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Aufnahmestudio Hundert: Studio hundert: ein Hauch von Rock ’n’ Roll im Alpbachtal

01.03.2021 in Kulturleben

Jay hundert

1950er-Gitarren, Röhrenverstärker und alte Mischpulte: Mit hochwertigem Vintage-Equipment erzeugt der Musikproduzent Jay Hundert einen außergewöhnlichen Rock-Sound. Nicht in London oder Stockholm, sondern mitten im Alpbachtal.

Text: Klaus Brunner
Fotos: Johannes Sautner, Shoot + Style

Soundstation statt Skischule

Für den richtigen Sound braucht’s den richtigen Dreh.
Für den richtigen Sound braucht’s den richtigen Dreh.

Früher war hier die Skischule von Reith im Alpbachtal untergebracht. Jetzt ist da nur ein unscheinbares Haus, das ein wenig in die Jahre gekommen ist. Auch kein Schild lässt darauf schließen, was hinter den schallgedämpften Mauern passiert. Jay Hundert öffnet die Tür und führt mich in seinen Mikrokosmos. In jedem Winkel des „Studio Hundert“ stehen Instrumente, Mikrofone und Verstärker, die ganz laut „Vintage“ schreien. Dazu passend die Blümchen-Tapete aus dem Jahre Schnee und ein Sofa, auf dem sich schon so mancher Rocker-Hintern gefläzt hat. Das Herzstück ist ein riesiges Mischpult, das über unzählige Kabel mit Uralt-Geräten verbunden ist. „Das Equipment macht den Unterschied. Aber man muss jedes Kästchen im Detail verstehen. Denn mein Anspruch ist, dass die Technik perfekt läuft, damit die Kreativität frei fließen kann“, sagt der Autodidakt. Seinen bürgerlichen Namen möchte Jay Hundert lieber nicht im Internet lesen.

Von Singer-Songwriter bis Heavy Metal

Vintage-Studio: Altmodische Tapeten und wertvolle Gitarren sorgen für Vintage-Flair.
Vintage-Studio: Altmodische Tapeten und wertvolle Gitarren sorgen für Vintage-Flair.

Lieblingssstück: An der Gibson-Gitarre hängen liebevoll gehegte Erinnerungen.
Lieblingssstück: An der Gibson-Gitarre hängen liebevoll gehegte Erinnerungen.

Vinylrecorder: Die Musik wird direkt ins Vinyl geritzt.
Vinylrecorder: Die Musik wird direkt ins Vinyl geritzt.

Kabel und Kopfhörer: Alles dient dem besten Sounderlebnis.
Kabel und Kopfhörer: Alles dient dem besten Sounderlebnis.

Der Produzent besitzt eine Vielzahl an wertvollen Sammlerstücken, die er den Musikern in seinem Studio zur Verfügung stellt. „Ich habe hier an die dreißig Gitarren aus den 50er und 60er Jahren. Das sind Instrumente, die man mal gespielt haben muss. Aber die hier ist mein Lieblingsstück: Eine Gibson ES-345 aus dem Jahr 1959. Ich habe sie von einem Wiener Musiker bekommen, der um die halbe Welt getourt ist. Bei einem Stopp in Südamerika hat er sich mit Carlos Santana angefreundet. Der hat dann betrunken auf dieser Gitarre ‚Samba Pa Ti‘ und ein paar andere Songs gespielt. Und jetzt steht sie bei uns im Alpbachtal“, sagt Jay Hundert und grinst. Vor allem sind es talentierte Newcomer-Bands von Singer-Songwriter über Rock bis Metal, die Jay unter seine Fittiche nimmt. Liquid Steel etwa, die es zu regionaler Berühmtheit gebracht haben oder die White Miles, die mit Größen wie Courtney Love oder den Eagles of Death Metal auf Tour waren. „Den fetten Sound, den ich mit analogen Röhren-Verstärkern und alten Mikrofonen erzeuge, kann man mit digitalen Plugins nur schwer nachbauen. Das rauscht vielleicht mal, aber es hat einen eigenen Charakter“, sagt der Produzent.

Den fetten Sound kann man digital nur schwer nachbauen.
Jay Hundert

Von London ins Alpbachtal

Jay Hundert in seiner „Man Cave“, dem Studio Hundert.
Jay Hundert in seiner „Man Cave“, dem Studio Hundert.

Sein Studio nennt Jay hundert auch „Man Cave“ – eine Männerhöhle also. Die Darth Vader-Maske und anderer Buben-Kram stehen Pate. Ob die Rockszene zu sehr von Männern dominiert sei? „Leider ja. Meine Töchter spielen auch schon Instrumente und ich würde mir wünschen, dass es anders ist, wenn sie älter sind“, sagt der Familienvater. Mit seiner Frau hat Jay für ein paar Jahre in London gelebt. Als sich Nachwuchs angekündigt hat, wurde Tirol plötzlich wieder attraktiv. Doch in der alten Heimat angekommen, musste erst mal eine berufliche Neuorientierung her. So hat der gelernte Eventmanager ein Aufnahmestudio im rocktechnischen Nirgendwo aufgebaut. Sieben Jahre ist das nun her.

Quote für heimische Musik

2020 Studio hundert Mikrophon, Foto:  Johannes Sautner, Shoot + Style

Verstärker2020 Studio hundert Verstaerker, Foto: Johannes Sautner, Shoot + Style

Mikrofone, Verstärker, Instrumente – alles ist abgestimmt auf den perfekten Rock’n’Roll-Sound.
Mikrofone, Verstärker, Instrumente – alles ist abgestimmt auf den perfekten Rock’n’Roll-Sound.

Neben dem richtigen Sound kümmert sich Jay Hundert auch ums Marketing und Auftrittsmöglichkeiten für „seine“ Bands. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Wertschätzung gegenüber der heimischen Musikszene. „Die Qualität ist richtig gut. Aber nur sehr wenig davon landet bei den großen Radiostationen. Ich würde mir eine Quote für österreichische Musik wünschen. In anderen Ländern funktioniert das super“. Neben der ungewöhnlichen Arbeitsweise schätzen die Musiker auch das familiäre Ambiente im Studio Hundert. „Die Künstler können hier übernachten, wir grillen gemeinsam oder springen abends noch in den Reither See. Und wenn wir auf ein Bier ins Dorf gehen, sagen die Leute ‚Aha, jetzt hat der Jay wieder eine neue Rockband mitgebracht“, schmunzelt der Musikproduzent und klimpert auf seiner 59er Gibson. Ein Hauch von Rock ’n’ Roll weht dabei durchs Alpbachtal.

Studio Hundert auf Spotify

Studio Hundert

Dorf 32
6235 Reith im Alpbachta
Tel. +43 699 11608826
E-Mail: ichwillrocken@mac.com

www.studiohundert.com

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