„Im Jahr 2000 bin ich bei der Arbeit sechs Meter weit vom Dach gefallen: Schulterblatt gebrochen, Wirbelsäule gezerrt, Schädel-Hirn-Trauma, die Hand ein Totalschaden. Ich war fast ein ganzes Jahr im Krankenstand. Dann habe ich nachgedacht: Was hättest du eigentlich im Leben gehabt, wenn du tot wärst. Gar nichts, du hast nur gearbeitet!

Mit 42 habe dann angefangen mit dem Laufen. Genau zehn Minuten. Länger hätte ich es nicht geschafft. Ein Jahr später war der erste Gletschermarathon bei uns im Pitztal. Da wollte ich dabei sein. Und jetzt mache ich 100-Kilometer-Läufe. Erst durchs Trailrunning bin ich draufgekommen, wie schön es bei uns hier ist. Früher dachte ich mir immer: Ja, Natur, das ist halt so. Wenn du hier entlangläufst und den Gletscher siehst – dieses Panorama ist einmalig!

Die Trailrunner sind so lässige Leute, da hilft jeder jedem. Wenn du ein Problem hast, bleibt jeder stehen. Vorbeilaufen gibt es nicht. Ich habe da super Freundschaften geschlossen: Italiener, Schweizer, Deutsche – egal. Mein Ziel ist, einmal das Pitztal zu umrunden. Über die Berge natürlich. Das sind fast 100 Kilometer. Was andere davon denken, ist mir egal. Ich laufe ja für mich selber.“


Reinhard Wohlfahrter, Trailrunner


Die Teilnehmer des „Pitz Alpine Glacier Trail“ überwinden bis zu 100 Kilometer und 6.700 Höhenmeter, der höchste Punkt liegt in rund 3.100 Metern Höhe. Ein Teil der Strecke verläuft entlang des Fuldaer Höhenweges zwischen Rifflsee und Taschachhaus, einer von mehreren ausgewiesenen Trailrunningstrecken im Pitztal.

 
Mandarfen
Reinhard Wohlfahrter beim Trailrunning im Pitztal, © Tirol Werbung/Bert Heinzlmeier
Reinhard Wohlfahrter, © Tirol Werbung/Bert Heinzlmeier
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