„Ich hatte schon immer ein Faible fürs Gärtnern: Auch wenn ich auf Reisen gewesen bin, habe ich eigentlich überall mit Gemüse gearbeitet, geschaut wie die Leute in anderen Teilen der Welt Sachen anbauen und mir so Inspiration für meinen Hof geholt. Dank Youtube mache ich das auch jetzt noch. Ich muss aber zugeben: Es neigt bei mir leicht zum Fanatismus. Wenn mir was zusagt, dann probiere ich das aus.

Ich interessiere mich sehr für verschiedene Sorten und auch für altes Saatgut. Wenn ich nur bei Konzernen Saatgut beziehe, habe ich immer das gleiche Gemüse. Ist man aber züchterisch aktiv, bewahrt man die Einzigartigkeit. Man bestimmt, welche Merkmale das Gemüse aufweist, gibt ihm einen besonderen Touch – und auch optisch ist nicht alles einheitlich: Die Geschichte von Lebensmitteln wird bewahrt.

Das beste Beispiel dafür ist die Tiroler Hosbohne: Das ist ein ganz regionales Gemüse, das es nur bei uns in der Gegend gibt. Das Saatgut habe ich zum Teil noch von alten Bäuerinnen bekommen. Die Leute kennen das noch von früher, denn wenn die Hosbohne reif war, dann war der Sommer da. Da bekommt man richtiges Sommerfeeling.“

 

Anton Baldauf, Biobauer

 

Vor zwei Jahren hat Toni Baldauf, der eigentlich Anton heißt, den Hof seiner Eltern übernommen. Sein Gemüse verkauft er unter anderem am Wochenmarkt in St. Johann in Tirol. Die Vielfaltsgärtnerei sei kompliziert, aber er habe seinen Traumberuf gefunden, meint Toni. Den könnte er sich übrigens auch außerhalb von Tirol vorstellen: „In Jamaika vielleicht“, sagt er.

 
Kirchdorf
Tiroler Hosbohne, ein sehr regionales Gemüse, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
Biobauer Anton Baldauf, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
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