den Sportlern.

4 · Großache/Tiroler Ache: Durch die wilde Entlochklamm


Rafting auf der Tiroler Ache, © Tirol Werbung/Bernd Uhlig

Erlebnisreiche Rafting- und Kajaktouren auch für Einsteiger werden auf der Tiroler Ache zwischen Kirchdorf in Tirol und Schleching auf bayerischer Seite angeboten. Die Strecke ist sehr abwechslungsreich. Von Kirchdorf aus geht es durch das idyllische Hagertal nach Kössen und in die sanfte Hügellandschaft des Kaiserwinkls. Von dort führt die Ache weiter nach Schleching, durch die wilde Klobensteinschlucht bzw. Entlochklamm mit ihren steilen Felswänden und dem Schmugglersteig. Hier und da tauchen Sandbänke auf, die man für ein Picknick nutzen kann. Auf den Touren über die Tiroler Ache kann die ganze Familie mitgenommen werden.

5 · Tösener Schlucht: Surfen auf der Kraftwerks-Welle


Der obere Abschnitt des Inn in Tirol ist bestens für Wildwasser-Abenteuer geeignet und zeigt sich Raftern und Kajakfahrern mit vielen unterschiedlichen Gesichtern. Die etwa 17 Kilometer lange Strecke beginnt in Pfunds im Tiroler Oberland, führt durch die Tösener Schlucht und endet in Prutz. Reißende Stromschnellen, schöne Surfwellen und die schäumenden Wasserwalzen „Helga“, „Flipper“ und „Dani“ fordern Boote und Fahrer heraus. Allerdings gibt es zum Verschnaufen auch ruhigere Passagen. Viele Fahrer warten extra auf den erhöhten Pegelstand, der vormittags durch den Wasserablass eines stromaufwärts liegenden Wasserkraftwerks entsteht. Rund drei Stunden dauert eine Tour, an der auch Einsteiger teilnehmen können. Der Inn kann hier allerdings auch in kürzeren Abschnitten befahren werden.

6 · Lech: Rafting in der letzten Wildflusslandschaft Europas


Raftingtour am Lech, © Robert Eder

Ein großes Erlebnis sind die Rafting-Touren im Naturpark Lechtal. Die Teilnehmer erwartet die letzte weitgehend unverbaute Wildflusslandschaft Europas und einen Fluss, der actionreiche Ritte bereithält, sich aber immer wieder auch von seiner freundlichen, ruhigen Seite zeigt. Bei Häselgehr geht es los und dann, je nach Tour, 12 bis 32 Kilometer flussabwärts. Bei Wildwasserkategorie II können auch Anfänger und Kinder mithalten. Es werden Halbtags- und Ganztagsprogramme angeboten, wo mittags auch mal der Grill für eine stärkende Mahlzeit aufgebaut wird.

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