„Wenn man im Karwendel unterwegs ist, muss man nur die Augen aufmachen, dann sieht man schon, was das Besondere ist. Es ist auch egal, wie oft man schon hier war oder wie gut man das Gebiet kennt, wenn man es möchte und es zulässt, wird man immer wieder Neues entdecken: eine andere Pflanze, ein unbekanntes Fleckchen. Darum habe ich keinen Lieblingsplatz. Ich könnte mir nie nur einen einzigen Favoriten aussuchen.

Das Karwendel unterscheidet sich auch je nach Jahreszeit. Die Wanderung zur Falzthurnalm ist zum Beispiel im Sommer für jeden Tiroler, der da aufgewachsen ist, relativ unspektakulär. Macht man aber diese Strecke im Winter zu Fuß oder mit den Langlaufskiern, ist es ganz anders. Es ist viel weniger los, man hat eine ganz andere Perspektive.

Wenn ich mit Gruppen bei Winterwanderungen unterwegs bin, erzähle ich immer von den Tieren im Naturpark. Die sind ja auch nicht blöd, die suchen sich auch immer die schönsten Plätze aus, an denen sie stehen und bleiben können. Wenn man ein bisschen herumschaut, entdeckt man in Südhängen sicher Gämse, Hirsche und Rehe.“

 

Sebastian Pilloni, Naturpark-Ranger

 

Sebastian Pilloni hat ursprünglich Biologie studiert und ist seit 2010 Ranger im Naturpark Karwendel. Drei Mal pro Woche leitet er geführte Winterwanderungen oder Schneeschuhtouren für Gruppen rund um den Achensee. Bei diesen kleinen Exkursionen erzählt der Tiroler über Flora und Fauna im Karwendel.

 
Pertisau
Winterwandern im Karwendel, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
Aussicht auf den Achensee bei einer Winterwanderung, © Tirol Werbung/Lisa Hörterer
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