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Kristina

Das ice Q in Sölden: Alpiner Designcocktail – geschüttelt, nicht gerührt!

Aktualisiert am 16.03.2021 in Architektur

Auf über 3.000 Meter Seehöhe verschiebt und versetzt sich der Boden durch den Permafrost. Eine Herausforderung für den Architekten. Foto: Ötztal TourismusAuf über 3.000 Meter Seehöhe verschiebt und versetzt sich der Boden durch den Permafrost. Eine Herausforderung für den Architekten. Foto: Ötztal Tourismus

In seinem unverkennbaren Eiswürfel-Design thront das Bergrestaurant ice Q auf über 3.000 Höhenmeter am Gipfel des Gaislachkogels in Sölden. Schmiegt sich die Bergstation der Gaislachkogelbahn in Form einer der Länge nach aufgeschnittenen Spiralfeder an den felsigen Berg, so ist das Restaurant im Kontrast dazu als geradliniger und kantiger Baukörper konzipiert – ein fulminantes Werk des Innsbrucker Architekten Johann Obermoser, das im neuen James-Bond-Film Spectre die architektonische Hauptrolle der Szenen aus Tirol spielt.

„James, ich brauche dich“, haucht die Blondine. „England auch!“, antwortet 007 und schwingt sich auf seinen Brettern aus der Almhütte. Draußen lauern schon vier Sowjetagenten, um ihn in die Zange zu nehmen. Was Roger Moore 1977 als James Bond im Intro von „Der Spion, der mich liebte“ sagte, könnte so oder so ähnlich auch im neuen Bond-Film „Spectre“ passieren. Allerdings mit Daniel Craig und Christoph Waltz in den Hauptrollen. Statt dem Bernina Massiv in der Schweiz glitzert in diesem Film der Schnee auf den Gipfeln der Ötztaler Alpen. Regisseur Sam Mendes hat den Gaislachkogel als einen der „fantastic places“ für seinen Film gewählt und James Bond zurück in den Schnee gebracht.

Im ice Q und bei der Gaislachkoglbahn Teile des neuen James Bond – Films „Spectre“ gedreht. Foto: Das CentralIm ice Q und bei der Gaislachkoglbahn Teile des neuen James Bond – Films „Spectre“ gedreht. Foto: Das Central

Die architektonische Hauptrolle spielt das ice Q, das wohl als futuristisches Lazaret dient, in welchem der Bösewicht des neuen Bond-Streifens Übles plant. Nicht schlecht gewählt: Das ice Q ist sicherlich eines der spannendsten Gebäude in den Alpen, samt exklusivem Inhalt. Wäre es nämlich eine herkömmliche Skihütte, würden hier Germknödel oder Spaghetti auf dem Teller landen. Stattdessen servieren die Kellner im Anzug weißen Kaviar vom Alpino Stör oder im Heuöl konfierten Saibling. Gourmetküche statt Selbstbedienungsrestaurant – so lautet das kulinarische Konzept des Gipfelrestaurants.

Palast der Winde

Einer der spektakulärsten Ausblicke über die Ostalpen inspirierten Architekt Johannes Oberhofes zu seinem Entwurf. Foto: Ötztal Tourismus/Rudi WyhlidalEiner der spektakulärsten Ausblicke über die Ostalpen inspirierten Architekt Johannes Oberhofes zu seinem Entwurf. Foto: Ötztal Tourismus/Rudi Wyhlidal

Der Glaspalast auf dem Gaislachkogel bietet aber nicht nur genussfreudigem James-Bond-Fans eine hochalpine Abwechslung. Vor allem Architektur-Interessierte finden hier auf 3.048 Meter Seehöhe ein Gegenstück zur sonst üblichen Bauweise alpenländischer Regionen. Dafür verantwortlich ist der Innsbrucker Johann Obermoser. Der Architekt realisierte schon vor drei Jahren die Gebäudehülle für die neue Gaislachkogelbahn im Auftrag der Bergbahnen Sölden. Die Anlage und auch das ice Q wurde 2007 und 2013 mit dem BTV-Bauherrenpreis – eine der renommiertesten Auszeichnungen des Landes – geehrt.

Alpine Wackelböden

Auf über 3.000 Meter Seehöhe verschiebt und versetzt sich der Boden durch den Permafrost. Eine Herausforderung für den Architekten. Foto: Ötztal TourismusAuf über 3.000 Meter Seehöhe verschiebt und versetzt sich der Boden durch den Permafrost. Eine Herausforderung für den Architekten. Foto: Ötztal Tourismus

Die größte Herausforderung: der Permafrost in dieser Höhe. Aufgrund der exponierten Lage im sensiblen Permafrostbereich wurde die Fundamentierung mit drei Gebäudeteilen sehr klein gehalten. Wie bei der eigentlichen Bergstation wurden auch hier die Fundamente hinterlüftet, um das gefrorene Felskonglomerat zu erhalten. Das heißt: Höhenverstellbare Fußpunkte erlauben ein Nachjustieren, falls sich der vereiste Boden verschiebt oder versetzt. Das Gebäude selbst wirkt durch seine aufeinander gelegten Glaskuben leicht und transparent, fast, als würde man über dem Boden schweben. Höhenangst sollte man dementsprechend im Tal lassen.

Genussgipfel

Kulinarik auf wortwörtlich höchstem Niveau, ein bisschen James-Bond-Feeling und vor allem ein architektonisches Meisterwerk: Das ice Q ist mit einer Hängebrücke mit dem Gipfel des Gaislachkogels verbunden. Foto: Ötztal Tourismus/Rudi WyhlidalKulinarik auf wortwörtlich höchstem Niveau, ein bisschen James-Bond-Feeling und vor allem ein architektonisches Meisterwerk: Das ice Q ist mit einer Hängebrücke mit dem Gipfel des Gaislachkogels verbunden. Foto: Ötztal Tourismus/Rudi Wyhlidal

Über einen Tunnel gelangt man von der Bergstation witterungsgeschützt zum Eingangsbereich des Restaurants, wo ein mittels farbiger LED-Beleuchtung inszeniertes Weindepot für mehrere Barrique-Fässer gleich deutlich macht, dass den Gast hier Gastronomie auf höchster Ebene erwartet. Ebenerdig geht es weiter in die auskragende Restaurant-Ebene mit 100 Sitzplätzen im Innenraum und einer südseitig vorgelagerten Terrasse. Ein Geschoss weiter oben befindet sich eine Lounge-Bar, die als Multimediaraum für Präsentationen, Meetings und andere exklusive Veranstaltungen genutzt werden kann. Auch der James-Bond-Filmcrew diente die Lounge für fast ein Monat als Refugium. Ganz oben am Dach des ice Q liegt eine von außen zugängliche Aussichtsplattform, die als spezielles Highlight über eine Hängebrücke mit dem Gipfel des Gaislachkogel verbunden ist.

In den Innenräume dominieren geschnittener und gebrochen verlegter Naturstein vom Gletscher, unbehandelte Massivhölzer, hochwertige Lodenstoffe und Schafwolle. Bei aller Liebe zur postmodernen Architektur: Ein bisschen Tirol darf nicht fehlen. Der Barbereich wurde in symbolischer Anlehnung an offene Feuerstellen und von Rauch geschwärzter Küchen komplett in Schwarz ausgeführt. Da findet man es fast schade, dass hier keine Bar-Szene gedreht wurde. Bond hätte bei dieser spektakulären Aussicht sicher gerne seinen Martini getrunken. Oder war es Bier? Man darf gespannt sein.

Aktuelle Öffnungszeiten und Angebote findet ihr hier: www.soelden.com

Kristina Erhard war schon viel unterwegs, am liebsten in Afrika. Immer wieder hat es die studierte Geografin aber zurück in die Heimat gezogen - bis sie schließlich in Tirol ihr Zuhause gefunden hat und nun auf ihrem Blog „G’spür“ mit viel Begeisterung schreibt, was sie hier sieht, fühlt und schmeckt.

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