Werner Pirchner zum 80er - Geschichten - kultur.tirol
Werner Pirchner © Calle Hesslefors
Februar bis Mai 2020

Werner Pirchner zum 80er

Mehr als ein Ständchen bringen Musiker in ganz Tirol dem Komponisten Werner Pirchner. Er wäre am 13. Februar 2020 80 Jahre geworden.

Geburtstagsfest im Treibhaus

Der Tiroler Jazzmusiker und klassische Komponist Werner Pirchner (1940–2001) prägte auf vielfältige Weise die österreichische, aber auch die internationale Musiklandschaft. Von der ersten eigenen LP „Ein halbes Doppelalbum“ Anfang der 1970er-Jahre, auf der er Jazz, traditionelle Musik und Einflüsse der Klassik, kombiniert mit satirisch-kritischen Texten, zu einem dichten, eigenständigen Musikwerk zusammenfügte, über den Kurzfilm „Der Untergang des Alpenlandes“, eine internationale Karriere als Jazzvibraphonist bis hin zur Arbeit als Komponist von Kammermusik- und Orchesterwerken, Liedern, Theater-, Film- und Ballettmusiken schuf Pirchner einen musikalischen Kosmos, der nahezu ohne Vergleich ist.

Am 13. Februar 2020 hätte Werner Pirchner seinen 80. Geburtstag gefeiert und aus diesem Anlass würdigt ihn eine ganze Reihe von Ensembles und Konzertveranstaltern mit Konzerten. Den Auftakt macht am 13. Februar das Innsbrucker Treibhaus, dem Pirchner eng verbunden war: Zahlreiche Auftritte als Jazzmusiker fanden im ersten Treibhaus in Pradl statt, ein Spruch von Pirchner und ein raumhohes Porträt zieren die Wände des Turms in der Angerzellgasse. Immer wieder gastierten dort auch Musiker mit Pirchner-Konzerten. Den Geburtstag feiert Norbert Pleifer vom Treibhaus unter anderem mit dem Akkordeonisten Siggi Haider und dem Schriftsteller Felix Mitterer, beide Wegbegleiter von Werner Pirchner, sowie mit dem Trio Verve, einem Klaviertrio um die koreanische Pianistin Suyang Kim.

Siggi Haider im Film „D.U.D.A.“ über Werner Pirchner

Siggi Haider und andere im Dokumentarfilm D.U.D.A über Werner Pirchner
© Wildruf, Malte Ludin

Brass und Orchester

Am 20. Februar folgt dann im ORF Musik im Studio der Auftritt des Bläserquintetts Tyrolean Brass, die Musik aus dem reichen und viel gespielten Œuvre Pirchners für Blechbläser aufführen. Dass Pirchner nicht nur ein brillanter Komponist, sondern auch ein origineller und scharfsinniger Verfasser von literarischen Texten und Briefen war, zeigt Hans Augustin mit einer Lesung, und schließlich sind auch Ausschnitte aus der Dokumentation „D.U.D.A“ zu sehen, die der Berliner Regisseur Malte Ludin über Werner Pirchner drehte, und Ausschnitte aus dem „halben Doppelalbum“ zu hören.

Zeitgenössische Musik aus Tirol ist einer der Schwerpunkte des Tiroler Kammerorchesters InnStrumenti. Was läge da näher, als dass das Ensemble auch dem einflussreichsten Tiroler Komponisten des 20. Jahrhunderts immer wieder seine Aufmerksamkeit schenkt. Am 7. März 2020 knüpft es in seiner Reihe „KomponistInnen unserer Zeit“ an Pirchners Theatermusik zu Shakespeares „Der Sturm“ an, die dieser für eine Inszenierung von Claus Peymann am Wiener Burgtheater komponierte. Für das Kammerorchester neu arrangiert, bildet das Werk den Ausgangspunkt für andere „Stürmische Zeiten“ in der Musik – unter anderen von Josef Schiechtl, Margarethe Herbert und Manuel Zwerger.

Eggner Trio Mischa Nawrata

Eggner Trio
Foto: Mischa Nawrata

Kammermusik auf höchstem Niveau

Im Mai erreicht das Pirchner-Jahr 2020 dann schließlich mit dem Festival „Musik im Riesen“ (21.–24.5.2020), das von den Swarovski Kristallwelten veranstaltet wird, einen Höhepunkt. Gleich zwei Konzerte und ein Vorkonzert hat der Komponist Thomas Larcher, künstlerischer Leiter des Musikfestivals und ein enger Freund von Pirchner, aufs Programm gesetzt. Im Eröffnungskonzert am 21. Mai um 20 Uhr im Haus der Musik in Innsbruck dirigiert Kasper de Roo das Ensemble Windkraft – Kapelle für Neue Musik und I Virtuosi Italiani. Die „Kammer-Symphonie – Soirée Tyrolienne PWV 16“ komponierte Werner Pirchner 1980 als Theatermusik zu einem Stück von Otto Grünmandl, 1984 instrumentierte er sie für das Ensemble Kontrapunkte neu.

Wo die Kammer-Symphonie auf den Klangkörper eines Kammerorchesters setzt, schöpft die „Birthday-Serenade PWV 34“ die Vielfalt des Klavierklangs aus. Die Uraufführung lag 1988 in den Händen von Thomas Larcher, 2020 tritt der junge Pianist Michael Schöch an, um diesen Geburtstagsgruß an Pirchner zum Klingen zu bringen. Schöch ist es auch, der Im Rahmen des Masterclass-Programms „Impuls“ bei Musik im Riesen 2020 mit Klavierschülern der Musikschule Wattens Klavierstücke aus Werner Pirchners Sammelwerk „Noten für die Pfoten PWV 60“ einstudiert. Das Ergebnis dieser intensiven Probenarbeit ist am 18. Mai 2020 um 19.30 Uhr im Forum der Swarovski Kristallwelten bei freiem Eintritt zu hören.

Michael Schoech © Andrej Grilic

Michael Schoech
Foto: Andrej Grilic

Musik im Riesen 2020

21.–24. Mai 2020
Werner Pirchner © Sepp Hofer

Werner Pirchner © Sepp Hofer

unter anderem mit:
Windkraft – Kapelle für Neue Musik, Freiburger Barockorchester, Vox Luminis, Attacca Quartet, Caroline Shaw, Novus String Quartet, Eggner Trio, Roomful of Teeth

www.kristallwelten.com
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