Orgelspielen kann schon sehr komplex sein: Man muss gut koordinieren können, ein bisschen wie im Cockpit eines Flugzeuges. Deshalb setzt das Orgelspiel grundsätzlich gutes Klavierspiel voraus, man braucht eine Basis. Ich habe mit sechs Jahren mit Klavier angefangen, aber schon damals wollte ich lieber Orgel spielen.  

Jetzt bin ich viel für Konzerte unterwegs, oft auch als Solist. Das ist wahnsinnig spannend: Wenn ich mich für einen Auftritt mit dem Instrument vertraut mache, dann möchte ich das Optimum rausholen. Dann fahre ich ein, zwei Tage vorher hin und lerne die Orgel kennen.
Ein Geiger zum Beispiel, der hat sein eigenes Instrument immer dabei. Er kennt jeden Millimeter und weiß genau, wie es funktioniert. Aber ich habe immer erst den Findungsprozess, damit ich weiß, wie die Orgel im jeweiligen Raum klingt.

Die Heldenorgel ist die verrückteste Orgel, die ich kenne. Mittlerweile habe ich mich aber schon an sie gewöhnt: Seit 2009 habe ich schon hunderte Konzerte auf ihr gespielt. Es ist immer noch etwas Besonderes, weil jedes Mal Publikum da ist. Man kann es sich nicht erlauben, dass man nicht gut spielt, denn es hört immer jemand zu, egal ob aktiv oder passiv.

 

Johannes Berger, Organist auf der Festung Kufstein

 

Seit 2009 ist Johannes Berger Kustos der Heldenorgel in Kufstein. Er kümmert sich darum, dass die größte Freiluftorgel der Welt stets richtig gestimmt ist. So oft wie möglich spielt der mehrfach ausgezeichnete Organist auch selbst. Dieses tägliche Konzert (jeweils um 12 Uhr mittags, im Sommer auch abends um 18 Uhr) hört man übrigens in ganz Kufstein.

 
Kufstein

, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
Johannes Berger, Organist auf der Festung Kufstein, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
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