Für die Kühe und „Almerer“, so werden die Knechte auf der Alm genannt, ist der Almabtrieb jedes Jahr wieder ein aufregender Tag.

Für die „Almerer“, geht ein Sommer mit viel Arbeit und Entbehrung zu Ende – dennoch gibt es viele, für die das „auf der Alm sein“ von Jahr zu Jahr dazugehört.
In den Tagen vor dem großen Fest, wird von den Bäuerinnen, Kindern und Helfern der wunderschöne Kopfschmuck für die Kühe, „Almbuschen“ genannt, meist am heimatlichen Hof vorbereitet. Der Brauch der Heimfahrt und des „Aufbüschelns“ – wie das Anbringen des Kopfschmucks genannt wird – ist von Bauer zu Bauer sehr verschieden.
Der Almabtrieb ist ein langer Tag für die beteiligten Personen und Kühe, denn sie erwartet ein anstrengender und weiter Weg nach Hause. Die Almen der Bauern aus Reith i.A. befinden sich im Achenseegebiet, Alpbachtal und auch im Zillertal. Je nach Entfernung (bis zu 30 km) der Alm zu Reith i. A. beginnen die Vorbereitungen dementsprechend früh. Teilweise bereits um ca. 3-4 Uhr morgens geht’s los mit Melken und Putzen der Kühe. Danach werden den Kühen die Glocken umgehängt und der Reihe nach werden sie mit den selbst gemachten „Almbuschen“ geschmückt. Die fertig „aufgebüschelten“ Kühe werden dann aus dem Stall getrieben und warten bis alle bereit sind.

Die fast vergessene Kunst des Federkielstickens zeigt Georg Leitner. Aus Leder, Stoff und Pfauenfedern entstehen unter den geschickten Händen des Fachmanns prächtige Ranzen.
Um 6-7 Uhr morgens findet der große Abmarsch statt – die älteren Tiere kennen die Strecke genau. Nach vielen Stunden Gehzeit erreichen die müden Tiere am Nachmittag dann Reith im Alpbachtal, wo sie schon von tausenden Leuten erwartet werden. Stolz marschieren der Bauer und seine Gehilfen mit dem geschmückten Almvieh durch das Dorfzentrum. Und am Ende des Tages finden auch die „Almerer“ noch Zeit bei einem Gläschen die Heimkehr mit Freunden und Bekannten zu feiern.
Seit nun mehr 29 Jahren wird der „Reitherer Almabtrieb“ in Reith im Alpbachtal groß gefeiert, jeweils an 2 Samstagen im Herbst. Damals wie heute waren neben den zahlreichen Kühen auch viele Handwerker (mehr als 40 Handwerksarten), Musikgruppen und Brauchtumsaufführungen zu sehen. Natürlich gab es auch vor 29 Jahren schon den Einmarsch der Musikkapelle Reith i. A. und viele Tiroler Schmankerl zum Essen und Trinken und vor allem viel zu „schau’n“.
Reith i. A., an den Samstagen:
24.09.2011, 10:00 Uhr,
01.10.2011, 10:00 Uhr
Eintritt € 3,- pro Person, Kinder bis 12 Jahre frei.
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