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Esther

Kino ist ein unschlagbares Produkt

Aktualisiert am 11.08.2021 in Kulturleben

Leokino-Leinwand

„Leo“ nennen es die Filmfans liebevoll. Das hat seinen guten Grund: Das Innsbrucker Leokino hat alles, was ein Lichtspieltheater braucht: Plüschige Kinosessel, genug Platz für die Beine, einen Samtvorhang und High-End-Technik für den perfekten Filmgenuss. Eine Liebeserklärung.

Beim Eingang lachen Michel und Pippi Langstrumpf von den Plakaten, hinter der Bar warten Rumkugeln und Gummibärchen. Mit seiner eigenständigen Programmierung, Filmen in Originalfassung und cineastischen Raritäten hat sich das Innsbrucker Leokino ein treues Stammpublikum erarbeitet. Doch warum eigentlich noch ins Kino gehen, wenn man jeden Film ohnehin streamen kann?

„Das Kino totzusagen, ist unsinnig“, sagt Tanja Helm lachend. Die studierte Kunsthistorikerin ist für das Programm der Tiroler Institution zuständig. „Es hat in den letzten hundert Jahren viele Veränderungen und technische Neuerungen gegeben, aber das Kino gibt es immer noch. Gerade die Leute, die daheim Filme streamen, kommen ins Kino, um dieses Erlebnis zu haben. Wir haben ein unschlagbares Produkt und wir werden weiterhin zeigen, wie lässig das ist.“

Im Leokino gibt es Projektoren für 16mm-, 35mm- und 70mm-Filme.
Im Leokino gibt es Projektoren für 16mm-, 35mm- und 70mm-Filme.

Tanja Helm erledigt die Programmierung in Leokino und Cinematograph.
Tanja Helm erledigt die Programmierung in Leokino und Cinematograph.

Leokino und Cinematograph

In einem der Vorführräume bekomme ich einen Eindruck davon, was im Leokino alles möglich ist. Mit den Projektoren des Kinos kann analoge Filmkunst in den Formaten 16 und 35mm, ja sogar 70mm gezeigt werden. Vor einigen Jahren hielt auch das digitale Kino Einzug, 3D-Filme werden in der zweiten Spielstätte, dem „Cinematograph“ gespielt. „Wir bekommen Kunstwerke in die Hand, in die sehr viele Menschen sehr viel Arbeit gesteckt haben“, sagt Tanja Helm.

In Innsbruck gibt es viele Filmaficionados, die sich noch an die Anfänge des Programmkinos erinnern. 1975 von einer Gruppe Tiroler Filmbegeisterter als „Otto Preminger Institut“ gegründet, entwickelten sich der Cinematograph vom selbst ausgebauten Minikino zu einem professionellen Kinobetrieb. Ende der 1990er ergab sich die Möglichkeit, das in die Jahre gekommene Leokino anzuschließen. Vielleicht auch, weil in Innsbruck zeitgenössische Architektur gerade en vogue war, unterstützte die öffentliche Hand den Umbau des Kinos nach Plänen von Kurt Rumplmayr.  

Plüschige Sessel und ein eleganter Samtvorhang gehören zur stilvollen Ausstattung des Leokinos.
Plüschige Sessel und ein eleganter Samtvorhang gehören zur stilvollen Ausstattung des Leokinos.

Durch ein Fensterchen haben die Vorführer:innen die Leinwand immer im Blick.
Durch ein Fensterchen haben die Vorführer:innen die Leinwand immer im Blick.

Ein Arbeitsplatz für Alleskönner

Routiniert bedient Tanja Helm den Projektor, das Vorführen hat sie vor einigen Jahren gelernt, so wie sie sich auch alle anderen Arbeiten im Kino angeeignet hat. Es gehört zum Understatement im Leokino, dass alle alles können, was für einen gelungenen Kinobesuch nötig ist: Den Barbetrieb, den Kartenverkauf und das Vorführen müssen notfalls auch allein bewältigt werden.

Und was gibt es im Leokino zu sehen, was einem in den großen Filmtempeln entgeht? „Mir ist eine gute Mischung wichtig. Ich möchte Filme zeigen, die viele Leute anziehen, aber auch experimentelles Kino“, sagt Tanja Helm. Die zentrale Idee der Programmkinos ist, dass Streifen zu sehen sind, die nicht die großen Filmindustrien hinter sich haben. Werke von Regisseurinnen mit einem weiblichen Blick auf die Dinge oder „Arthouse-Kracher“ wie „Monsieur Claude und seine Töchter“.

Kassieren, Vorführen, Barbetrieb. Es gehört zum Understatement im Leokino-Team, dass alle alles können.
Kassieren, Vorführen, Barbetrieb. Es gehört zum Understatement im Leokino-Team, dass alle alles können.

Auch in Zeiten von Netflix und Co. ist analoges Kino noch aktuell.
Auch in Zeiten von Netflix und Co. ist analoges Kino noch aktuell.

Auch Klassiker möchte die Filmexpertin in Zukunft wieder vermehrt zeigen und die Aufmerksamkeit auf bestimmte Nebenfiguren oder die Filmmusik richten. Es gibt Sommerspecials wie die Astrid-Lindgren-Verfilmungen und Festivals mit unterschiedlichen Schwerpunkten: Vom Polit Film Festival über das internationale Film Festival Innsbruck bis zur Diametrale. Rumkugeln und Gummibärchen gibt’s natürlich auch dazu.

Esther Pirchner beschäftigt sich beruflich  - aber vor allem begeistert - mit Musik und Kultur.

Esther
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