Das Grauvieh zählt zu den ältesten Rinderrassen in den Alpen – robust, relativ kleinwüchsig und trittsicher, waren diese Tiere vor allem auf den hochgelegenen Almen als Zuchttiere besonders beliebt.
Dieser alte, heute zu den seltensten Rinderrassen zählende Schlag wurde seinerzeit vor allem als „Ochse“ (= kastrierter Stier) gehalten. Zum einen, um als kräftiges Zugtier für Transporte oder auf dem Acker eingesetzt, zum anderen um gemästet zu werden. Als Zugtier übertraf der Ochse das komplizierter zu haltende und anspruchsvollere Pferd bei weitem. Kein Wunder, dass wir solche Ochsen vor allem dort antreffen, wo es seit alters Transitverbindungen über die Alpen gegeben hat (so etwa im Wipptal/Brenner).
Als „Mastochse“ war das Grauvieh deshalb beliebt, weil es relativ anspruchslos auf den „Ochsenalmen“ zur Schlachtreife heranwuchs. Waren die Almen fruchtbar und saftig, so konnten die Tiere ohne weitere Zufütterung direkt an die Fleischer weiterverkauft werden. Eine solche für den Bauern ideale Situation fand sich etwa auf den Almen des Schmirn- und des Valsertales (Seitentäler des Wipptales).
Deshalb ist es ein genialer Griff der dortigen Bauern, dass sie sich wieder auf diese alte Tradition besonnen haben und den „Almochsen“ als lukullische Marke in der „Genussregion“ zu neuen Höhen führen. Mit dem Fleisch vom Almochsen wird nicht nur beste Qualität genossen, sondern zugleich auch ein Stück Tiroler Traditionsgeschichte.