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Esther Wilhelm

Mit dem Mountainbike am Brenner Grenzkamm

Aktualisiert am 21.06.2018 in Sport

Bei der Brenner Grenzkamm Rundtour müssen viele Fotos gemacht werden. (Foto: Hannes Lichtmannegger)
Bei der Brenner Grenzkamm Rundtour müssen viele Fotos gemacht werden. (Foto: Hannes Lichtmannegger)

Diese Mountainbike-Rundtour entlang des Brenner Grenzkamms ist nicht nur landschaftlich empfehlenswert. Die historischen Mahnmale, die technisch abwechslungsreiche Strecke sowie die Einkehr auf der Sattelbergalm machen die Tour zu einem Rundum-Erlebnis.

Wir sind in Vinaders im Obernbergtal beim kostenpflichtigen Parkplatz unterhalb der Autobahnbrücke gestartet und die Tour gegen den Uhrzeigersinn angegangen. Zuerst radelt man ca. 5 Kilometer auf der wenig frequentierten asphaltierten Straße bis nach Obernberg. Dort dann einfach immer geradeaus bis zum Parkplatz und die Schotterstraße hinauf zum Obernberger See. Vorbei am leider seit Jahren geschlossenen Gasthaus geht’s entlang des wildromantischen Sees weiter bis zur ersten Abzweigung. Auf den Wegweisern ist unser Ziel, das Portjoch, noch nicht ausgeschildert. Nicht verwirren lassen und trotzdem links abbiegen. Immer bergauf, bis man zur nicht bewirtschafteten Steiner Alm kommt. An der Alm und an einer weiter oben gelegenen privaten Hütte vorbeiradln. Ein Stückchen muss man noch weiterstrampeln und schon sieht man hinunter auf den grün-blauen Obernberger See. Inzwischen hat man schon einige Höhenmeter absolviert.

Ein unsicherer Blick hinauf zum Portjoch. Die 200 Höhenmeter muss das Rad getragen werden. (Foto: Hannes Lichtmannegger)Ein unsicherer Blick hinauf zum Portjoch. Die 200 Höhenmeter muss das Rad getragen werden. (Foto: Hannes Lichtmannegger)

Ab Kilometer 12,5 hat das Biken ein Ende. Man biegt vom Schotterweg rechts in die Wiese ab, das Rad muss ab sofort geschoben oder getragen werden. Oberhalb sieht man schon, wohin die Reise gehen soll. Hinauf auf’s Portjoch sind ca. 200 Höhenmeter schiebend bzw. tragend zu überwinden. Man kann großteils einem Wanderweg folgen, aber auch das ist anstrengend, da er ziemlich verblockt ist. Diese 200 Höhenmeter kosten mehr Kraft als die 800 Höhenmeter davor. Am Portjoch angekommen tut sich ein wunderschönes Panorama auf. Man blickt zurück ins Obernbergtal, auf den Obernberger Tribulaun und auf der anderen Seite hinuter ins Südtiroler Pflerschtal. Ein Traum. Und man hat die Grenze zu Italien überquert.

Ein Blick zurück nach Österreich, ist doch das Portjoch die Grenze zu Italien. Könnte optisch allerdings ein bisschen aufgepeppt werden ;o) (Foto: Esther Wilhelm)Ein Blick zurück nach Österreich, ist doch das Portjoch die Grenze zu Italien. Könnte optisch allerdings ein bisschen aufgepeppt werden ;o) (Foto: Esther Wilhelm)

Ab sofort kann wieder gebiked werden, allerdings muss man sein Bike schon unter Kontrolle haben. Ein Wanderweg bzw. Singletrail führt dem Bergkamm entlang, rechts gehen Graswiesen recht steil hinunter. Auf kleinen Teilstücken musste ich schieben, prinzipiell ist die Strecke aber fahrbar. Man bewegt sich die nächsten 15 Kilometer immer auf einer Höhe von rund 2.000 Metern, der Wind kann dort oben schon ganz schön pfeifen (die vielen Murmeltiere auch).

Der Blick zurück zum Portjoch. Man sieht auch einen alten Bunker. Der Großteil der Biker ist uns entgegen gekommen. Wir fanden die Tour gegen den Uhrzeigersinn jedoch sinnvoller. (Foto: Esther Wilhelm)Der Blick zurück zum Portjoch. Man sieht auch einen alten Bunker. Der Großteil der Biker ist uns entgegen gekommen. Wir fanden die Tour gegen den Uhrzeigersinn jedoch sinnvoller. (Foto: Esther Wilhelm)

Die Tour führt vorbei an italienischen Grenzbefestigungen und Bunkern. Sie stammen aus der Zeit kurz vor dem zweiten Weltkrieg und gehören zum italienischen bzw. Südtiroler Alpenwall (Valle Alpino), der die Grenzen zu Österreich und zum Deutschen Reich sichern sollte. Man mag sich gar nicht vorstellen, dass damals Grenzsoldaten kalte Winternächte hier oben verbracht haben.

Auch hier sieht man wieder eine alte Bunkeranlage. (Foto: Hannes Lichtmannegger)Auch hier sieht man wieder eine alte Bunkeranlage. (Foto: Hannes Lichtmannegger)

Immer wieder geht es ein paar Höhenmeter hinunter, dann wieder hinauf, man passiert Bunker, eine kleine Alm und das Sandjoch, eine etwas leichtere Alternative zum Portjoch. Die Ausblicke ändern sich, der Weg wird langsam aber sicher breiter bis er zu einer Schotterstraße, einer ehemaligen Militärstraße wird auf der früher schweres Gerät die Soldaten am Berg versorgt hat.

Tolle Ausblicke sind bei diesr Mountainbike Tour garantiert. Der Weg verläuft die ganze Zeit dem Hang entlang und ist gut sichtbar.  (Foto: Esther Wilhelm)Tolle Ausblicke sind bei diesr Mountainbike Tour garantiert. Der Weg verläuft die ganze Zeit dem Hang entlang und ist gut sichtbar.  (Foto: Esther Wilhelm)

Knapp unterhalb des Sattelbergs (ca. bei km 27,5) verlässt man den Schotterweg und fährt einen sogar für mich meist fahrbaren Trail hinunter in Richtung Sattelbergalm. Hier am Besten meinen GPS Daten folgen, ansonsten ist’s nicht ganz leicht zu finden. Kurz vor der Sattelberg Alm führt der Trail dann auf die Schotterstraße. Eine Einkehr auf der Sattelbergalm ist ein Muss. Danach entweder den Fahrweg oder den steilen Hohlweg hinunter nach Vinaders nehmen und zum Parkplatz rollen.

Eine Einkehr auf der Sattelberg Alm hat man sich verdient. (Foto: Esther Wilhelm)Eine Einkehr auf der Sattelberg Alm hat man sich verdient. (Foto: Esther Wilhelm)

Zahlen, Daten, Fakten

  • Streckenlänge: 33 km
  • Höhenmeter bergauf: ca. 1.300 (davon muss das Bike ca. 200 Höhenmeter getragen werden)
  • Dauer: reine Fahrzeit ca 3,5 – 4 Stunden. Mit Fotostopps, Einkehr auf der Sattelbergalm, etc. sollte man aber auf jeden Fall 6-7 Stunden einrechnen
  • Landschaft: sehr schön & historisch interessant
  • Kondition: muss man haben. 1.300 Höhenmeter und das Tragestück verlangen einem einiges ab
  • Technik: Die Single Trails sind (wenn man sich traut) großteils fahrbar. Für geübte Biker sollten sie gar kein Problem darstellen, sogar ich hatte Spaß.
  • Anreise: mit dem Zug bis Gries am Brenner und dann der Straße ins Obernbergtal folgen. Mit dem Auto auf der Brenner Autobahn bis zur Abfahrt Nösslach. Dann nach Vinaders. Unterhalb der Autobahnbrücke gibt es einen kostenpflichtigen Parkplatz.
  • Einkehr:Sattelbergalm
  • GPS Daten: könnt ihr euch hier downloaden http://www.gpsies.com/map.do?fileId=vaavisvqwvvyiedx

Hier sieht man den Verlauf der Mountainbike Rundtour entlang des Brenner Grenzkamms (Screenshot von meiner gpsies.com Datei)Hier sieht man den Verlauf der Mountainbike Rundtour entlang des Brenner Grenzkamms (Screenshot von meiner gpsies.com Datei)

Das Höhenprofil zeigt einen langen Anstieg. Entlang des Brenner Grenzkamms geht’s dann ständig auf und ab, was auch kräfteraubend ist. (Screenshot von meiner gpsies.com Datei)Das Höhenprofil zeigt einen langen Anstieg. Entlang des Brenner Grenzkamms geht’s dann ständig auf und ab, was auch kräfteraubend ist. (Screenshot von meiner gpsies.com Datei)

Esther Wilhelm ist am liebsten mit dem Rennrad unterwegs. Dabei entdeckt sie nicht nur die schönsten Radstrecken, sondern auch Orte und Plätze, bei denen sich das Stehenbleiben und Einkehren lohnt.

Esther Wilhelm
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