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Welcher Kletterstil passt zu mir?

Aktualisiert am 03.04.2020 in Magazin

Kraxeln ist nicht gleich kraxeln: Wer an der Wand unterwegs ist, sollte schon der eigenen Sicherheit wegen wissen, was sie oder er da tut. Mit unserem Kletterguide findet man heraus, welche Art von Klettern zu einem passt – und wo man diesen Stil erlernen kann.

Am Innsbrucker Klettersteig.
, © Frank StolleAm Innsbrucker Klettersteig. © Frank Stolle

1. Bouldern in der Halle

Worum geht es?

Bouldern ist klettern ohne Seil und Sicherung – aber üblicherweise nur bis zu einer Höhe, aus der man gefahrlos hinunterspringen kann. Die Griffe aus Hartplastik werden mit steigendem Schwierigkeitsgrad kleiner und liegen weiter auseinander. Die Routen sind kurz und abwechslungsreich, es lässt sich bequem hin- und herwechseln.

Für wen ist das geeignet?

Für alle: absolute Kletteranfänger genauso wie für Fortgeschrittene und Profis, die bei schlechtem Wetter an ihrer Technik feilen wollen. Besonders eignet sich dieser Stil für Kinder, die so gefahrlos erste Erfahrungen sammeln können.

Wo kann man es lernen?

Boulderanlagen gibt es in fast allen Regionen Tirols, manchmal sind sie Teil größerer Kletterhallen. Für Einsteiger empfehlenswert ist zum Beispiel die Bergstation in Telfs mit rund 140 Boulderproblemen. Ein Basis-Kurs für Jugendliche und Erwachsene umfasst zweimal zwei Stunden.

2. Bouldern am Fels

Worum geht es?

Beim Bouldern draußen gibt es keine künstlichen Griffe. Stattdessen müssen Füße und Hände Halt in natürlichen Rissen und an Vorsprüngen finden. Oft werden dabei auch Überhänge überwunden. Als Schutz kommen Bouldermatten zum Einsatz, quasi Weichbodenmatten zum Zusammenfalten. Alternativ stellt sich ein sogenannter Spotter hinter den Kletterer, um ihn notfalls aufzufangen.

Für wen ist das geeignet?

Für alle, die schon Erfahrungen in der Halle gesammelt haben, eigene Kletterschuhe besitzen und eine neue Herausforderung an der frischen Luft suchen.

Wo kann man es lernen?

Auf eigene Faust überall, wo es größere Steinformationen gibt. Beliebt ist „Mandlers Boden“ im Pitztal. Die Boulderblöcke decken Schwierigkeitsgrade von 3a („geringe Schwierigkeiten“) bis 7a („hohe Schwierigkeiten“, Training nötig) ab. Eine Alternative ist der Silvapark bei Galtür.

Bouldern im Silvapark Galtür.
, © TVB Paznaun-IschglBouldern im Silvapark Galtür. © TVB Paznaun-Ischgl

3. Klettersteig

Worum geht es?

Klettersteige sind mit Eisenklammern und Stahlseilen gesicherte Wege, die an exponierten Stellen über die Felswand führen. Die Kletterer tragen Wander- oder Bergstiefel, Klettergurt, Bergsteigerhelm, Handschuhe sowie ein Klettersteigset; die Karabiner werden als Sicherung ins Stahlseil eingehakt. Oft sind Klettersteige auch Bestandteil anspruchsvoller Wanderungen.

Für wen ist das geeignet?

Für alle Wanderer, die mehr vom Bergausflug haben wollen – und neben der nötigen Ausrüstung Ausdauer, Trittsicherheit und Schwindelfreiheit mitbringen. Anfänger und Kinder sollten keinesfalls alleine unterwegs sein.

Wo kann man es lernen?

Klettersteig-Grundkurse bieten vom Alpenverein geprüfte Bergführer in allen Kletterregionen an. Empfehlenswert für Familien ist der Klettersteig am Stuibenfall, der zum höchsten Wasserfall Tirols hinaufführt.

Im Klettersteig am Stuibenfall.
, © Frank StolleIm Klettersteig am Stuibenfall. © Frank Stolle

4. Sportklettern in der Halle

Worum geht es?

Unterschiedlich anspruchsvolle Routen wollen an einer künstlichen Wand mit Griffen bewältigt werden. Die Kletterrouten führen meist zwischen fünf und 25 Meter hoch hinauf, je nach Beschaffenheit der Anlage. Anders als beim Bouldern werden die Kletterer per Seil von einer zweiten Person vom Boden aus gesichert.

Für wen ist das geeignet?

Das Klettern in der Halle ist für Einsteiger ideal, so können sie den Sport und sich selbst unter geschützten Bedingungen testen. Das nötige Equipment – Kletterschuhe, Gurt und Seil – lässt sich meist vor Ort ausleihen. Feierabendkletterer profitieren davon, auch nach Einbruch der Dunkelheit noch ein paar schnelle Routen gehen zu können.

Wo kann man es lernen?

Die größte Kletterhalle Tirols mit mehr als 500 Routen steht in der Landeshauptstadt. Das Kletterzentrum Innsbruck ist auch bei Profikletterern beliebt, zudem gibt es ein umfangreiches Kursangebot. Bei gutem Wetter kann das Seilklettern an die Außenwand im Freien verlagert werden.

5. Sportklettern im Klettergarten

Worum geht es?

Diese Variante ist mit dem Klettern in der Halle zu vergleichen – mit dem Unterschied, dass Klettern in der Natur unberechenbarer ist. Als Halt dienen natürliche Risse, Vorsprünge und Unebenheiten im Fels. Die Routen werden in Klettergärten durch Sicherungshaken definiert, die in regelmäßigen Abständen im Fels befestigt sind: In diese Metallösen werden sogenannte Expressschlingen eingehängt, durch die das Seil zur Sicherung geführt wird. Eine zweite Person sichert von unten. Nach etwa 25 Metern ist meist Schluss. Neben Kletterschuhen, Helm, Sicherungsgerät, Karabinern und Gurt tragen die Kletterer einen Beutel mit Magnesium bei sich, um schweißnasse Hände zu trocknen und wieder grifffest zu machen.

Für wen ist das geeignet?

Für alle, die schon erste Erfahrung in der Halle gesammelt haben und im Idealfall über eine eigene Ausrüstung verfügen. Anfänger und Kinder sollten ausnahmslos von einem erfahrenen Kletterer gesichert und angeleitet werden. Ein Erste-Hilfe-Set sollte für den Notfall bereitliegen.

Wo kann man es lernen?

Kostenlose Kurse bietet die Organisation SAAC an. Als einsteiger- und familienfreundlich gilt unter anderem der Klettergarten Wiesensee bei St. Ulrich am Pillersee. Die Wand ist – je nach Route – leicht geneigt bis leicht überhängend.

Im Klettergarten Wiesensee.
, © Frank StolleIm Klettergarten Wiesensee. © Frank Stolle

6. Alpines Sportklettern

Worum geht es?

Anders als beim Kraxeln im Klettergarten geht es hier mehr als eine Seillänge weit hinauf. Bei solchen Mehrseillängentouren sind immer zwei Kletterer gemeinsam unterwegs, sie sind durch ein Seil verbunden und sichern sich gegenseitig. Einer steigt voran und hakt das Seil in den bereits vorhandenen Bohrhaken ein. Hat er einen sogenannten Stand erreicht – meist ein breiter Vorsprung – folgt der andere nach und nimmt dabei das Seil mit. Ist die Route besonders gut durch Bohrhaken abgesichert, spricht man auch von „Plaisir-Klettern“.

Für wen ist das geeignet?

Fortgeschrittene Kletterer. Anfänger sollten zuvor unbedingt in einem Klettergarten trainiert haben und ihre Fähigkeiten sowie Nerven einschätzen können: Wer einmal in der Felswand drinhängt, kann nicht wegen Höhenangst abbrechen. Und sie sollten nur auf kürzeren Touren, mit einem erfahrenen Kletterlehrer und bei gutem Wetter unterwegs sein.

Wo kann man es lernen?

Kletterlehrer lassen sich unter anderem über den Alpenverein und seine örtlichen Sektionen finden. Sie können am besten einschätzen, welche Touren sich für welches Niveau eignen.

In der Route Another Play in Paradise bei der Dolomitenhütte in Osttirol.
In der Route Another Play in Paradise bei der Dolomitenhütte in Osttirol.

7. Alpines Klettern

Worum geht es?

Meist werden darunter Mehrseillängentouren verstanden, bei denen nur ein Teil der Route mit Sicherungshaken versehen ist. Die übrigen müssen die Kletterer selbst setzen. Dazu ist nicht nur passendes Werkzeug, sondern auch Geschick nötig – und das Wissen, wann und wo man ein sogenanntes mobiles Sicherungsgerät oder einen Schlaghaken überhaupt am besten anbringt. Beim sogenannten freien Klettern dienen die Haken grundsätzlich nur der Absicherung. Beim technischen Klettern können die Haken auch aktiv zur Fortbewegung genutzt werden, etwa indem man sich an ihnen mangels anderer Vorsprünge hochzieht.

Für wen ist das geeignet?

Wo keine Haken vorgeschlagen sind, steigt naturgemäß das Risiko. Damit ist diese Form des Kletterns nur erfahrenen Sportlern zu empfehlen. Alle anderen sollten hiervon die Finger lassen.

Wo kann man es lernen?

Mit Geduld und Ausdauer, Übung und in Begleitung von erfahrenen Kletterern.

8. Abenteuerklettern

Worum geht es?

Auf eigene Faust ins Unbekannte! Beim Abenteuerklettern sind keine Sicherungshaken vorgegeben und damit auch keine Orientierung. Bei der Wahl des besten Wegs zum Gipfel sind die Kletterer also vergleichsweise flexibel – müssen aber deshalb noch viel mehr auf ihre Umgebung und Sicherheit achten. Die Haken, die der erste Kletterer setzt, zieht der zweite meist wieder heraus und lässt die Wand „clean“, also sauber, zurück.

Für wen ist das geeignet?

Nur für erfahrene Alpinkletterer – mit einem Sinn für komplexere Unternehmungen.

9. Free Solo Klettern

Worum geht es?

Der Kletterer verzichtet auf Seil und Haken und ist ganz alleine unterwegs. Damit ist das „freie Solo“ die extremste Form des Kletterns, fehlt doch jede Form der Sicherung. Eine gefährliche Sache, nicht zur Nachahmung empfohlen. Wer abstürzt, stirbt wahrscheinlich.

Für wen ist das geeignet?

Free Solo bleibt eine Sache für wenige Profis – zumindest, wenn höhere Schwierigkeiten involviert sind.

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