Wildschönau - das Tal der gelebten Traditionen - Almabtrieb im September.
Einige bäuerliche Traditionen haben sich geändert - die Gru-Nacht gibt es aber bis heute. Sie stellt die letzte Nacht vor der Heimfahrt der "Almerer" mit ihren Tieren ins Tal dar, und so wird sie - wenn auch von Alm zu Alm unterschiedlich - dementsprechend fröhlich begangen.
Heute treffen sich die Alpbauern, Familie und Nachbarn des Almingers in der Hütte zu einem gemütlichen Hucker - bei kräftigem Essen, z.B. einem Melchermus - und auf manchen Almen sogar noch mit musikalischer Begleitung.
Die Farnkaseralm von "Almerer" Robin Silberberger ist ein typischer Treffpunkt für die Gru-Nacht. Ebenfalls gefeiert wird auf der Schönangeralm, die etwas tiefer liegt. Auf dieser Gemeinschaftsalm von 25 Bauern werden während der Sommermonate täglich über 2.000 Liter Milch zu Käse und Butter verarbeitet. Käserchef Johann Schönauer ist stolz darauf und hat bei der jährlich stattfindenden Käseolympiade schon mehrere Goldmedaillen gewonnen.
Almabtrieb in Auffach, am Samstag, 24.9.2011
Nach der Gru-Nacht werden die Tiere gemolken, die restlichen Sachen gepackt und dann die Kühe geschmückt (was man auch "aufbischen" nennt). Gemeinsam geht es talwärts. Beim großen Wildschönauer Almabtrieb in Auffach kommen über 500 Tiere gemeinsam ins Tal. Umrahmt wird der Almabtrieb von einem schönen Handwerks- und Bauernmarkt, der um 10:00 Uhr beginnt. Für die musikalische Umrahmung sorgt die Bundesmusikkapelle Auffach und eine Volksmusikgruppe aus dem Hochtal. Das Almfest dauert meistens bis spät in die Nacht, denn es gibt viel zu erzählen - vom langen, schönen Almsommer in der Wildschönau.
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