Sämtliche Etappen des Adlerweges setzen – unabhängig vom jeweiligen Schwierigkeitsgrad – zumindest ein Grundmaß an Fitness, Kondition und – mit wenigen Ausnahmen – ein Grundmaß an Schwindelfreiheit voraus.
Die Beschilderung und Klassifizierung der Etappen orientiert sich am
Tiroler Wander- und Bergwegekonzept des Landes Tirol, das gelbe Wegtafeln und rot-weiß-rote Bodenmarkierungen vorsieht. Die Wege wurden in Wanderwege sowie in Bergwege (rot oder schwarz – siehe Klassifizierungen) eingeteilt. Für einen
roten Bergweg sind ausreichende Fitness und eine Mindestbergausrüstung Vorbedingung, eine Person in der Gruppe braucht ausreichend alpine Erfahrung. Bei den
schwarzen Bergwegen kommt noch die Notwendigkeit von Trittsicherheit und Schwindelfreiheit aller teilnehmenden Personen dazu.
Wanderwege setzen hingegen weder Bergerfahrung noch eine bestimmte Ausrüstung voraus. Die Schilder entlang der Etappen sind mit den Farben des jeweiligen Schwierigkeitsgrades und darüber hinaus mit dem Piktogramm des Adlerweges versehen.
Im Zusammenhang mit den Begriffen
Fitness und Kondition gilt es zu beachten, dass in den Bergen der Faktor der Höhe berücksichtigt werden muss. Wer ausreichend Fitness für das Flachland besitzt, muss deswegen noch nicht fit genug für die Etappen am Adlerweg sein. Auch der übergangslose Wechsel von Meeresniveau bzw. von geringen Höhen ins Gebirge kann Probleme bereiten.
Unter
alpiner Erfahrung ist zu verstehen, dass man schon öfters Touren im (Hoch)gebirge abseits des Dauersiedlungsraums und über der Waldgrenze unternommen hat.
Trittsicherheit bedeutet, dass man sich ohne Schwierigkeiten im weglosen Gelände bewegen kann.
Schwindelfreiheit wiederum definiert sich für jeden anders. Wer beispielsweise beim Aufstieg auf eine Scharte keine Höhenangst verspürt, der empfindet unter Umständen während einer Querung im steilen, abschüssigen Gelände unangenehme Gefühle. Ein anderer fühlt sich auf einem schmalen Gipfel unwohl.
Es gilt deshalb, anhand der Routenbeschreibung die Situation im Voraus für sich selbst einschätzen.
Vor dem Start zu einer Tour muss unbedingt eine sorgfältige Tourenplanung unter Studium aller vorhandenen Informationen zur Etappe gemacht werden. Adlerwegfolder und -karte dienen nur der Übersicht und eignen sich keinesfalls für eine detaillierte Planung, für unterwegs, als Wanderführer bzw. Wanderkarte!
Die ausführliche Routenbeschreibung und Kartenausschnitte finden Sie bei den einzelnen Etappen als .pdf-Downloads. Dennoch gilt es eine topografische Karte (Maßstab 1:50.000 und kleiner) für die Planung und für die Tour selbst zur Hand zu nehmen. Außerdem muss man auf jeden Fall die aktuelle Wettervorhersage berücksichtigen.
Es heißt selbstkritisch und in Eigenverantwortung zu beurteilen, ob man den Anforderungen tatsächlich gewachsen ist. Der Rucksack sollte nicht zu schwer bepackt werden,
genügend Verpflegung (Essen und Getränke - Trinken besonders wichtig!) gehört aber in jedem Fall hinein. Darüber hinaus muss für eine
Notfallausrüstung (Erste-Hilfe-Box, Handy, Biwaksack, Taschenlampe) Platz sein. Nur mit
Bergschuhen mit Profilsohle und mit Kleidung ins Gelände, die den alpinen Anforderungen genügt. Folglich unbedingt Regenschutz und – in Regionen ab etwa 1500 Meter – selbst im Hochsommer Kappe und Handschuhe mitnehmen. Teleskopstöcke erweisen sich für steile Aufstiegs- und für Abstiegspassagen als hilfreich, nicht vergessen den Hüttenschlafsack für die Übernachtung.
Bei den Gehzeiten handelt es sich um Durchschnittswerte. Sämtliche Angaben – besonders jene, die die Schwierigkeit betreffen - basieren auf guten äußeren Verhältnissen. Bei Regen, Nässe, (Neu)schnee oder Nebel steigt der jeweilige Schwierigkeitsgrad deutlich!
Es ist am Adlerweg grundsätzlich mit alpinen Gefahren zu rechnen, die Einsichtnahme in einschlägige Führer ist unerlässlich.
Wichtige Rufnummern
Euro-Notruf: 112
(wenn die 112 statt des Pincodes eingegeben wird, sucht sich das Handy automatisch das beste Netz)
Bergrettungsnotruf: 140
Alpenvereinswetterdienst: ++43/(0)512/291600 (persönliche Beratung)