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Esther

Die Hauswand als Leinwand: Street Art und öffentliche Kunst in Innsbruck

Aktualisiert am 05.09.2021 in Kulturleben

„Wer dichten kann, ist besser dran“, stand einmal auf einer Innsbrucker Mauer. Und wer Kunst kann, noch besser, könnte man ergänzen. Denn Urban Art ist mehr als ein origineller Spruch auf einer Betonwand. Wir verraten euch, wo ihr in der Stadt neueste Graffiti aber auch geschichtsträchtige Fassaden findet. 

1. Mann mit Hut

Ein Tiroler wie aus dem Riesenrundgemälde wacht über „seine“ Wand in der Zeughausgasse.
, © Esther PirchnerEin Tiroler wie aus dem Riesenrundgemälde wacht über „seine“ Wand in der Zeughausgasse. © Esther Pirchner

Mit dem Auftrag für ein Schwarz-Weiß-Bild auf einer Mauer in der Zeughausgasse beugte der Wandbesitzer einer ungewollten Besprühung mit Graffiti vor. Stattdessen ließ er sich vom Künstler Lukas Goller einen Mann mit Hut auf die Fassade malen. Die Inspiration dazu holte sich Goller vom Riesenrundgemälde im Tirol Panorama – das ist zwar kein Wandbild, sondern eine riesige Leinwand, aber trotzdem sehenswert.

2. HNRX - tausche Spraydose gegen Pinsel

20 Meter hoch erstreckt sich HNRX’ Wandgemälde zum Maximilianjahr.
, © HNRX20 Meter hoch erstreckt sich HNRX’ Wandgemälde zum Maximilianjahr. © HNRX

Unter den aus Tirol stammenden Street Artists ist er der bekannteste: HNRX, in seinen Anfängen Spezialist für Essbares in gesprayter Graffiti-Form. Von der „INNS’WURSCHT“-Parodie bis zu explodierenden Shrimps fand viel Kulinarisches auf den Wänden Innsbrucks Platz. Inzwischen international renommiert, hat HNRX die Spraydose gegen Pinsel und Rollen ausgetauscht. Oft sind es Auftragsarbeiten der Kommunen, wie das Gemälde auf der Rückwand des Hauses Maximilianstraße 9. 

3. Kommt ein Vogel geflogen

Neue Malerei im Stadtraum: Gemälde in der Salurner Straße. 
, © Esther PirchnerNeue Malerei im Stadtraum: Gemälde in der Salurner Straße.  © Esther Pirchner

Abgesehen von den städtischen Freiflächen sind gestaltbare Hausfassaden in Innsbruck selten, die Wand eines etwas zurückversetzt von der Salurner Straße 18 gelegenen niedrigen Gebäudes fällt daher besonders auf. Aktuell ist die Wand mit Vögeln und abstrakten Formen geschmückt.

4. Ursula Beiler: Grüß Göttin

Die Göttin grüßt und stellt Geschlechterrollen infrage. Das sorgt regelmäßig für Vandalenakte. 
, © Esther PirchnerDie Göttin grüßt und stellt Geschlechterrollen infrage. Das sorgt regelmäßig für Vandalenakte.  © Esther Pirchner

Was so ein kleiner Unterschied ausmacht! Ursula Beilers Kunstwerk "Grüß Göttin" setzt auf die Irritation, wenn Geschlechterrollen getauscht werden. Nicht alle regt das zum Nachdenken an, manche regt es einfach nur auf. Das derzeit meistdiskutierte Kunstwerk im öffentlichen Raum steht im Kreisverkehr bei der Autobahnauffahrt Innsbruck Mitte.

5. Die dunkle Seite der Macht

Darth-Vader-Kopf mit später hinzugefügtem Kommentar. Urheber: Beide unbekannt. 
, © Esther PirchnerDarth-Vader-Kopf mit später hinzugefügtem Kommentar. Urheber: Beide unbekannt.  © Esther Pirchner

Möge die Macht mit euch sein, wenn ihr am Haus Müllerstraße 28 vorbeigeht. Zumindest auf Hüfthöhe könnte es gefährlich werden, denn dort hat ein Künstler oder Star-Wars-Fan Darth Vader im Schutz der Dunkelheit ein Denkmal gesetzt. Rätselhaft blieb sein Auftauchen über Nacht auch der Bewohnerschaft des Hauses. Wenn ihr in der Gegend ein seltsam röchelndes Schnaufen hört und den Satz „Ich bin dein Vater“, wechselt lieber die Straßenseite.

6. Max Weiler – Ankunft und Abschied

Einst diskutiert, heute gefeiert: Bahnhofshalle mit „Innsbrucks Gegenwart“ von Max Weiler.
, © Esther PirchnerEinst diskutiert, heute gefeiert: Bahnhofshalle mit „Innsbrucks Gegenwart“ von Max Weiler. © Esther Pirchner

Fortfahren – ankommen – ein letzter oder ein erster Blick auf die Stadt: Die Bilder in der Halle des Innsbrucker Hauptbahnhofs malte Max Weiler (1910–2001) Anfang der 1950er-Jahre. Ursprünglich als Fresken an gegenüberliegenden Wänden erstellt, wurden sie mitsamt dem Untergrund abgenommen und nach dem Bahnhofsneubau und einer Restaurierung 2003 nebeneinander platziert. Die Bilder, die bei ihrer Enthüllung heftig diskutiert wurden, gelten heute als Meisterwerke des 20. Jahrhunderts.

7. style conception – Fassade = Galerie

Eine der wechselnden Fassadengestaltungen am Haus Mentlgasse, dem Standort von open space style conception: Michelle Schmollgrubers  Gummibäume.
, © Michelle SchmollgruberEine der wechselnden Fassadengestaltungen am Haus Mentlgasse, dem Standort von open space style conception: Michelle Schmollgrubers  Gummibäume. © Michelle Schmollgruber

Den Außenraum in die aktuellen Ausstellungen einzubeziehen, gehört in der Galerie open space style conception in der Mentlgasse 12 dazu: Einmal ist es ein Graffiti, einmal ein Rieseninsekt aus Teppichstücken, einmal wachsen Röhren aus der Fassade und zuletzt kunstvolle Gummibaumblätter. Im Durchgang zwischen Mentlgasse und Pechestraße gibt es also immer wieder Neues zu sehen – und damit auch immer wieder neue Anregungen, die Galerie zu besuchen.

8. Walter Honeder – Kunst am Bau

Kunst am Bau von Walter Honeder. Sgraffito ist eine Putz-Kratz-Technik, die sowohl handwerkliches als auch künstlerisches Können erfordet.
, © Esther PirchnerKunst am Bau von Walter Honeder. Sgraffito ist eine Putz-Kratz-Technik, die sowohl handwerkliches als auch künstlerisches Können erfordet. © Esther Pirchner

In ganz Tirol sind die farbenfrohen Sgraffiti von Walter Honeder (1906–2006) zu finden: am Postamt in Sölden und am Kindergarten in Kolsass, an der Volksschule im Sieglanger und am Gemeindeamt Kramsach. Oft sind es Szenen aus Leben und Natur Tirols. Auch in Innsbruck hat Honeder seine Spuren an Hauswänden hinterlassen, zum Beispiel mitten in der Altstadt und an einem Wohnhaus in der Hunoldstraße. 

9. de-decode de-recode re-decode re-recode

Christoph Hinterhuber, de-decode de-recode re-decode re-recode, 2020
Foto: TLMF, Christoph Schwarz
Christoph Hinterhuber, de-decode de-recode re-decode re-recode, 2020 Foto: TLMF, Christoph Schwarz

Bis 2018 prangte auf der denkmalgeschützten Stahlbrücke der aufgelassenen Hungerburgbahn die rosafarbene Neonschrift „de-decode de-recode re-decode re-recode“ von Christoph Hinterhuber. Während im Frühjahr 2020 alle Museen geschlossen waren, schuf Hinterhuber mit der Neuproduktion des Schriftzugs für die Fassade des Tiroler Landesmuseum Ferdinandeum, Museumstraße 15, ein neues, markantes Lichtzeichen in der Stadt. Mit Maßen von 90 mal 5.600 cm ist die Schrift ein weithin sichtbares Werk und zugleich ein Versprechen, dass die Kunst fortdauert.

Für Urban-Art-Künstler:innen hat die Stadt Innsbruck mehrere Flächen freigegeben, beispielsweise bei der Unterführung beim Kreisverkehr Olympiaworld. Ein Teil davon ist allgemein zugänglich, ein Teil davon mit Anmeldung unter Tel. 0512 5360-3114.

Esther Pirchner beschäftigt sich beruflich  - aber vor allem begeistert - mit Musik und Kultur.

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