„Ich vermisse meine Töchter. Wenn wir reiche Leute wären, wäre ich gar nicht hier. Wir hatten ein sehr schönes Haus in Nepal. Nach dem Erbeben war alles weg. Dort arbeite ich als Trekking Guide, in den nepalesischen Bergen gibt es sonst kaum Einnahmequellen. Nach dem Erdbeben hatten wir keine Gäste mehr. Das war für alle Guides dort schwierig.

Nepal ist ganz anders, die Hütten sind nicht wie diese hier. Hier geht alles schneller, es gibt alles am Berg. Ich entlade die Materialseilbahn, helfe in der Küche aus, wasche Geschirr ab, putze und bereite das Frühstück für die Bergsteiger vor. Nachmittags habe ich ein paar Stunden frei. Da gehe ich immer runter zu der Fahne. Von dort aus sehe ich alles: das Tal, den Bach, den Gletscher, die vorbeikommenden Bergsteiger. Nach ein paar Minuten komme ich dann wieder herauf.

Meine Töchter sind sieben und vier Jahre alt, sie gehen beide in Kathmandu zur Schule. Übers Internet spreche ich jeden Tag mit ihnen und mit meiner Frau. Seit ich als Trekking Guide begonnen habe, hoffe ich auf diese Chance – nun habe ich sie. Vielleicht kann ich mehrere Saisonen hier arbeiten. Wenn ich dann etwas Geld verdient habe, baue ich damit etwas auf.“

 

Ram Chandra, Trekking-Guide aus Nepal

 

Der Verein „Nepalhilfe Tirol“ ermöglicht es jährlich einigen Nepalesen, Erfahrung mit der Arbeit auf Hütten zu sammeln – unter anderem am Taschachhaus im Pitztal, das auch als Ausbildungsstützpunkt für alpine Hochtouren und Expeditionsvorbereitungen dient. Die Hütte ist zu Fuß über den Fuldaer Höhenweg oder durch das Taschachtal erreichbar.

 
St. Leonhard
Taschachhaus im hinteren Pitztal, © Tirol Werbung/Bert Heinzlmeier
Ram Chandras Version eines „Stoanmandls“, © Tirol Werbung/Bert Heinzlmeier
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