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Esther Wilhelm

Via Claudia Augusta – auf den Spuren der alten Römer

Aktualisiert am 18.04.2018 in Sport

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Wer wusste, dass die älteste römische Alpenüberquerung mitten durch Tirol verlief? Und nein, sie führte nicht über den Brenner, sondern über den Reschenpass und Fernpass und trug den klingende Namen Via Claudia Augusta. Eigentlich begann alles 15 vor Christus, als ein römischer General entlang alter Pfade der Kelten, Räter und Etrusker begann, die erste richtige Straße über die Alpen auszubauen. Gebaut für römische Heere, erobern heute rund 40.000 Radfahrer und Wanderer pro Jahr den historischen Weg durch Tirol und über die Alpen. Ich war eine davon, habe mir den wohl schwierigsten Teil –  für die Römer damals als auch für die Radler heute – der 700 Kilometer langen Strecke ausgesucht. Mit einer Gruppe von Journalisten aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Italien habe ich von Füssen in Deutschland bis Glurns in Südtirol wirklich die Alpen mit dem Rad überquert. Wir haben hautnah gespürt, mit welchen Schwierigkeiten die Römer beim Bau der Straße, aber auch beim Befahren der Straße gekämpft haben mussten.

Von Donauwörth an der Donau nach Altino an der Adria bzw. Ostiglia am Po sind insgesamt 700 Kilometer zu überwinden. Der schwierigste Teil verläuft durch Tirol.Von Donauwörth an der Donau nach Altino an der Adria bzw. Ostiglia am Po sind insgesamt 700 Kilometer zu überwinden. Der schwierigste Teil verläuft durch Tirol.

Zwischen Füssen und Reutte sind keine großen Hürden zu überwinden. Entlang des Naturflusses Lech rollt man gemütlich nach Reutte. Im Hintergrund ist bereits die Ehrenberger Klause und die Festung Ehrenberg sichtbar. Früher Kontrollpunkt und Mautstelle, heute ein Museum mit interessantem Kartenmaterial und Geschichten aus der Römerzeit und dem Mittelalter.

Hinauf zur Ehrenberger Klause und weiter über den Katzenberg. Die erste Hürde beim Ritt durch Tirol steht an.Hinauf zur Ehrenberger Klause und weiter über den Katzenberg. Die erste Hürde beim Ritt durch Tirol steht an.

Die erste Schikane ist nach Bezwingen des Katzenbergs geschafft. Die Region zwischen Ehrenberger Klause und dem Fernpass wird „Zwischentoren“ genannt. Das kommt natürlich von den zwei Toren (Ehrenberger Klause und Fernpass), von denen die Region eingeschlossen ist. Vom Katzenberg geht es sanft bergab bis ins Ehrwalder Becken, von wo man einen imposanten Ausblick auf den höchsten Berg Deutschlands, die Zugspitze hat.

Ein Blick zurück nach Heiterwang.Ein Blick zurück nach Heiterwang.

Unsere nächste Hürde, der Fernpass, wartet schon. 200 Höhenmeter bergauf und knapp 400 hinunter gibt es zu überwinden, wobei die Abfahrt fast schwieriger als die Auffahrt ist. Der Weg vom Fernpass zum Schloss Fernsteinsee,  ist meist in recht schlechtem Zustand. Die Geographie und Witterung lässt einen sanften Weg nicht zu. Rau ist’s im Gebirg. Die Teilstrecke wird zur Zeit aber saniert, eine Radlertunnel unter der Fernpassstraße wird noch diesen Sommer fertiggestellt. In Zukunft sollte sich also auch die Abfahrt einfacher erweisen.

Bei der Abfahrt vom Fernpass sind Wagenspuren aus dem Mittelalter zu sehen. Die Abfahrt ist also nicht nur heute holprig…Bei der Abfahrt vom Fernpass sind Wagenspuren aus dem Mittelalter zu sehen. Die Abfahrt ist also nicht nur heute holprig…

Nach dem Fernpass erreicht man Schloss Fernsteinsee, das (leider) an der stark befahrenen Fernpass Straße liegt. Eine Übernachtung im Hotel bzw. im Schloss ist trotzdem zu empfehlen. Die Zimmer und Schlosssuiten wurden mit viel Liebe zum Detail möbliert, das Essen schmeckt ausgezeichnet und ein abendlicher Spaziergang rund um den idyllischen Fernsteinsee oder rauf zur Ruine Sigmundskron lohnen.

Schloss Fernstein und die alten Stallungen.Schloss Fernstein und die alten Stallungen.

Ab Schloss Fernstein stehen uns gemütlichere Passagen bevor. Zuerst geht’s über Nassereith durch’s wunderschöne Gurgltal nach Imst. Ab dort dem Innradweg folgend bis Pfunds im Oberinntal. Entlang dieser Strecke sind keine nennenswerten Hürden zu erwarten.

Radwandern im Gurgltal.Radwandern im Gurgltal.

Die letzen Kilometer nach Pfunds.
Die letzen Kilometer nach Pfunds.

Nach Pfunds steht allerdings die nächste große Herausforderung bevor. Derzeit kann man den Reschenpass, mit über 1500m der höchste Punkt der Via Claudia,  entweder per Shuttlebus bewältigen oder man radelt nach Martinsbruck in die Schweiz und fährt über die wenig befahrene Norbertshöhe nach Nauders und dann weiter zum Reschen. Ein Radweg von Finstermünz ist in Planung, Ende 2018 soll die Via Claudia Augusta dann durchgehend auf Radwegen befahrbar sein.

Das Turmhaus in PfundsDas Turmhaus in Pfunds

Unterkünfte/Restaurants entlang der Strecke:

  • Hotel Mohren in Reutte – Traditionshaus im Zentrum von Reutte mit Hallenbad, Wellnessbereich & guter Küche
  • Hotel Schloss Fernsteinsee in Fernstein – Suiten im Schloss oder Schlosszimmer im Hotel. Wer romantisches Schloss-Ambiente mag, ist hier genau richtig. Gute Küche.
  • Gasthof Zur Gemse in Zams – Traditionshaus mit Tiroler Küche im Zentrum von Zams. Tiroler Wirtshaus. Seppl Haueis ist wohl einer der berühmtesten Wirtshausköche Tirols.
  • Hotel Kreuz in Pfunds – mit viel Liebe geführter Familienbetrieb. Schöner Garten zum Ausspannen. Hier kann man alte römische Küche ausprobieren.
  • Gasthof zur Post in Glurns – Traditionshaus im Zentrum von Glurns. Schöne Stuben und gute Küche.

Sehenswertes/Wo lohnt ein Stopp:

  • Naturpark Lech – einer der letzten Naturflüsse Europas. Für Naturliebhaber und Genießer.
  • Ehrenberger Klause – auch wenn das Museum keine ‚alten‘ Ausstellungsstücke zeigt. Die Ausstellung an sich mit alten Karten & Darstellungen der Via Claudia Augusta und des Mittelalters ist gut gemacht und kurzweilig. Einen kurzen Halt sollte man einplanen.
  • Tiroler Zugspitzbahn – liegt nicht direkt an der Strecke, eine Auffahrt auf den höchsten Berg Deutschlands von Ehrwald aus ist bei Schönwetter aber jeden Umweg wert!
  • Fasnachstmuseum Nassereith und/oder Imst – haben alledings nur freitags geöffnet
  • Knappenwelt in Tarrenz – was passierte mit den Erzen nach der Schürfung? Interessantes Schaumuseum. Der Museumsteil der Heilerin ist Geschmackssache.
  • Archäologisches Museum in Fließ. Unglaubliche Sammlung von archäologischen Funden aus der Bronzezeit und Via Claudia Dokumentationszentrum – vom Radweg im Inntal sind allerdings gut 200 Höhenmeter zu bezwingen. Also eher was für sportliche Naturen bzw. E-biker. Die Wanderroute der Via Claudia führt über die Fließer Platte am Museum vorbei.
  • Festung Alt-Finstermünz zwischen Pfunds und Martina in der Schweiz. Natur-Kulturschauspiel mit schönen Ausblicken. Imposant, wie die Festung zwischen Fels und Wasser eingeklemmt ist. Hier gab es ohne zu Verzollen kein Durchkommen.

Praktische Tipps:

  • Unbedingt die www Adresse der Via Claudia ansehen & durchforsten. Unterkunftslisten, Shuttle-Services, etc. etc.
  • Reiseveranstalter wie Inntour bieten buchbare Pakete an (Unterkunft, Kartenmaterial, Shuttles, bei Bedarf Radverleih). Das vereinfacht die Organisation ungemein. Hin/Rücktransfer bis Deutschland/ab Italien können auch organisiert werden.
  • Für weniger Trainierte bietet sich ein E-bike an
  • Die Radwege sind nich durchgehend asphaltiert. Die Reifen der Räder sollten also Profil aufweisen. Mit Rennrädern ist die Via Claudia nicht befahrbar!
  • Die Route ist besser für die Befahrung von Nord nach Süd geeignet. Auch die Shuttles von Italien nach Deutschland fahren häufiger als umgekehrt.
  • Die Via Claudia kann auch per pedes erwandert werden. Dafür ist natürlich mehr Zeit einzuplanen.
  • Die Etppen durch Tirol sind nicht zu unterschätzen. Es sind einige Höhenmeter zu überwinden & teils wird auf Forstwegen geradelt.

Was von Alt-Graun übrig blieb. Wer den Kirchturm im Reschensee so sehen möchte, muss entlang der Ostseite des Sees zwischen See und Straße radln. Die Strecke entlang der Westseite ist mitunter schöner, der Turm allerdings nur aus der Ferne sichtbar.Was von Alt-Graun übrig blieb. Wer den Kirchturm im Reschensee so sehen möchte, muss entlang der Ostseite des Sees zwischen See und Straße radln. Die Strecke entlang der Westseite ist mitunter schöner, der Turm allerdings nur aus der Ferne sichtbar.

Auf der Südtiroler Seite des Reschenpasses geht es dann sanft hinunter nach Glurns.Auf der Südtiroler Seite des Reschenpasses geht es dann sanft hinunter nach Glurns.

 

Esther Wilhelm ist am liebsten mit dem Rennrad unterwegs. Dabei entdeckt sie nicht nur die schönsten Radstrecken, sondern auch Orte und Plätze, bei denen sich das Stehenbleiben und Einkehren lohnt.

Esther Wilhelm
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