Von Alter bis Neuer Musik, von Performance/Tanz über Film bis von jung und alt und weltbekannt: alles vereint sich beim Osterfestival Tirol.
Osterfestival

32. Osterfestival Tirol

Das Festival betrachtet vom 27. März. bis 12. April 2020 den mit unterschiedlichsten Emotionen geladenen Begriff Friede.

Kategorie

Konzerte & Festivals

Datum

27.03.2020 - 12.04.2020

Veranstaltungsort

Osterfestival Tirol - diverse Aufführungsorte

Beschreibung

Unter dem Motto Friede? versucht das 32. OSTERFESTIVAL TIROL vom 27. März bis 12. April 2020 in Innsbruck und Hall mit Künstlerinnen und Künstlern aus aller Welt dem Wunsch nach Frieden und der Frage nach dessen Umsetzung im Kleinen und Großen auf den Grund zu gehen. Ab Aschermittwoch (40 Orte) vereinen sich neben Alter und Neuer Musik, Tanz und Performance, Film und Aktionen auch junge, am Beginn stehende, weltberühmte und außereuropäische Kunstschaffende.Es finden Größen der europäischen und außereuropäischen Kunst-und Kulturwelt wie Hopkinson Smith, Philippe Herreweghe, Kaija Saariaho, Sarah Maria Sun, Johannes Maria Staud, Markus Hinterhäuser, Jérôme Bel, die Palestinian Circus School und Jamal Hashemi (Iran) zum Osterfestival Tirol. Weitere Informationen zum Gesamtprogramm erhalten Sie auf derHomepage unter www.osterfestival.at.

Festivalpass:
Wegen großer Nachfrage auch dieses Jahr in limitierter Auflage! Den Festivalpass können Sie bei uns im Büro erstehen. Mit ihm haben Sie Zugang zu allen kostenpflichtigen Veranstaltungen des Festivals. Die Platzkarten erhalten Sie über unser Büro oder an der Abendkassa.

Preis: € 180,- Vollpreis | € 90,- junge Menschen unter 26 Jahre

Einzeltickets hier erhältlich!

Kontaktdaten

Festivalbüro und Karten:
Schmiedgasse 5
6060 Hall in Tirol
T. +43.5223.53808
F. +43.5223.53808-80

office@osterfestival.at
www.osterfestival.at

PROGRAMM


Freitag, 27. März 2020 20 Uhr Samstag, 28. März 2020 20 Uhr Hall, Salzlager
Eröffnung Routes (2018)


Bodhi Project & GN|MC
Choreographie: GN|MC Guy Nader|Maria Campos
Tänzer: Bodhi Project–Bernat Maciá Perez, Cristina Valdivielso Garcia, Fenia Chatzakou, Elise Ludinard, Yun Liu, Jun Wang

In Routes –Wege, Strecken –begeben sich sechs Tänzerinnen und Tänzer auf eine gemeinsame Reise. Teils als Einheit aber auch alleine erforschen sie Raum und Zeit. In Harmonie werden stets neue Strategien des friedlichen Zusammenseins im gemeinsamen Spiel gegen die Schwerkraft gesucht. Guy Nader und Maria Campos (GN|MC) verbinden in ihren Choreographien Akrobatik, zeitgenössischen Tanz, Rhythmus und Musik auf atemberaubende Weise. Jede Bewegung, jede Berührung, jede gemeinsame Drehung... ist anders, jede vermeintliche Wiederholung eine Variation. Dem Duo aus Barcelona geht es vor allem darum, in ihren Arbeiten den Körper in seiner Bewegung und die dadurch entstehenden Bilder neu zu deuten.Das junge Ensembledes Bodhi Project (Sead) lässt einen poetischen Abend von unglaublichem Tempo, voller Virtuosität und bestechender Variationen erstehen.

Sonntag, 29. März 2020 18 Uhr Innsbruck, Leokino

Die 120 Tage von Sodom (1975) (Originaltitel: Salòo le 120 giornate di Sodoma)
Italienisch mit englischen Untertiteln
Regie, Drehbuch: Pier Paolo Pasolini
Einführung: Marco Russo

Pasolini bedient sich des Werks von de Sade wie eines Steins, den er der italienischen Gesellschaft entgegenschleudert. Seine provokatorische Absicht ist es, die Gesellschaft aus ihrer Deckung hervorzulocken. (Alberto Moravia)
Menschliche Abgründe, Machtbesessenheit und Zerstörungslust stehen im Zentrum eines der umstrittenstenWerke der Filmgeschichte: Pier Paolo Pasolinis Die 120 Tage von Sodom. Als Vorlage dient Marquis de Sades gleichnamiger Episodenroman sowie die Vorhölle aus Dantes Die Göttliche Komödie. Pasolinis letzter Film ist in drei Teile geteilt: Höllenkreis der Leidenschaft, der Scheiße und des Blutes. Die Handlung spielt in der faschistischen italienischen Republik Salò. Vertreter des untergehenden Regimes demütigen, foltern und missbrauchen ihre Macht. Weder den Gefangenen nochden Zuschauern wird ein Ausweg gewährt.

Montag, 30. März 2020 20 Uhr, Hall, Salzlager

Frauenfantasien
Dieter SCHNEBEL
Yes, I will, Yes! (ÖEA, 2016)

Sarah Maria Sun –Sopran
Johannes Fischer –Perkussion

Dieter Schnebel (1930-2018), einer der wichtigsten deutschen Komponisten der Avantgarde und Freund der Galerie St. Barbara, hat sich virtuos mit Sprachperformance beschäftigt. In seinen Werken ging er oft an die Grenzen der menschlichen Stimme.

Yes, I will, Yes! ist ein Monodram über den Monologder Molly am Ende des Romans Ulysses. Es handelt sich dabei um einen achtzigseitigen Text ohne Punkt und Komma: die Nachtgedanken –und stark sexuellen Phantasien–der Protagonistin. Sie werden teils gesprochen, teils virtuos gesanglich umgesetzt. Die Begleitungbesteht einerseits aus einem Schlagzeugpart und andererseits aus elektronischem Zuspiel. (Dieter Schnebel)

Sarah Maria Sun hat Schnebels Komposition 2016 uraufgeführt. Als eine der ausdrucksstärksten Sänger-und Performerinnen für zeitgenössische Musik haucht sie wie keine andere Molly Bloom Leben ein.

Dienstag, 31. März 2020 18 Uhr Innsbruck, Leokino

Krieg & Spiele (2016)
Regie, Drehbuch: Karin Jurschick
Einführung: Dietmar Regensburger

Was haben Dietrich Oepke, einst Modellflugmeister der DDR, Dave Anthony, Entwickler von Call of Dutyund James Gimzewski, Professor für Nano-Architektur gemeinsam? Sie sind Spieler. Konkret oder virtuell, mit futuristischen Waffen oder künstlicher Intelligenz spielen sie mit den menschlichen und technischen Möglichkeiten. Wie real sind ihre Zukunftsvisionen? Die unbemannten Kriegsroboter der Zukunft sind nach dem Vorbild von Tieren gebaut. Perfekte Maschinen, die im Wasser, an Land und in der Luft die Bewegung jedes Lebewesens erfassen. Sie können autonom töten. Die technische Entwicklung verändert jetzt schon unsere Kriege und Vorstellungen von Ethik und Moral.Die deutsche Filmemacherin Karin Jurschick bewegt sich in den unterschiedlichen Parallelwelten –in Laboren, trifft Piloten und Menschen, die mit und unter den neuen Kriegstechnologien leben u.v.m

Mittwoch, 1. April 2020 19 Uhr Innsbruck, Treibhaus

... im Wandel?

Aleida Assmann und Max Czollek im Gespräch mit Brigitte Schwens-Harrant.

Ist ein Wandel möglich? Auch die Gesellschaft hat ihre Klimakrise: Alte Risse und neue Spaltungen durchziehen sie, Hass wird offen formuliert, Ressentiments, die man überwunden glaubte, zeigen sich frisch und unverblümt. Respekt und Anerkennung des anderen scheinen keine Selbstverständlichkeit. Welche Herausforderungen stellen sich angesichts dieser Entwicklungen? Wie kann man Gewalt und Bedrohung vermeiden und ein Klima schaffen, in dem man friedlich miteinander auskommt? (Aleida Assmann) Wie sollen/können wir morgen miteinander umgehen? Wie kann an der Umsetzung der Vision gesellschaftlicher Offenheit (Max Czollek) gearbeitet werden, ohne die eine plurale Gesellschaft nicht funktionieren kann?
In Zusammenarbeit mit der Universität Innsbruck.

Donnerstag, 2. April 2020 20 Uhr Hall, Salzlager

19 Uhr –Einstimmung
... im Rausch der Emotionen
Galina USTVOLSKAYA - Piano Sonatas (1947-1988)
Markus Hinterhäuser –Klavier

Galina Ustvolskaya, eine der wichtigsten und herausragendsten Komponistinnen des 20. Jahrhunderts, verfasste ihre sechs Klaviersonaten in einem Zeitraum von mehr als 40 Jahren. Über ihre tief-emotionale, sich in äußersten Extremen bewegende Musik sprach die zurückgezogene Russin kaum. Ich analysiere Musik nicht gern. Für mich ist etwas anderes wichtiger: die Natur, die Stille, die Ruhe. Nur keine Leute. Ich würde gern unter einer Birke sitzen – wie beim Komponieren der Zweiten Symphonie. Mehr brauche ich nicht. Einsamkeit ist das Beste. Weil ich in der Einsamkeit zu mir selbst finde, und das gibt mir eigentlich das Leben. Markus Hinterhäuser lässt die Zerrissenheit zwischen wütender Anklage und klagender Verzweiflung, bestimmt von religiöser Hoffnung in Ustvoskayas Klaviersonaten intensiv erleben.

Freitag, 03. April 2020 19:30 Uhr Innsbruck, Congress (Saal Tirol)

Erbarme Dich...
BACH Matthäus-Passion, BWV 244

Julian Pregardien –Evangelist
Thomas E. Bauer –Jesus
Dorothee Mields, Grace Davidson –Sopran
Alex Potter, William Shelton –Countertenor
Reinoud Van Mechelen, Hugo Hymas –Tenor
Peter Kooij, Tobias Berndt –Bass
Orchester und Chor des Collegium Vocale Gent Ltg: Philippe Herreweghe

Er hätte sich erklähret, nicht alleine als Cantor, sondern auch als Collega bey der Thomas-Schule seine Treue zu bezeigen. [...] und hätte er solche Compositiones zu machen, die nicht theatralisch wären. (Protocoll zum Drey Räthen vom 18. Augusti 1704)

Bach schrieb seine Matthäus-Passion als Kantor in Leipzig. Seine pietistischen Zeitgenossen hielten ihn bereits zu seinem Amtsantritt an, nicht zu theatralisch zu schreiben. Seine große Passion (UA 1727) mit zwei Chören und Orchestern hält sich nicht an diese Vorgabe. Sie beschreibt den Menschen in all seiner Verletzlichkeit: Schmerz, Verrat, Vergebung, Liebe, Mitleid und Erbarmen. Philippe Herreweghe ist einer der wichtigsten Bach-Interpreten unserer Zeit. Das Osterfestival Tirol feiert mit ihm und seinem Collegium Vocale Gent ihr 50-jähriges Bestehen.

Einziges Konzert in Österreich.

Samstag, 4. April 2020 20 Uhr Innsbruck, Congress Dogana

Näss (ÖEA, 2018)
Cie Massala
Choreographie: Fouad Boussouf
Tänzer: Yanice Djae, Sami Blond, Mathieu Bord, Maxime Cozic, Loic Elice, Justin Gouin, Nicolas Grosclaude, Teddy Verardo

In Näss –arabisch für Menschen – begegnen sich Körper, choreographische Stile, Kulturen, Musikrichtungen, Tradition und Moderne. Mit unbezähmbarer Wucht verbreiten sieben Männer auf der Bühne eine ansteckende Energie. Sie fallen mit vollem Elan in ihre akrobatische, mitreißende Choreographie zu Elektromusik und nordafrikanischen Trommelklängen, die einen nicht mehr loslassen. Fouad Boussouf baut eine Brücke zwischen seinem Heimatland Marokko und seiner Wahlheimat Frankreich. Vom nordafrikanischen Volks - über urbanen Tanz und Hip-Hop zur Gnawa-Musik wird Geschichte und Kultur zu einer vielschichtigen Performance geformt. Aus den unterschiedlichen Strömungen macht Boussouf eine neue Sprache. Näss ist berauschend, ein Stück, das das Publikum betört.

Sonntag, 5. April 2020 20 Uhr Hall, Salzlager

19 Uhr –Einstimmung
Du Leben, meine Hoffnung
DOWLAND, MONTEVERDI u.a.

Tanja Vogrin –Mezzosopran
Hopkinson Smith –Laute

Die berühmtesten Passionsmusiken des deutschen undwestlichen Kulturkreises sind u.a. von Bach, Händel, Telemann oder Charpentier, Delalande und Scarlatti. Über die Jahrhunderte sind aber auch wunderbare Meisterwerke entstanden, die uns heute kaum mehr bekannt sind.Hopkinson Smith, Pionier der Laute sowie der Alten Musik und einer derlängsten Weggefährtender Galerie St. Barbara, lässt gemeinsam mit der Mezzosopranistin Tanja Vogrin eine Auswahl jener seltenen Musiken zur Passionszeit erklingen: u.a. von Monteverdi, Frescobaldis Al pie de lagran croce, Bartolomeo Tromboncinos und Ruimontes Lamentaciones.

Montag, 6. April 2020 19 Uhr Innsbruck, Literaturhaus am Inn

Peace Seekers, Peace Keepers –in der Kunst, den Frieden suchen und bewahren
Hamed Abboud und Franz Hammerbacher im Gespräch mit Anna Rottensteiner

Syrien und der Libanon, zwei Länder und eine Region, die seit Jahrzehnten von Konflikten und Kriegen geschüttelt werden; zwei unterschiedliche Sichtweisen und Wege auf der Suche nach Frieden und Heimat. Hamed Abboud und Franz Hammerbacher: Ihre literarischen Texte werden am Abend zum Echoraum von zwei Lebenslaufen, die auf sehr verschiedene Weise von Krieg und Terror betroffen sind und sich ihnen literarisch stellen.
Sprache als Heimat im Gepäck: Hamed Abboud wurde 1987 in Deir ez-Zor in Syrien geboren und studierte in Aleppo Telekommunikationstechnologie. Ende 2012 floh er aufgrund des Krieges. Nach einer zweijährigen Odyssee landete er 2014 in Österreich, wo er zunächst im Burgenland lebte und seit 2016 in Wien. Ein Sprachpazifist an der Front*: Franz Hammerbacher hat seine Tätigkeit als Verleger in Wien unterbrochen, um sich als einfacher Soldat in der UN Friedensmission im Libanon zu verdingen. Der Prosaband Naqoura ist der abschließende Teil einer Trilogie, in der sich Hammerbacher mit dem soldatischen Alltag als Peacekeeper auseinandersetzt.
*Wojciech Czaja über Franz Hammerbacher in Der Standard vom 12./13.2.2011
In Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus am Inn.

Dienstag, 07. April 2020 20 Uhr Hall, Salzlager

19 Uhr –Einstimmung
La fine èsenza fine
SAARIAHO, TROIANI, KARASTOYANOVA-HERMENTIN, TAKEMITSU, STAUD (UA)
Ensemble Phace

Seit Jahren begleitet das Osterfestival Tirol mit Ur-und Erstaufführungen eines der bemerkenswertesten Ensembles für Neue Musik: das österreichische Ensemble Phace. Das Festivalteam freut sich besonders über das gemeinsame Auftragswerk an Johannes Maria Staud. Vervollständigt wird der Abend mit zeitgenössischer Musik aus Japan, Finnland und Österreich. Tōru Takemitsus Between Tides ist ein Spiel von Erwachen und Vergehen. Cage zufolge reist Takemitsu durch Japan um denWind durch unterschiedliche Bäume wehen zu hören und mit einer Gabe in die Stadt zurückzukommen: der Umwandlung von Natur in Kunst. Die nordischen Lichtbewegungen faszinieren Kaija Saariaho und inspirieren sie in Lichtbogen zu Musik, die traumhaft anmutet. Außerdem erklingt eine Tiroler Erstaufführung Alexandra Karastoyanova-Hermentins aus dem Jahr 2020 und ein Werk des in Graz lebenden Italieners, Lorenzo Troiani. Ein Abend voller Klangerlebnisse. In Zusammenarbeit mit Imago Dei.

Mittwoch, 8. April 2020 18 Uhr Innsbruck, Leokino

Dancer in the Dark (2000)Englisch mit deutschen UntertitelnRegie, Drehbuch: Lars von TrierEinführung: Dietmar RegensburgerDancer in the Dark ist der letzte Film aus Triers Golden Heart Trilogy (mit Breaking the Waves (1996) und Idioten(1998)). Im Mittelpunkt stehen tragische Frauengestalten, die sich für andere aufopfern und deren Liebe nicht davon abhängt, wie sie –vom Schicksal oder von den Menschen –behandeltwerden. (Lars von Trier)Die tschechische Einwanderin Selma und ihr zwölfjährigerSohn leiden an einer erblichen Augenkrankheit.Selmas Welt wird zunehmend dunkler, schon bald wirdsie nichts mehr sehen können. Tag und Nacht arbeitetsie in einer Fabrik,um ihrem Sohn die Augenoperationzu finanzieren. Sie flüchtet in eine Musicalwelt, da in Musicals nie etwas Schreckliches geschieht und sie immer ein Happy End haben. Mit Dancer in the Darkführt uns Lars von Trier auf eindringliche Weise die Sinnlosigkeitund Unmenschlichkeit der Todesstrafe vor.

Donnerstag, 9. April 2020 20 Uhr Hall, Salzlager

It’s a good day to die (ÖEA, 2018)
Persisch mit deutschen Untertiteln
Regie/Text: Kamal & Jamal Hashemi (Iran)
Performerinnen: Shiva Falahi, Sara Sajadi

Mit zwei weiblichen Figuren –Yalta, einer 33-jährigen Filmemacherin, die am Ende des Iran-Irak-Krieges nach langem in ihr Familienhaus zurückkehrt und Mona, die in diesem ihre Heimat gefunden hat –beschreibt Kamal Hashemi die Ausmaße und Folgen von Krieg. Vor dem Ausbruch hat Yalta im Haus einen Film gedreht, den sie weiterführen will, dieses Mal als Rückblick ihres eigenen Lebens. Mona ist Teil des Films. Das Haus bricht immer mehr zusammen und die beiden Frauen fragen sich, ob es Sinn macht, zu bleiben oder ob es nicht besser wäre, neue Wege zu gehen. Seyed Kamaleddin Hashemi (*1976) –Autor, Schauspieler, Filmemacher und Theaterregisseur –ist in Shiraz/Iran aufgewachsen. 1995 trat er der Mehr Theatre Group bei, die bereits mit Hearing 2017 beim Osterfestival Tirol zu Gast war. Mit It’s a good day to die versuchte er 2006 den Iran-Irak-Krieg aufzuarbeiten.

Karfreitag, 10. April 2020 15 Uhr Hall, Herz-Jesu-Basilika (Stiftsplatz)

Karfreitagsliturgie
Cantori Gregoriani Milano
Zelebrant: P. Dominik Markl SJ

Die Karfreitagsliturgie ist eine der tiefsten Erfahrungen. Am Karfreitag wird in den christlichen Kirchen etwas gepriesen und besungen, was man in unserer Zeit kaum denken möchte, nämlich die Ohnmacht des allmächtigen Todes. Jener Tod Gottes am Kreuz, der qualvolle Tod des Menschensohns, wird genau erzählt und in wunderbarer Harmonie feierlich besungen im ersten, Jahrhunderte alten lateinischen Gesang der Kirche: Alles Heil für die Welt geht von ihm aus –vom Kreuz, dem Ort schlimmsten Endes. Immer wieder singen wir „O crux, ave“ –sei gegrüßt, Kreuz –und inlanger Klage über sein Leid fragt Christus selbst „Populemeus, quid feci tibi? Aut in quo contristavi te? Respondemihi. / O du mein Volk, was tat ich dir? Betrübt ich dich? Antworte mir!

Karfreitag, 10. April 2020 20 Uhr Innsbruck, Congress (Dogana)

Sarab (ÖEA, 2018)
Palestinian Circus School
Regie: Paul Evans
Mitwirkende: Ahmed Abu Taleb, Mohammed Abu Taleb, Nour Abu Alrub, Hazar Azzeh, Marah Ashmar, Alaa Abu Alrub, Isam Abu Sneineh

Wir wurden gezwungen und hatten keine Wahl. Wir bewegten uns auf einer Straße voller Hindernisse und Kontrollen. Unser Schicksal ist unbekannt. Wir träumten vom Ankommen. Sarab (Fata Morgana) ist ein berührendes Nouveau Cirque-Stück über die Not der Flüchtlinge dieser Welt: die Suche nach einem sicheren Ort, die Hoffnung auf Zuflucht und ihre Grenzen. Der britische Regisseur Paul Evans sucht und findet gemeinsam mit sieben Performerinnen und Performern der Palestinian Circus School aus Ramallah bewegend starke Bilder. Shadi Zmorrod und Jessika Devlieghere gründeten 2006 die Palestinian Circus School in Ramallah. Mit viel Einsatz versuchen die beiden den jungen Artistinnen und Artisten eine Perspektive ohne Gewalt zu geben.

Karsamstag, 11. April 2020 7 Uhr Hall, Herz-Jesu-Basilika (Stiftsplatz)

Trauermette
Cantori Gregoriani Milano

Die Wasser des Todes umwogten mich, die Fluten des Unheils umgaben mich. Da gähnten offen die Tiefen des Abgrunds... Er streckte die Hand aus der Höhe und fasste mich, heraus zog er mich aus den großen Wassern. Er führte mich hinaus in die Weite, er brachte Rettung mir, weil er mich liebte. Eine Leuchte lässt du strahlen, in mein Dunkel bringst du, o Gott, das Licht. (Psalm 17)

Mich trieb er weg und ließ mich gehen / im Dunkeln, ohne Licht. Nur mich trifft seine Hand, / immer wieder, jeden Tag. Er ließ meine Haut verfallen / und mein Fleisch; / und er zerbrach mir meine Knochen. Mit Bitterkeit und Qual /umbaute und umschloss er mich. In Finsternis ließ er mich wohnen / wie die Toten aus uralter Zeit. Er hat mich ummauert, ich komme nicht weg, / er hat mich in schwere Ketten gelegt. [...] Was ich sehen muss, tut meiner Seele weh, / das, was den Töchtern meiner Stadt geschieht. Die grundlos meine Feinde sind, / jagten mich wie einenVogel. In der Grube wollten sie mich töten / und warfen Steine auf mich. Das Wasser ging mir über den Kopf. / Ich sagte: „Jetzt bin ich verloren!“ Da rief ich deinen Namen, Jahwe, / aus der Grube schrie ich zu dir. (Klagelieder, Kapitel 3)

Karsamstag, 11. April 2020 20 Uhr Hall, Salzlager

Lamentationen, Responsorien
Jan Dismas ZELENKA
Lamentationes Jeremiæ Prophetæ ZWV 53 u.a.

Chor & Orchester des Collegium 1704
Ltg: Václav Luks

Endlich habe ich die Freude, Dir die Responsoria des gesegneten Herrn Zelenka [...] anbieten zu können [...] dass Dir die Freude, die süßen Früchte dieses Mandelbaums kosten zu dürfen, gewährt wird. (J.G. Pisendel 1749 an G.Ph. Telemann)

Der böhmische Komponist Jan Dismas Zelenka (1679-1745) wirkte von 1710 bis zu seinem Lebensende am Dresdner Hof. Seine Musik war lange in Vergessenheit geraten. Die Responsorien für das Triduum der Karwoche (Gründonnerstag, Karfreitag, Karsamstag) schrieb er 1723 mit bereits 44 Jahren. Sie stehen am Beginn seiner Kompositionen für den katholischen Gottesdienst. Spannend an diesem Abend ist die Gegenüberstellung der stilistisch unterschiedlichen Responsorien und Lamentationen. Zum ersten Mal kommt das Prager Barockorchester Collegium 1704 unter seinem Leiter Václav Luks zum Osterfestival Tirol. International wurden sie bekannt durch die Interpretation von Zelenkas Werken.

Ostersonntag, 12. April 2020 20 Uhr Innsbruck, Congress (Dogana)

Abschluss
The show must go on (2001)
Choreographie: Jérôme Bel Laien & Profis aus Tirol

The show must go on des französischen Choreographen Jérôme Bel –einer der radikalsten und bedeutendsten Choreographen seiner Generation –ist als Kultstück bereits in die Tanz-und Performancegeschichte eingegangen. 2001 uraufgeführt, hat das Stück nichts an seiner Stärke verloren. Ein DJ und 20 Tiroler Performerinnen und Performer –von Laien bis hin zu Profis –nehmen berühmte Lieder aus 30 Jahren Popgeschichte beim Wort. Die Uraufführung war ein Skandal, da Jérôme Belden Alltagsgesten eine Bühne bietet und mit Humor Konventionen bricht. Das Ergebnis: Ein explosiver Tanzabend, der die Grenzen zwischen Bühne und Publikum verschwimmen lässt. Im Anschluss darf gefeiert und getanzt werden.

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