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Dauerausstellung: Maximilian1 - Aufbruch in die Neuzeit

Aktualisiert am 08.07.2020 in Kulturleben, Fotos: Hofburg Innsbruck

Die Hofburg Innsbruck hat dem berühmtesten aller Habsburger die sehenswerte Schau „Maximilian1“ mit Zimmern für jedes Lebensalter gebaut. 

Maximilian I Landsknechte

Zum Schauen, Hören, Angreifen und Riechen

Kaiser Maximilian I. war Ritter, moderner Fürst, Kriegsherr, Stratege, Hochzeiter, Jäger, Fischer, Autor, Bauherr, Förderer von bildender Kunst und Musik, Meister der Selbstinszenierung … und vieles andere mehr. Schon viele Aspekte dieses vielfältigen und einflussreichen Herrscherlebens wurden beleuchtet, eine gesamte Biografie blieb bisher den Neuerscheinungen am Buchmarkt vorbehalten.

In der Hofburg Innsbruck wurde dem Kaiser mit der Sonderausstellung „Maximilian I. – Aufbruch in die Neuzeit“ ein ganzes Stockwerk eingerichtet – mit Zimmern für verschiedene Lebensabschnitte oder wesentliche Themen seiner Biografie, mit eindrucksvollen Originalen, plakativen Wand- und Raumgestaltungen und viel moderner Technik – eine Ausstellung zum Schauen, Hören, Angreifen und Riechen.

Kammer Maximilians I.: Ein schlichter Raum zum Lesen, Beten, Schlafen
Kammer Maximilians I.: Ein schlichter Raum zum Lesen, Beten, Schlafen

Inszenierte Räume

Schon der Eingang führt durch einen dunklen Tunnel wie durch ein Loch in der Zeit. Am Ende wartet Maximilian I. in einer holzverkleideten Stube mit duftenden Zweigen, Jagdtrophäen und rustikalen Möbeln. In solch einer recht einfachen Kammer hielt sich der begeisterte Jäger gerne auf – die zahlreichen Jagdsitze, die er sich in seinem Reich einrichten ließ, zeugen davon.

Solcherart auf Maximilians Ambiente eingestellt, sind Besucher bereit, Leben und Zeit des Herrschers chronologisch zu durchwandern: zunächst von der Geburt über Kindheit und Jugend bis zur Prestigehochzeit mit der Thronerbin Maria von Burgund, die Maximilians I. Herz für sich gewinnen sollte.

Schon hier legte man Wert darauf, einen Gesamteindruck entstehen zu lassen: Screens, wandgroße Bildtapeten, Einbauten wie Möbel, ein Zelt oder Objekte aus nachgebildetem Stein ziehen die Blicke auf sich, dazu Wandschriften in der Theuerdank-Schrift, die eigens für Maximilians I. Bücher entworfen wurde. Hörstationen machen Briefe und andere Texte erlebbar, Videos geben Einblicke in historische Forschungen.

Orden zum Goldenen Vlies

Der Orden des Goldenen Vlies ging durch Heirat auf Maximilian I. über. Detailreich wie das Ornat war auch die Ausführung von Rüstungen, die in Tirol hergestellt wurden. 
Der Orden des Goldenen Vlies ging durch Heirat auf Maximilian I. über. Detailreich wie das Ornat war auch die Ausführung von Rüstungen, die in Tirol hergestellt wurden. 

Von der Geburt bis zum leeren Grab

So geht es auch in den folgenden Räumen weiter: Einzelne Originalobjekte wurden in das Ambiente eingewoben (wenn auch durch Vitrinen geschützt). Anderes wurde reproduziert und überblendet, lässt sich digital durchblättern oder besteht (fast) allein als digitale Inszenierung wie der große Raum am Ausgang, der dem Kenotaph, dem leeren Grab in der Hofkirche, und seinen „Wächtern“, den Schwarzen Mandern gewidmet ist.

Weltkugel

Gewürze

Der „Erdapfel“, die erste Darstellung der Welt-Kugel, entstand am Vorabend der großen Entdeckungen. Nur wenige Jahre später reiste man um die Welt und brachte seltene Gewürze und andere wertvolle Dinge mit nach Europa. 
Der „Erdapfel“, die erste Darstellung der Welt-Kugel, entstand am Vorabend der großen Entdeckungen. Nur wenige Jahre später reiste man um die Welt und brachte seltene Gewürze und andere wertvolle Dinge mit nach Europa. 

Kaiserliche Feste per App erleben

Ein weiterer Ausstellungsraum ergänzt die Geschichte mit Wissenswertem zu Festen und Tänzen am Hof des Kaisers. „Die ,Mummereien‘“, so heißt es aus der Hofburg, „waren Kostümfeste, die der Kaiser in Burgund, der Heimat seiner ersten Frau, Maria, kennenlernte. Er selbst trat bei den Festen stets als Zeremonienmeister oder Fackelträger in Erscheinung.“

Im Ausstellungsraum werden diese Mummereien mittels digitaler Technik erlebbar gemacht. Zugleich ermöglicht eine App zur Ausstellung, noch tiefer in das Geschehen einzutauchen.

So sah die Innsbrucker Hofburg zur Zeit Maximilians I. aus.
Digitalisierung: Burghauptmannschaft Österreich
So sah die Innsbrucker Hofburg zur Zeit Maximilians I. aus. Digitalisierung: Burghauptmannschaft Österreich

Zur Hochzeit reich geschmückt

Tiefen Eindruck hinterlassen darüber hinaus zwei Räume, in denen es durchaus real zugeht: Zum einen ist dies die Hochzeitstafel, an der Maximilian und seine zweite Frau Bianca Maria Sforza Platz genommen haben. Der aufwendige Brautschmuck, von dem nur mehr ein Gemälde zeugt, wurde von Swarovski in vielen Handwerksstunden nachgebildet. Die Replika zählt in ihrem Detailreichtum zu den ansprechendsten Schauobjekten der Ausstellung.

Zum anderen ist es ein Raum, der einen Randbereich von Maximilians I. Wirken behandelt: die Weltentdeckung durch Seefahrer, die im Bauch eines Handelsschiffes erlebbar wird. Allein der Duft, den Nelken, Kurkuma und Pfeffer hier verströmen, lässt erahnen, wie viel Neues und Unerwartetes in der Zeit um 1500 auf die Menschen in Europa zukam und welche wesentliche Rolle ein vorausschauender Herrscher wie Maximilian I. in dieser Zeit spielte.

Esther Pirchner beschäftigt sich beruflich  - aber vor allem begeistert - mit Musik und Kultur.

Esther
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