An der Grenze - Geschichten - kultur.tirol
Die Verwerfung
18.5.–14.8.2020, INN SITU

An der Grenze

Fotokunst und Comic, Spurensuche und Bestandsaufnahme ist die Ausstellung „Die Verwerfung“ in der Galerie INN SITU in Innsbruck (bis 14.8.2020). Fotos: Carlos Spottorno

Forscher zwischen den Welten

Fotografie und journalistische Recherche verbinden die beiden Spanier Carlos Spottorno und Guillermo Abril zu Kunstprojekten, die sowohl durch ihre ungewöhnliche Ästhetik als auch durch die genaue Recherchearbeit bestechen. Bekannt geworden sind sie mit Arbeiten über die Außengrenzen der EU und die zerstörte syrische Stadt Palmyra. Nun haben sie im Auftrag der Bank für Tirol und Vorarlberg für deren hauseigene Kunstgalerie INN SITU in Innsbruck eine Grenze untersucht, die kaum mehr wahrgenommen wird, jene zwischen Nord-, Süd- und Osttirol. Herausgekommen ist die Ausstellung „Die Verwerfung“, die bis 14 August 2020 in der Galerie zu sehen ist.

Verwerfung 3
Verwerfung1
Verwerfung2

Ausschnitte aus der Graphic Novel, die in der Galerie INN Situ die Wände bedeckt.
Fotos: Carlos Spottorno

Von Philosophie bis Geologie

Dazu begaben sich die beiden Künstler, die vor dem Projekt über die Geschichte der Brennergrenze nur wenig wussten, auf Spurensuche diesseits und jenseits, entdeckten touristische Hotspots, gewöhnliche Dörfer, vergessene Erinnerungsstätten, Schauplätze vergangener Kriege und andere Orte. Auf ihrer Reise zwischen Geschichte und Gegenwart ließen sie sich die Grenze und ihre Bedeutungen aus den unterschiedlichsten Perspektiven zeigen. Sie sammelten philosophische und nostalgische Aussagen, düstere Vorahnungen, ästhetische Eindrücke und historische Einblicke und hatten schließlich ein geologisches Aha-Erlebnis, das ihrer Geschichte den Namen gab: Die Verwerfung.

Verwerfung Ansicht

Die Verwerfung, Ausstellungsansicht

Unbelastete Blicke

Aus dem umfangreichen Material, den Fotos und Geschichten bauten Spottorno und Abril eine Graphic Novel, die sich nun über die Wände der Galerie erstreckt und es Besuchern erlaubt, auf den Spuren der Künstler zu wandeln. Einen besonderen Spannungsmoment zieht diese Bildgeschichte mit ihrer unverkennbaren Ästhetik aus dem Umstand, dass Carlos Spottorno und Guillermo Abril gewissermaßen unbelastet an das Thema herangegangen sind.

Wir können wahrscheinlich von diesem Ort lernen: wie man aus einer schwierigen Vergangenheit eine gute Gegenwart macht und hoffentlich eine bessere Zukunft.

Carlos Spottorno

Während Nord-, Süd und Osttiroler immer die Geschichte von Maximilian I. über Andreas Hofer und die Teilung Tirols 1919 mitdenken, während Option, Autonomiestatut und die wechselnde Durchlässigkeit der Grenze für sie Teil der Erzählung ist, öffnen Abril und Spottorno einen frischen Blick auf Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft Tirols. Nicht zufällig endet die Reise durch Tirol mit dem Ausgang aus dem Brenner Basis Tunnel ins Freie. Die Frage, was uns trennt und was uns verbindet, geben die Künstler den Besuchern auf ihren Weg ins Freie mit.

Einführungsvideo zu „Die Verwerfung“

Die Verwerfung

Carlos Spottorno, Guillermo Abril
Carlos Spottorno bei der Arbeit

Making.of. Foto: Thomas Osl

18.05.–14.08.2020
INN SITU
BTV Stadtforum
6020 Innsbruck
Montag bis Freitag 11.00 – 18.00 Uhr
Samstag 11.00 – 15.00 Uhr
Eintritt frei

www.innsitu.at
Räume zum Atemschöpfen

Räume zum Atemschöpfen

Ein Spaziergang auf den Spuren der Stille: Der WEI SRAUM …

Die Zeitgeschichte im Netz

Zeitgeschichte im Netz

Der 13. Österreichische Zeitgeschichtetag findet vom 16. …

Aufbruch in die Neuzeit

Maximilian1

Die Hofburg Innsbruck hat dem Kaiser die Schau …