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„Du“ oder „Sie“? Pro & Contra.

Aktualisiert am 09.07.2018 in Krimskrams

Christina und Michael neu

In Tirol spielt die Frage, wie man sich ansprechen soll, selten eine Rolle, denn sehr schnell sind die Leute hier per Du. Manche Menschen, die neu hier sind, irritiert das. Anderen gefällt es. Michael und ich diskutieren in diesem Blogbeitrag Pro und Contra des Tiroler „DU“.

Christina:

In Tirol seima oanfoch per „Du“.
Des isch  so und soll a so bleibn!

Im Deutschen gibt es eine Höflichkeitsform. Und ich habe gehört, dass das „Sie“ außerhalb von Tirol recht häufig benützt werden soll. Zum Beispiel in deutschen Spielfilmen. Da haben die Darsteller zusammen einen Flugzeugabsturz überlebt, sich gemeinsam durch den Dschungel geschlagen, Insekten gegessen und mit den bloßen Händen gegen wilde Tiere gekämpft. Und am Ende bei ihrer Rettung flüstern sie sich gegenseitig mit letzter Kraft zu: „Danke, dass Sie das mit mir durchgestanden haben!“ Also das finde ich schon richtig seltsam.

Das „Du“ erleichtert die Kommunikation, egal wo. Zum Beispiel im Büro. Da sieht die man die Kollegen öfters und länger als die eigene Familie und tauscht nichts sagende Höflichkeiten aus? Da kann ich nur den Kopf schütteln. Was wirklich interessiert, wird nicht angesprochen. Da gibt es Frau Lener vom Büro nebenan. Die etwas seltsam ist. Und die man neulich mit einem attraktiven Dunkelhaarigen auf der Straße gesehen hat. Man platzt vor Neugierde, fragt aber nicht wegen der diskreten Höflichkeitsbarriere. Nachdem man Frau Lener das „Du“ angeboten hat, erkennt man, dass „Laura“, wie sie mit Vornamen heißt, gar nicht seltsam ist, sondern nett und gerne hilft, wenn Not am Mann ist (damit ist jetzt nicht der Dunkelhaarige gemeint).

Ist es nicht auch so, dass die besten Geschäfte am Wirtshaustisch abgeschlossen werden? Und ganz bestimmt nicht mit den Worten „Möchten Sie vielleicht noch eine Apfelschorle?“ sondern eher mit „Mogsch no wos trinkn?“ besiegelt werden?
Selbst wenn es Unstimmigkeiten gibt, ist das Duzen besser. Ein „Du Trottel!“ kommt leichter von den Lippen als ein „Sie Trottel!“. Was im ersten Moment böse klingt, ist nur ein harmloses Abreagieren von Ärger, der sofort verpufft und somit gar nicht erst über Jahre das Betriebsklima oder die Geschäftsbeziehung vergiften kann.

Und im Urlaub? Viele Gäste sind begeistert von der unkonventionellen Art der Tiroler. Wir machen zumindest bei der Anrede keinen Unterschied, ob Deutscher oder Einheimischer, das „Du“ verbindet Völker auf kürzeste Weise. Gibt es etwas Gastfreundlicheres? Eben. Und alle, die das selbstverständliche „Du“ im Tal schon stört, sollten beim Wandern in den Tiroler Bergen gewarnt sein. Denn ab 1.000 m Seehöhe sagt man sowieso „Du“ zu jedem, ob Studentin, Bankdirektor, Bäuerin oder Gynäkologe, ob 10 oder 80 Jahre auf dem Buckel, da kommt keiner drumherum.

Zuagroaßte sollen sich somit am besten gleich an das Duzen in Tirol gewöhnen. Ändern wird sich das nämlich nie.

Michael:

Ich wünsche mir manchmal einen höflicheren Umgang der Leute miteinander.
Dazu gehört für mich auch, dass man unbekannte Personen „siezt“.

„Grias Di! Und, freust Du dich schon auf die Wurzelbehandlung?“ Äh, nein, ich freue mich nicht darauf, werter Herr Zahnarzt… Das „Du“ nimmt in Tirol schon solch schmerzliche Ausmaße an, dass ich nirgends mehr davor sicher bin. Wildfremde Menschen sprechen mich im Alltag per Du an. „Und, was magst Du essen?“ im Restaurant. „Welche Bergschuhe brauchst Du denn genau?“ im Sportgeschäft. „Die Nudeln findest Du im zweiten Regal rechts oben.“ im Supermarkt. Mir reicht’s!

D und U. Im Berufsalltag verwirren mich diese zwei Buchstaben regelmäßig. Ein Anruf einer unbekannten Person im Büro: „Grias Di. Da isch da Hans. Kannsch Du mir weiterhelfen?“ Äh ja, wobei bitte? Und mit wem spreche ich eigentlich? Noch lieber helfe ich Ihnen, wenn Sie beim ersten Anruf die Höflichkeitsform „Sie“ verwenden. Ich bin schließlich kein Lehrbub.

In der Skihütte, auf der Alm und in vielen touristischen Betrieben gilt das ungeschriebene Gesetz, die Gäste per „Du“ anzusprechen. Das ist ja ganz lieb gemeint, sollte aber wirklich von Herzen kommen. Wenn das „Du“ aber nur dazu dient, mir Gastfreundlichkeit vorzugaukeln, obwohl das Essen eine halbe Stunde zu spät kommt, dann werde ich sicher nicht sagen: „Entschuldigen Sie bitte, haben Sie an mein Essen gedacht?“ Vielmehr klingt das dann so: „Hey Du, wo bleibt mein Essen?“ Das gastfreundlich gemeinte „Du“ kann somit schnell nach hinten losgehen.

Manch Einheimischer schimpft hier gern auf die so genannte Amerikanisierung. Auf McDonalds. Auf Halloween. Und auf andere Dinge, die die Urtiroler Kultur vermeintlich unterlaufen. Wie schaut es da mit dem „You“ aus? In der englischen Sprache gibt es ja de facto keine Höflichkeitsform. Da ist die Amerikanisierung anscheinend voll okay.

Die deutsche Sprache bietet durch das „Sie“ viel mehr Spielraum für Abstufungen, je nachdem, wie gut ich jemanden schon kenne. „Du“ ist zwar ganz nett, wenn ich mich irgendwo am Berg oder unter Freunden bewege. Menschen, denen ich zum ersten Mal im Leben begegne, spreche ich aber höflichkeitshalber lieber mit „Sie“ an.

Wie denkt ihr darüber? Wir freuen uns über eure Kommentare!

Mit ihrem Blick für Details erkundet Christina Schwemberger Land, Stadt und Leute und bringt die Eigenheiten der Tiroler mit einem Augenzwinkern auf den Punkt.

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