Wellenreiter im Flussdelta - Tiroler MusikErleben - Geschichten - kultur.tirol
April 2020: CD „Delta“

Wellenreiter im Flussdelta

Unverwechselbar, schön, berührend – die Songs auf ihrem neuen Album „Delta“ brachten die Band Donauwellenreiter an die Spitze der iTunes Jazz Charts. Fotos: Donauwellenreiter, Andreas Jakwerth

Vier Stimmen – eine Musiksprache

Den Gedanken, dass alles im Fluss ist, legen hier allein schon der Bandname und der Albumtitel nahe: Ihre vierte CD haben die Donauwellenreiter „Delta“ genannt und sie spielt – wie schon die Erstveröffentlichung in dieser Besetzung „Euphoria“ – mit dem Zusammenwirken von vier künstlerischen Charakteren und verschiedenen musikalischen Welten. Denn die Kompositionen des Pianisten Thomas Castañeda lassen ihm und seinen Mitmusikern viel Spielraum: In vielen Stunden der Probenarbeit, des Zusammenspiels und der gemeinsamen Improvisation werden fein gearbeitete, bis ins Detail stimmige Stücke daraus.

Coverfoto Delta

Donauwellenreiter inspiriert
Foto: Andreas Jakwerth

Smartness, Leichtigkeit, Tiefgang

Das Ergebnis ist ein „faszinierend eigenständiger Sound von hoher poetischer Strahlkraft“, wie das Innsbrucker Treibhaus schreibt. „Virtuoses Vermögen gepaart mit Smartness, Leichtigkeit gepaart mit Tiefgang, das alles ermöglicht es dem Quartett, sich frei zwischen Pop-Band, Kammerorchester und Jazz-Combo zu bewegen.“ Castañeda bringt in diesen Kosmos unter anderem den „Culture Clash“ seines tirolisch-mexikanischen Elternhauses und die weitgehend autodidaktische Beschäftigung mit Musik ein, die Geigerin und Sängerin Maria Craffonara ihr Musikstudium und ihre Bühnenerfahrung in Oper und Neuer Volksmusik, der klassisch ausgebildete Cellist Lukas Lauermann seine Offenheit für Ernste Musik und Improvisation, für experimentelle und Popmusik, Schlagzeuger Jörg Mikula sein Jazzstudium am Berklee College of Music. 

 Wir haben verschiedene Backgrounds und es ist auch schön, wenn man die heraushört.

Thomas Castañeda über Donauwellenreiter

Klangfülle und Reduktion

„Delta“ ist die Summe aus all diesen Teilen und geht doch weit darüber hinaus. Das zweite Studioalbum des Quartetts mit eigenen Kompositionen zeigt, „dass uns die vielen Konzerte musikalisch und persönlich zusammengeschweißt haben“, meint Castañeda. „Der Sound ist homogener, wir sind musikalisch näher gerückt.“ Gab es dennoch einen bestimmten Ausdruck, den sie bei der Arbeit erreichen wollten, ein Leitmotiv wie Schönheit, Klarheit oder Einfachheit? Vielleicht die kurze Frage „Muss es sein?“, meint Castañeda. „Wenn man in einem Prozess steckt und nicht weiß, wie man weiterkommt, dann ist das die Idee: Alles, was nicht nötig ist – weg damit!“ Diese Hinwendung zum Wesentlichen ist „Delta“ anzuhören. Kitsch oder Pathos wird man hier vergeblich suchen, stattdessen Lust am Klang, an musikalischem Dialog und daran, aus vier Musiksprachen eine Stimme zu formen.

Donauwellenreiter 1
Auf Tour

Viele ausverkaufte Konzerte in Europa haben die Band musikalisch und persönlich nahe zusammengebracht.

Eingespieltes Quartett
Eingespieltes Quartett

Lukas Lauermann (Cello), Maria Craffonara (Geige, Gesang),  Jörg Mikula (Schlagzeug), Thomas Castañeda (Klammer, Gesang, Komposition)

Weit gereist
Weit gereist

Tourneen führten Donauwellenreiter unter anderem nach Deutschland, Italien, die Schweiz und Frankreich.

Maria Craffonara
Mit Geige und Stimme

Maria Craffonara spielt und singt bei Donauwellenreiter – mitunter auch in ladinischer Sprache.

Musikalischer Trost

Ein gewisses Wagnis lag trotzdem darin, das Album zu veröffentlichen, obwohl die geplante Promotiontour aufgrund der COVID19-Regelungen verschoben werden musste. „Aber wir wollten, dass die Musik hinausgeht“, meint Castañeda und freut sich über die positiver Resonanz bei Hörern und Presse. Kurz nach der Veröffentlichung kletterte „Delta“ sogar auf Platz 1 der iTunes Jazz Charts. Der nächste Schritt sei dann, seine Bandkollegen wieder einmal zu einer Probe zu treffen – schließlich hoffen Musiker wie Publikum darauf, dass im Herbst Donauwellenreiter auch wieder live auf einer Bühne stehen.

Nemophilia

Donauwellenreiter, „Nemophilia“

Donauwellenreiter

Donauwellenreiter – Bandgeschichte

Thomas Castañeda (Gesang, Klavier, Keyboard), Maria Craffonara (Gesang, Geige, Percussion, Kalimba) gründeten Donauwellenreiter vor zehn Jahren in Wien zusammen mit dem Akkordeonisten Nikola Zaric. Nach dessen Ausscheiden wurde mit Schlagzeuger  Jörg Mikula und Cellist Lukas Lauermann aus dem Trio ein Quartett.  2016 veröffentlichte das Ensemble die CD „Euphoria“ mit Eigenkompositionen, 2017 „Donauwellenreiter Play Gian Maria Testa“, 2018 „Euphoria Live“ und 2020 „Delta“. Die Konzerte der geplanten Promotiontour wurden verschoben. In Tirol sind sie voraussichtlich am 16. Juli 2021 beim Stummer Schrei zu Gast.

Music Delivery Service

in den Bezirken Imst und Landeck

Thomas Castañeda auf dem Weg zur Musikauslieferung

CDs von Donauwellenreiter sind bei der Band und im Musikhandel erhältlich. Einen besonderen Service bietet Thomas Castañeda von seinem Wohnsitz Imsterberg aus an: Bestellungen aus den Bezirken Imst und Landeck, die über seine Facebook-Seite eingehen, liefert er persönlich per Fahrrad aus.

Thomas Castañeda
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