„Wenn ich auf eine Alm gehe, höre ich ständig meine eigenen Glocken. Ich merke es auch, wenn der Ton nicht mehr so gut ist, wenn sie nach zehn Sommersaisonen ausgeschlagen sind. Dann sage ich dem Bauern: Du musst sie austauschen, das geht nicht mehr, das Gescheppere.

Wenn ich eine neue Glocke gieße, ist der entscheidende Moment die Qualitätsprobe: Wie ist der Klang? Wenn der nicht passt, dann kann ich sie schon wieder einschmelzen. Die Kunden, die ich habe, sind natürlich auch kritisch. Wenn ich im Lager 30 Glocken hab, dann probieren sie alle durch und läuten sich die besten heraus.

Zufrieden bin ich dann, wenn mir die Arbeit genau so gelingt, wie ich es mir vorgestellt habe. Ich habe den Betrieb von meinem Opa übernommen, er stand noch mit 91 Jahren in der Werkstatt. Beim Gießen war er immer angespannt, weil das für ihn immer eine kritische Geschichte war: Ist das Material zu kalt, ist die Form zu feucht, wird der Guß sauber? Es ist ja so: Ab dem Moment, wenn du das Material eingießt, kannst du keinen Rückzieher mehr machen.“


Wolfgang Olivier, Kunst- & Kleinglockengießer


Wolfgang Olivier ist einer der letzten Kunst- und Kleinglockengießer. Er fertigt beinahe alles: Von der Schaf- und Kuhglocke bis hin zur Gürtelschnalle – und sogar den Pokal für das Profi-Tennisturnier  „Generali Open“ in Kitzbühel. Ein Foto von dieser Trophäe hat er schon mal in Wien als große Werbung auf einem Bus wiederentdeckt. Das macht ihn jedes Mal stolz.

 
Waidring
Kunst- & Kleinglockengießerei von Wolfgang Olivier, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
Wolfgang Olivier in seiner Werkstatt, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
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