„Wenn ich die Alm im Frühsommer aufsperre, weiß ich, dass jetzt wieder harte Arbeit auf mich zukommt. Dann hofft man, dass die Viecher und die Melker gesund bleiben. Da gibt es keine Familie und kein Privatleben, sondern nur Kas und wieder Kas, und dafür lebe ich dann. Von früh bis spät und bis zur Leistungsgrenze. Manchmal haben wir ja 34 Tonnen Käse im Keller lagern. Die jungen Laibe müssen jeden zweiten Tag gedreht werden. 30 bis 32 Kilo schwer sind die.

Auf der Alm lasse ich mir die Haare und den Bart stehen. Man fühlt sich dann stärker. Wenn ich mir im Herbst den Bart abrasiere, kenn’ ich mich erst mal selber nicht mehr. Ein radikaler Schnitt. Dann beginnt für mich eine andere Welt. Im Winter bin ich Masseur in einem noblen Wellnesshotel in Kössen. Früher, wenn ich von der Alm runterkam, hab ich mich im Hotel kaum getraut zu atmen, so sauber war es da. Eine ganz andere Sparte vom Leben. Aber mir taugt der Wechsel, ich liebe das.“

 

Johann Schönauer, Käser auf der Schönangeralm

 

Wer auf der Schönangeralm zu Besuch ist, kann den Meister in seinem Element erleben: In der Schaukäserei gewährt Johann Schönauer den Gästen einen Einblick in seine Arbeit. Verkostet werden können die Spezialitäten natürlich auch. Das sollte man sich nicht entgehen lassen – nicht umsonst wurde Schönauers Käse bereits mehrmals ausgezeichnet.

 
Wildschönau
Käse von der Schönangeralm, © Tirol Werbung/Bert Heinzlmeier
Johann Schönauer, © Tirol Werbung/Bert Heinzlmeier
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