„Mit Zwölf hat mich mein Onkel auf meine erste Klettertour am Wilden Kaiser mitgenommen. Ich erinnere mich noch sehr gut, wie ich als Knirps da hochkam zu den riesigen Wänden. Das sind Erlebnisse, die sich ins Gedächtnis einbrennen.

Der Wilde Kaiser ist eine Mischung aus Spielplatz und Labyrinth. Für Leute, die einfach das sichere Abenteuer suchen, gibt es total schön eingerichtete Sportkletterrouten. Andererseits gibt es auch historische Routen, die noch so sind, wie sie die Erstbegeher hinterlassen haben. Das ist wie lebendiger Geschichtsunterricht. Für mich ist Klettern nie eine rein sportliche Betätigung, sondern auch die Suche nach dem Abenteuer.

Vor etwa sieben Jahrzehnten hat Hermann Buhl eine Erstbegehung an der ‚Mauk‘ gemacht. Bis wenigen Jahren gab es auch keine Wiederholung des originalen Buhl-Quergangs bei einer Felsplatte im neunten Schwierigkeitsgrad. Mit Freunden habe ich darüber nachgedacht, wie er das mit seinen genagelten Bergschuhen damals wohl gemacht hat. Dann sind wir auf die originalen Haken gestoßen. Das Rätsel war gelüftet und wir holten uns die erste freie Begehung der Originalroute von Hermann Buhl – mit 70 Jahre alten Haken.“

 

Guido Unterwurzacher, Extremkletterer & Bergführer

 

Guido hat zahlreiche Erstbegehungen am Wilden Kaiser gemacht, darunter etwa die Route „Goinger Wunderwelt“. Der Klettergarten beim Schleierwasserfall am Wilden Kaiser gilt unter Sportkletterern als einer der europaweit Anspruchsvollsten.

 
Going am Wilden Kaiser
Der Wilde Kaiser, © Tirol Werbung/Jens Schwarz
Guido Unterwurzacher, © Tirol Werbung/Jens Schwarz
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