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Aktualisiert am 25.09.2020 in Empfehlungen

Es muss nicht immer Asphalt sein: Radfahren am Reither Kogel im Alpbachtal.
, © Tirol Werbung, Georg MarshallEs muss nicht immer Asphalt sein: Radfahren am Reither Kogel im Alpbachtal. ©

Fast die Hälfte des Co2-Fußabdrucks eines Alpenurlaubs entfallen auf die An- und Abreise. Windsurfbrett auf dem Dach, Mountainbike auf dem Gepäckträger, Crashpad im Kofferraum oder Kletterausrüstung auf dem Rücksitz – muss das sein? Nicht in Tirol. Hier gibt es mehr als 500 Leihservices und Rentals, bei denen sich Sportler das passende Equipment mieten können. Was bei Ski und Snowboards längst Normalität ist, klappt auch im Sommer perfekt. Beispiele für einen reibungslosen Rental-Service, der neue Perspektiven eröffnet – auch auf die Anreise.

Im Ötztaler Mountainbike-Himmel

Auf dem Leiterberg-Trail in der Bike Republic., © Tirol Werbung, Peter NeusserAuf dem Leiterberg-Trail in der Bike Republic. ©

Wer eine Auszeit von den Höhen und Tiefen des Alltags sucht, findet sie im Auf und Ab der vielen Trails in und um Sölden. Pumptracks, traumhafte Natur-Trails sowie MTB- und Enduro-Strecken mit unterschiedlichsten Fahrprofilen und stets einem einzigartigen Panorama bieten den Besuchern der Bike Republic Sölden jede Menge Abwechslung und Herausforderungen. Hier kann man sein Zweirad getrost zu Hause lassen. 13 Sportgeschäfte und -Filialen bieten einen Verleih für Bikes an, mit denen man die Strecken fahren kann – vom 8-Kilometer-Kurztrack bis hin zum anspruchsvollen 34-Kilometer-Trail am Gletscher. „Wir sind definitiv eine hervorragende Enduro-Destination hier in Sölden“, sagt Matthias Sommavilla von der Bike Rent Station Sölden/Ötztal. Unter diesem Dach haben sich vor vier Jahren die Sporthütte Fiegl und Sport Riml zusammengeschlossen, um nicht nur beim Ski-, sondern auch beim Bikeverleih zu kooperieren. Seit 13 Jahren ist Sommavilla selbst aktiver Enduro- und Downhill-Fahrer. Der Fokus auf den Enduro-Bereich komme gerade jenen entgegen, die nicht regelmäßig auf Trails unterwegs sind. „Enduros sind einfach näher am eigenen Rad, das man von zu Hause kennt.“ Aber auch sehr erfahrene Fahrer lassen ihre Räder zuhause. Rund zehn Prozent der Bike-Leiher seien echte Cracks. Ob von der spanischen Marke Mondraker, von Norco oder Rocky Mountain aus Kanada oder Focus aus Deutschland – High-End-Bikes sind ebenso stark nachgefragt wie Einsteiger-Modelle. Weiterer Vorteil des Verleihs: Man bekommt immer ein aktuelles und komplett gewartetes Modell. Älter als zwei Jahre ist keines der weit über 100 Zweiräder im Miet-Fuhrpark. Lagerspiele, Bremsen, Bremsscheiben, Reifen – all diese Teile müssen nach jeder Vermietung geprüft und gegebenenfalls getauscht werden. Nach einer gründlichen Reinigung, versteht sich.

Crashpads mieten zum Bouldern im Pitztal

Bouldern im Pitztal. Foto: TVB Pitztal, © TVB PitztalBouldern im Pitztal. Foto: TVB Pitztal ©

Auch wenn die Anzahl der Boulderer im Pitztal – ähnlich wie im Zillertal – in den letzten Jahren stetig gestiegen ist, gehören die Crashpad-Träger noch nicht zum gewohnten Landschaftsbild. Die Frage, was man mit der „Matratze“ auf dem Rücken denn im Wald macht, haben schon einige gehört, die mit dem Crashpad in Richtung Mandlers Boden schlendern. Die Antwort ist einfach: Die Matte aus unterschiedlich harten Schaumstofflagen wird dort auf dem Boden ausgebreitet, wo man im Falle eines Sturzes vom Felsen aufkommen würde. Denn beim Bouldern – also Klettern bis zu etwa 3,5 Metern Höhe – ist man nicht durch Gurt und Seil, sondern lediglich durch das Crashpad am Boden abgesichert.

Seit knapp vier Jahren kann man sich die Crashpads im Pitztal auch leihen. Und zwar direkt bei der Tourismusinfo in Wenns oder bei der Bergführerstelle Mandarfen. Das Reise-Gepäck für Boulderer schrumpft dadurch erheblich. Drei Personen und drei Crashpads in einem Auto? Bei einem Packmaß von ca. 1,20 auf 60 Zentimeter  – zugeklappt, versteht sich – eine ziemliche Herausforderung. Von der Anreise mit dem Zug mal ganz zu schweigen.  Da ist es wenig überraschend, dass immer mehr Besucher und Touristen den Verleihservice in Anspruch nehmen. „Vor allem in den Sommermonaten, im Juli und August, sind unsere Crashpads sehr stark nachgefragt“, berichtet Elena Jenewein von der Tourismusinfo Pitztal. Generell sei das Interesse am Bouldern in den letzten Jahren deutlich gestiegen, erzählt sie. Kein Wunder – etwa 180 Routen in allen Schwierigkeitsgraden (von 3 bis hin zu 8a und 8a+) gibt es in Mandlers Boden.

Weitere Informationen zu den Leihmöglichkeiten, zum Bouldern im Pitztal sowie die Topographie für das Bouldergebiet  Mandlers Boden.

Alpinismus mit Zwischenstopp in Innsbruck

Am Innsbrucker Klettersteig. Das nötige Equipment kann man sich beim Alpenverein Innsbruck ausleihen., © Tirol Werbung, Frank StolleAm Innsbrucker Klettersteig. Das nötige Equipment kann man sich beim Alpenverein Innsbruck ausleihen. ©

Wer in die hohen Bergen und Felsen Tirols steigen möchte, muss ebenfalls keine eigene Ausrüstung mitbringen. Die bekommt man – Mitgliedschaft vorausgesetzt – beim Alpenverein Innsbruck. Was gerade Hochkonjunktur im Verleih hat, ist stark saisonabhängig, erklärt Mike Rutter vom Alpenverein Innsbruck. Der Dauerbrenner im Winter: Lawinen-Ausrüstung. Sonde, Schaufel, LVS-Gerät.

Im Sommer sieht das freilich anders aus, dann wird wöchentlich vor allem eines angefragt: Klettersteigsets. „Wir haben sehr viele Wiederholungstäter“, lacht Rutter. „Vor allem für Leute, die nur zwei- oder dreimal im Jahr einen Klettersteig gehen, lohnt es sich kaum das teure Equipment zu kaufen. Bei der Notfallausrüstung für den Winter sieht es ähnlich aus“, sagt Rutter. Ein weiterer Vorteil des Leihens: Man bekommt immer hochwertige Ausrüstung, die auf dem neuesten Stand der Technik ist. So werden die Klettersteigsets beispielsweise alle drei Jahre ausgetauscht. Die gebrauchten bietet der Alpenverein dann vergünstigt zum Verkauf an. Die regelmäßige Wartung gehört natürlich ebenfalls dazu und macht den Equipment-Verleih für den Alpenverein ziemlich aufwändig. Nach jedem Gebrauch werden die Klettersteigsets auf mögliche Schäden gecheckt, Karabiner werden getestet, die Grundplatten der Steigeisen müssen ebenso kontrolliert werden wie die Batterien der LVS-Geräte. Ein Service, auf den sich der Urlauber verlassen kann.

Ob sich das Leih-Verhalten in den vergangenen Jahren geändert hat? Definitiv, sagt Rutter. Es wird deutlich mehr ausgeliehen als früher. Seit zehn Jahren ist er mittlerweile beim Alpenverein und kann einen deutlichen Trend feststellen: „Das Freizeitverhalten ist in den letzten Jahren sehr sportlich geworden. Sport und Berge, das passt einfach gut zusammen“, sagt er. Viele Urlauber würden deshalb schon im Voraus anrufen, bevor sie nach Tirol kommen und reservieren sich die entsprechende Ausrüstung. Ebenfalls ein Dauerbrenner: Kletter- und Boulderführer. Vor allem beim jüngeren Publikum. Klar, Innsbruck ist eine Studentenstadt – und am Wochenende geht es für die meisten von ihnen raus in die Berge.

Weiteres Equipment, das der Alpenverein in Innsbruck verleiht: Schneeschuhe, Fiegl, Tourenadapter für Skibindungen, Helme, Klettergurte, Pickel, Steigeisen, Bussole (spezieller Kompass), Karten.

Surfen, Segeln, Stand-Up-Paddeln – Wassersport am Achensee

Idylle pur: Segeln am Achensee. Foto: W9 Studios, © W9 StudiosIdylle pur: Segeln am Achensee. Foto: W9 Studios ©

Soll es ein Segelboot sein oder doch lieber ein Kanadier? Ein Stand-Up-Paddling-Board oder eine Windsurf-Ausrüstung? Es finden sich Miet-Stationen überall rund um den See: Angefangen bei der Wassersportschule und dem Wassersportzentrum in Maurach bis zum Bootsverleih in Pertisau. Infos über die Angebote und Leih-Möglichkeiten vor Ort gibt es zudem bei den Tourismusinfos vor Ort.

Für Rouleure und Bergfahrer – mit dem Rental-Rennrad durch Tirol

Auf dem Alpbachtal-Giro., © Tirol Werbung, Georg MarshallAuf dem Alpbachtal-Giro. ©

In Tirol haben sich neben den harten Bergfahr-Klassikern von Timmelsjoch bis Kitzbüheler Horn viele Regionen als Rennrad-Hotspots mit ausgewiesenen Rennrad-Routen etabliert. Perfekte Bedingungen gibt es zum Beispiel rund um den Ausgangspunkt Alpbachtal mit mehr als 22 ausgewiesenen Touren, von entspannten Flachetappen im Unteren Inntal bis hin zu echten Herausforderungen wie zum Beispiel der 116 Kilometer lange Route „Giro Region 31“ auf der 2250 Höhenmeter bewältigt werden müssen (also eher ein Tipp für geübte Rennradfahrer). Wesentlich einfacher geht es bei der „Kleinen Seenrunde“ über Breitenbach und Schönau zu, die auch für Anfänger geeignet ist. Hier gibt es eine Übersicht der schönsten Touren ausgehend vom Alpbachtal: https://www.alpbachtal.at/de/sommer/biken-radfahren/rennradstrecken

Wir empfehlen bei der Anreise den Zug bis Innsbruck zu nehmen und bei dem Shop „Crazy Bikes“ zu leihen. Der ist neben hochwertigen Mountainbikes auch auf Rennräder spezialisiert. Vom eher gemütlichen Marathon-Modell für Freizeitfahrer bis zum Carbon-Renner für Ausdauer-Cracks gibt es eine große Auswahl an perfekt gewarteten Rädern, unter anderem von der Marke Trek.

Ebenso fündig wird man beim Shop und Rental-Service die Börse in der Leopoldstraße in Innsbruck. Der Verleih-Service hat sogar sonntags geöffnet. Roadbikes und Rennräder für Freizeit-Rouleure oder Profis gibt es hier ebenso tage- oder wochenweise zu mieten wie Downhill- und Enduro-Bikes (natürlich auch mit E-Antrieb) sowie das passende Zubehör – vom Helm über Bikeschuhe bis hin zu Protektoren.

Alexander Zimmermann ist so oft es geht am Berg – meist in Wander- oder Kletterschuhen. Im Winter allerdings ebenso gerne auf Alpinen oder Langlauf-Ski. Als Journalist und Stratege pendelt er zwischen München, Tirol, Hamburg und Heidelberg.

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