„Dieses Jahr habe ich bei einem Langlaufrennen einen ganz stark verwachselten Ski gehabt, er hat überhaupt nicht gehalten. Das war wirklich eine Katastrophe von Anfang an. Nach zehn Minuten wollte ich alles hinschmeißen. Am Streckenrand habe ich aber Freunde von mir gesehen, sie sind extra aufgestanden, um mich zu unterstützen. Da habe ich mir gedacht: ‚Ja, bist du wahnsinnig! Das kannst du jetzt einfach nicht machen.‘ Eine andere Freundin hat mich auch motiviert, ich solle doch wenigstens noch den nächsten Hügel hinauflaufen.

Ich habe also weitergemacht und krabbel’ dahin, wie ein Pinguin. Auf der Strecke waren gemeinsam mit mir etwa 30 Finnen, Norweger und Schweden unterwegs, die auch mitgelaufen sind. Die haben gelacht, geratscht und ich dachte nur: ‚Die haben es richtig fein und mit denen kann ich leicht mithalten.‘

Ich bin gemeinsam mit ihnen die Runde zu Ende gelaufen und war sogar noch schneller im Ziel als im letzten Jahr. Man darf sich nicht von dem Leistungsdruck beeinflussen lassen, wen interessiert denn die Zeit? Ich bin nur Sieger über mich selber.“

 

Rainer Renauer, Friseur

 

Rainer Renauer ist hauptberuflich Friseur und hat vor 20 Jahren mit dem Langlaufen begonnen. Damals galt das noch als „der Sport, den die alten Leute machen.“ Mittlerweile hat sich der Stellenwert verändert: Seine Heimat, die Olympiaregion Seefeld ist 2019 Austragungsort der FIS Nordischen Ski-WM und begeistert mit Langlauf-Infrastruktur in Top-Qualität.

 
Seefeld
Langlaufen in Seefeld, © Tirol Werbung/Manfred Jarisch
Langlaufen in Seefeld, © Tirol Werbung/Manfred Jarisch
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