„Über Goethe habe ich einmal gelesen, er habe an furchtbarer Höhenangst gelitten. Da hat er sich einfach selbst therapiert: In Straßburg stieg er auf den 142 Meter hohen Turm des Münsters und starrte von der Plattform aus in die Tiefe. Bis er keine Angst mehr hatte. Danach war er geheilt.

Mir geht es ähnlich: Obwohl ich gerne am Berg unterwegs bin, habe ich Höhenangst. Einen schmalen Grat entlanggehen? Niemals. Viele Touren kommen deshalb für mich nicht in Frage und das ärgert mich. Da habe ich mir gedacht: Mach es wie Goethe. Stell dich irgendwo hinauf und warte ab, ob die Angst verschwindet. Die Hängebrücke war ein guter Anfang: Traue ich mich das? Man kann sich ja schließlich an beiden Seiten festhalten.

Was ich nicht gewusst habe: Die Brücke schwingt wirklich! Man muss den Weg sogar zweimal gehen, von der Burg Ehrenberg zum Fort Claudia und zurück. Ich sage wirklich ‚muss’, denn es war eine große Überwindung. Aber ich glaube, Goethe hatte Recht mit seiner Idee: Der Rückweg war nämlich viel besser. Ich habe sogar über das Geländer auf die Straße hinunter geschaut.“

 

Rosanna Battisti, Journalistin

 

114 Meter über dem Boden, 360 Grad Weitblick: Wer die Stahlkonstruktion highline179 betritt, hat ein bisschen das Gefühl, er würde schweben. Auf 406 Metern Länge verbindet die Hängebrücke, die es sogar ins Guinnessbuch der Rekorde geschafft hat, das mittelalterliche Burgensemble Ehrenberg mit Fort Claudia.

 
Reutte
Hängebrücke „highline 179“ bei Reutte, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
Rosanna auf der Hängebrücke „highline 179“, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
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