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Blaue Berge, spruchreifes Porzellan

Aktualisiert am 15.12.2021 in Kulturleben, Fotos: Gerhard Berger

Blau ist ihre Lieblingsfarbe und Kunst darf auch dekorativ sein. Mit frechen Sprüchen auf Porzellan und Bergbildern behauptet sich Hannah Philomena Scheiber in der internationalen Kunstszene.

Feministische, politische oder einfach freche Sprüche auf Porzellan – zugleich witzig und ein Denkanstoß.
Feministische, politische oder einfach freche Sprüche auf Porzellan – zugleich witzig und ein Denkanstoß.

Bergbilder lehnen an der Wand und auf der Staffelei, in einer Ecke hängen alte, schön beschriftete Porzellanteller, und mittendrin steht Hannah Philomena Scheiber, die den Pinsel mit schnellen Bewegungen über die Leinwand führt. Die junge Künstlerin malt gerne rasch – nicht nur im Winter, wenn es in ihrem Atelier in Imst frostig ist. „Ich bin ein extrem ungeduldiger Mensch“, sagt sie und: „Oft sind es nur ein paar Pinselstriche, die Licht und Schatten ausmachen. Es braucht beides, damit ein Berg auf der Leinwand entstehen kann.“

Von Wien über Florenz und New York wieder zurück nach Imst in Tirol: die künstlerischen Stationen von Hannah Philomena Scheiber.
Von Wien über Florenz und New York wieder zurück nach Imst in Tirol: die künstlerischen Stationen von Hannah Philomena Scheiber.

Urweibliches Ultramarinblau

Zum Motiv der Berge fand sie über das Malen von Trachtenfalten. Auch dabei ging es um Licht und Schatten, um abstrakte Formen und Symbole. „Berge geben mir das noch mehr als Stoffe“, meint die Künstlerin und verweist aufs Aufwachsen in Tirol. Dass mehr dahintersteckt als ein alpines Heimatgefühl, zeigt schon die Farbwahl: ein leuchtendes Blau, das sie in verschiedenen Nuancen mischt. „Ultramarinblau war früher eine der wertvollsten Farben. Die Farbe des Urweiblichen verwendete man, um die Muttergottes mit einem blauen Marienmantel zu würdigen. Es hat mich unglaublich angesprochen, damit ganz reduziert, nur in diesen Schattierungen zu arbeiten.“

Scheiber setzt die Farbe Blau auch als Reminiszenz an das Urweibliche ein.
Scheiber setzt die Farbe Blau auch als Reminiszenz an das Urweibliche ein.

Malen „für die Ewigkeit“

Die Farben bezieht sie von der traditionsreichen Firma Zecchi in Florenz, ihrem zweiten Studienort nach Wien. Dort konnte sie „komplett in die Malerei eintauchen“ und zu diesem Ausdrucksmittel zurückkehren. „Pigmente und Bindemittel miteinander zu mischen und ‚für die Ewigkeit‘ auf Leinwand haltbar zu machen, hat mich schon als Kind fasziniert“, sagt Hannah Philomena Scheiber.

Sprüche, Bilder und Zitate, wohin der Blick auch fällt. Hier eine Abwandlung von Jean Cocteaus "Mirrors should think longer, before they reflect."
Sprüche, Bilder und Zitate, wohin der Blick auch fällt. Hier eine Abwandlung von Jean Cocteaus "Mirrors should think longer, before they reflect."

Kunst darf auch dekorativ sein

Ihre Gemälde sind so groß wie ein Zeichenblatt oder so hoch wie eine Wand. In Imst gestaltet sie demnächst die Fassade an einem alten Haus. In Längenfeld prangt schon jetzt eine ihrer blau-weißen Berglandschaften an einem Sportgeschäft. Die Frage, ob Kunst dekorativ sein darf, stellt sich dabei nicht. „Ich habe diesen amerikanischen Zugang, den ich beim Studium in New York erlebt habe. Dort gibt es keine Unterscheidung zwischen Deko und Fine Arts.“

Verlaufende Farbe setzt Hannah Philomena Scheiber als Symbol für das Zerrinnen der Gletscher im Klimawandel ein.
Verlaufende Farbe setzt Hannah Philomena Scheiber als Symbol für das Zerrinnen der Gletscher im Klimawandel ein.

Porzellan mit Ausdruck

Ungewöhnlich sind auch Hannah Philomena Scheibers gedruckte Sprüche auf feinem Küchenporzellan. Die Teller machen sich gut als Etageren, Servierplatten oder Wandschmuck. Erst auf den zweiten Blick nimmt man wahr, was da eigentlich draufsteht: feministische, politische oder einfach freche Sprüche – zugleich witzig und ein Denkanstoß. Sie bringen der Künstlerin viel positives Feedback und sind wie alles hier im Atelier: schön anzuschauen, mit Köpfchen gemacht und mit großem Können ausgeführt.

Kunst und Dekoration sind für Hannah Philomena Scheiber kein Widerspruch.
Kunst und Dekoration sind für Hannah Philomena Scheiber kein Widerspruch.

Esther Pirchner beschäftigt sich beruflich  - aber vor allem begeistert - mit Musik und Kultur.

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