„Ich habe mich sechs Jahre lang nur aufs Bouldern konzentriert. Durch die ständige Wiederholung bestimmter Bewegungen und der oft relativ hohen Absprünge kam es dabei schleichend zu meinem Rückenproblem. Die Schmerzen wurden immer stärker, bis ich das Bouldern schließlich komplett aufgeben musste. Das war am Anfang extrem hart für mich. Seilklettern interessierte mich damals nicht, bis ich es therapiemäßig begann. Das hat mir die Augen geöffnet und mir gezeigt, was alles möglich ist. Es war ein großer Anreiz für mich, etwas Neues zu beginnen. Ich kannte die Sportklettergebiete hier vor der Haustür nicht. Die begann ich erst nach und nach zu entdecken und zu schätzen.

Ich bin und war immer schon ein sehr sturer Mensch, der es oft solange versucht, bis es eventuell doch hinhaut. Ich weiß nicht, ob das eine gute Eigenschaft ist. Aber wenn mir eine Route gefällt, kann ich schon viel Zeit und Energie investieren.

‚Le Miracle‘ ist sicher eine der schönsten Routen, die ich kenne. Ich klettere sie fast immer, wenn ich in Niederthai bin. Es gibt ganz wenige Risse in Tirol und deswegen ist das schon ein bisschen eine Spezialroute.“

 

Barbara Zangerl, Kletterprofi

 

Als 14-jährige begleitete Barbara Zangerl ihren Bruder das erste Mal zum Bouldern in der Halle. Davon motiviert, kletterte sie bald auch am Fels und bereiste später die Welt – immer auf der Suche nach herausfordernden Boulderfelsen. 2009 brachte sie eine Rückenverletzung vom Bouldern zu alpinen Sportkletterrouten. Sie kletterte Routen, die noch nie zuvor eine Frau bewältigt hatte – darunter auch „Des Kaisers neue Kleider“ am Wilden Kaiser. Eine ihrer Lieblingsrouten in Tirol ist „Le Miracle“ im Ötztal. Dort entstanden auch die Fotos, die hier zu sehen sind.

 
Niederthai
Barbara Zangerl auf der Kletterroute „Le Miracle“ im Ötztal, © Alpsolut/Johannes Mair
Barbara Zangerl auf der Kletterroute „Le Miracle“ im Ötztal, © Alpsolut/Johannes Mair
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