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Love is in the Tiroler Air: Dating-Ideen in Tirol

Aktualisiert am 10.02.2022 in Unterhaltung

In Tirol gibt es viele Möglichkeiten für besondere Dates.
In Tirol gibt es viele Möglichkeiten für besondere Dates.

Es ist leicht, sich in Tirol zu verlieben – ins Land eh, und erst in seine Leute! Denn Anbandeln ist hier keine fade oder peinliche Angelegenheit, sondern für beide Seiten ein Mordsspaß, egal, was draus wird. 10 Ideen fürs erste Date (und ein paar Tipps fürs Online-Dating-Profil).

1. Im Rausch der Gefühle und Almen beim Wandern

Das Wandern verspricht pure Lust, das findet auch der junge Müller im Gedicht – nur, dass der sich dann unglücklich in „Die schöne Müllerin“ verliebt und deshalb im Bach ertränkt. Tritt man den Weg aber gleich zu zweit an und plant voraus, ist Wandern die ideale Aktivität für ein erstes Date: Gehen kann einfach jeder Mensch, auch jene, die nicht wie Tiroler:innen in Berg- und Skischuhen zur Welt gekommen sind. Dazu betteln steile Passagen, Schotterwege und rutschige Holzstege förmlich ums Händchenhalten. Peinliche Gesprächspausen sind beim Wandern auch kein Thema: Tiroler:innen werden ihr üppiges Outdoor-Wissen auspacken – „Die ‚Frau Hitt’ … ja, dort drüben, der Gipfel in der Nordkette, der aussieht wie eine Frau auf einem Pferd! … war eine Riesin, die einer Bettlerin Steine zum Fraß vorwarf und dann selbst zu Stein wurde“ –, um anschließend eine selbstgemachte Jause aus dem Rucksack zu zaubern.

Einladend für ein paar Stunden in der Sonne zu zweit: Auf der Seegrube oberhalb von Innsbruck.
Einladend für ein paar Stunden in der Sonne zu zweit: Auf der Seegrube oberhalb von Innsbruck.

Um sich dem Rausch in jeder Beziehung hinzugeben, eignet sich die Wanderung von der Hungerburg oberhalb von Innsbruck über drei Almen (Arzler, Höttinger, Bodenstein) zur Seegrube. Die 4-Stunden-Tour lässt sich, je nachdem wie’s läuft, abschnittsweise abkürzen oder verlängern. Ganz Gemütliche nehmen gleich die Bahn auf 1.905 Meter hinauf, genießen auf der frei hängenden Plattform die Aussicht übers Inntal bis ins Wipptal und zurück auf der Hungerburg zwei frisch Gezapfte im „Hitt und Söhne“. Wer aber meint, zum Herzen Erobern muss man schon früher aufstehen: Um den Sonnenaufgang auf der Seegrube zu erleben, sollte man etwa um 3 Uhr morgens aufbrechen. Wenn das Licht beim Alpenglühen die umliegenden Gebirgszüge in sanftes Hellrosa taucht, kann man die rosarote Brille einpacken. Sollte der Funke trotz allem nicht überspringen: Getrennte Wege zu gehen, ist nie einfacher als am Berg – da sind sie auch noch ausgeschildert.

2. Ins kalte Wasser springen am See

Ein Steg für Zwei am Berglsteiner See.
, © Matthias PristachEin Steg für Zwei am Berglsteiner See. © Matthias Pristach

Gemeinsam in einem See zu baden, hat so etwas Unschuldiges, Wahrhaftiges: Beim Planschen streift sich wie zufällig die nackte Haut zweier Körper – die sonst vonseiten des Tiroler Singles mehrere Schichten Funktionskleidung (für alle Fälle) trennen würde. In diesem Szenario gehen sogar Smartphone und Smart-Watch unter, die sonst ständig dazwischenfunken. Noch wildromantischer wird dieses Date im Paradies: Der Berglsteinersee zwischen Kramsach und Breitenbach in Kufstein, eingebettet zwischen Nadel- und Laubwäldern am Fuße der Ruinen des Schlosses Gückenbühl, ist phänomenal idyllisch und sagenumwoben. Einst verliebte sich die Tochter eines mächtigen Ritters in einen armen Jäger. Ihr Vater gab dem Liebespaar nicht seinen Segen, sondern hetzte seine Hunde auf den jungen Jägersmann. Der stürzte dabei in den See und ertrank, woraufhin die Ritterstochter ihm in den Tod folgte. Seither sind die beiden im See auf ewig vereint. Im Schutz des Schilfs kann man angesichts dieser rührenden Geschichte seiner sensiblen Seite freien Lauf lassen. Nur nicht irritiert sein, wenn das Tiroler Date keine Träne verdrückt – die hebt man sich in Tirol für Tage auf, an denen ein Orkan zum Drinbleiben zwingt. Deshalb ist der Berglsteinersee auch im Winter eine gute Idee: Ins eiskalte glasklare Nass hüpfen, sich gegenseitig trocken und warm rubbeln, und dann in dem großen Holzhaus am Ufer einkehren, in dem sich seit Sommer 2021 eine schicke Lounge befindet. Dieser Ort hat nur einen Haken: Er ist dermaßen unverschämt schön, dass man das Handy doch wieder zückt. Dann aber bitte für ein gemeinsames Erinnerungsfoto: #lakeoflovers.

3. Liebesgeflüster und Schmetterlinge am Bauch beim Stadtspaziergang

Der Flüsterbogen in Innsbruck ist bestens geeignet für intime Botschaften.
Der Flüsterbogen in Innsbruck ist bestens geeignet für intime Botschaften.

Im Café hocken, am Smoothie nuckeln und sich dann verdruckst die Rechnung teilen? Lieber nicht. Gemeinsam durch die Stadt strawanzen – schon eher. Tiroler:innen sind nicht allzu redselig, sie drücken sich lieber durch ihre Energie und Aktivitäten aus. Im Botanischen Garten in Innsbruck können sie zum Beispiel durch die Blume sprechen – und zeigen, dass sie die Natur lieber bewahren anstatt sie zu zerpflücken. Aber wer braucht schon einen vergänglichen Blumenstrauß, wenn man über 5.000 lebendige Pflanzenarten aus aller Welt wie das Kongo-Lieschen oder den neuentdeckten Beauverd-Sommerwurz bewundern und sich im Tropenhaus echte Schmetterlinge um den Bauch flattern lassen kann. Je nach Jahreszeit riecht und blüht es hier in allen Nuancen und Farben. Im Duft- und Tastgarten ist Anfassen sogar ausdrücklich erlaubt – der Pflanzen wohlgemerkt.

Man kann auch dezent in die Offensive gehen: Und zwar über die Innbrücke zurück in die Altstadt, am Goldenen Dachl vorbei, in die Hofgasse 12. Auf den ersten Blick steht man dann vor einem stinknormalen Torbogen aus Stein. Dieses spätgotische Eingangsportal ließ Erzherzog Sigmund 1490 mit zwei Rinnen versehen. Flüstert man auf der einen Seite etwas hinein, kann der oder die Andere (und nur diese:r) die Botschaft am anderen Ende hören. Nicht erschrecken, wenn es plötzlich „Schmotzgoggl“ oder „a Schnitzel“ ins Ohr säuselt. Das ist kein Verhörer, Affront oder Ausdruck von Hunger, sondern Tiroler Mundart für ein zauberhaftes Mädchen beziehungsweise einen schönen Mann. Man sollte sich das Gesagte aber gut überlegen, denn was hier versprochen wird, gilt als fix, und nicht selten sollen dem Flüsterbogen anvertraute Wünsche wahr geworden sein.

4. Herzklopfen beim gemeinsamen Abhängen

Die Highline179 bei Reutte.
, © Naturparkregion Reutte/ Rolf MarkeDie Highline179 bei Reutte. © Naturparkregion Reutte/ Rolf Marke

Erste Treffen sollten immer auf neutralem Boden stattfinden, niemals in privaten Räumen ohne Hintertür. Die Verabredung könnte sich als Fake-Profil entpuppen (die sie mithilfe der Tipps im Anhang erstellt hat). Ohnehin vergnügen sich Tiroler:innen lieber draußen an der Luft, als drinnen in irgendeiner Sofaritze festzusitzen. Anstatt dem Date also in der FeWo-Küche Kochkünste mit Maggi Fix vorzugaukeln, eignet sich eine Brücke wesentlich besser, um zusammen abzuhängen. Sie schwebt über allem, vereint und erhebt zugleich – mehr Metapher geht kaum. Auf der Fußgänger-Hängebrücke Highline179 in Reutte kann man auch noch dem Herzklopfen nachhelfen. Dass sie im Tibet-Stil gebaut wurde, sorgt nicht unbedingt für buddhistische Gelassenheit. 114 Meter auf einem Gitterrost über dem Erdboden, in dem man auf halber Strecke eigentlich gerne zitternd versinken möchte, hat man 406 Meter lang Zeit, die Arschbacken zusammenzukneifen und die 1,2 Meter schmale Lauffläche zu nutzen, um einander näher zu kommen. Die unfassbare Kulisse sollte man auch echt nicht versäumen: Eines der bedeutendsten Burgenensembles Mitteleuropas umringt von Naturpark und imposanten Bergketten. Am anderen Ende der Brücke kann man sich lässig an einen Baum mit dicken stabilen Wurzeln lehnen und stolz zurückblicken auf die soeben überwundenen 70 Tonnen, die nur vier 60 Millimeter dünne Tragseile halten. Die Brücke verbindet übrigens die zwei mystischen Burgruinen Fort Claudia und Ehrenberg. Kein Serienmarathon in irgendeiner Sofaritze kann diese Live-Game-of-Thrones-Szenerie toppen.

5. Herzchakra öffnen beim Gipfel-Yoga

            
          , © TVB Kufsteinerland © TVB Kufsteinerland

Beim ersten Date schon sein Herz öffnen? Könnte auf eher introvertierte Tiroler:innen erst abschreckend wirken – bis man erklärt, worum und wohin es wirklich geht: mit der Bahn, dem Mountainbike oder zu Fuß auf 1.600 Meter über Innsbruck zur Muttereralm. Sich auf der Plattform am Speicherteich mit Blick aufs Karwendelgebirge zum herabschauenden Hund und Sonnengruß dehnen. Unter Anleitung  der Yogacoaches öffnen Übungen mit Rückbeugen den Herzraum, stimulieren das Herzchakra und graben verschüttete Gefühle aus. Das kann nicht nur verdammt emotional werden, sondern leider auch wie ein Exorzismus aussehen, wenn man sich mit aufgerissenem Mund alte Wunden aus der Seele atmet. In Tirol sieht man das aber nicht so eng; und alles, was Körper und Geist guttut und überhaupt im Freien passiert, ist nie verkehrt. Nach dem Gipfel-Yoga kann man noch gemeinsam mit der Gruppe frühstücken und über das Leben philosophieren – oder einfach gleich mit dem Floß in den Speicherteich stechen, dann fünf Kilometer Downhill-Cart fahren und in der „ZuMutBar“ an der Bahn-Talstation einen absolut zumutbaren Topfenstrudel teilen. Wer die Yoga-Treffen in den warmen Jahreszeiten verpasst, kann sich im Winter auf der Muttereralm direkt im Snowbike-Parcours vergnügen oder auf der 4,7 Kilometer langen Sportrodelbahn subtil testen, wie die Verabredung läuft: Reicht eine Rodel oder besteht das Date auf einer eigenen? Will es damit die Kurve kratzen oder arglose Kinder aus der Bahn drängen? Die Muttereralm eignet sich nämlich auch, um die Kinderliebe des Gegenübers abzuchecken. Es wimmelt hier von kleinen Menschen. 

6. Gegenseitig Halt geben im Hochseilgarten

Klettergärten eignen sich als erster Test für die Beziehungsfähigkeit.
Klettergärten eignen sich als erster Test für die Beziehungsfähigkeit.

Vertrauen ist das Fundament jeder Beziehung. Warum also nicht gleich mit dem Gießen beginnen. Und wo ginge das besser als in einem Hochseilgarten? Obwohl die meisten keine Vorkenntnisse erfordern und die Ausrüstung immer vor Ort gestellt wird, gibt dieses Date Tiroler:innen die Möglichkeit, ihr eigenes Spielzeug – Klettergurt, Klettersteigset, Helm und Zustiegsschuhe – mitzubringen und vorzuführen; und die Gelegenheit, sich fürsorglich zu zeigen: mit einem Extrapaar festem Schuhwerk und fingerlosen Handschuhen für die zartbesaitete Begleitung in ihren rutschigen Straßentretern. Der Kletterwald Bichlbach in der Tiroler Zugspitz Arena gleicht einem Beziehungsschnelldurchlauf: Auf fünf Parcours aus mehr als 60 Kletterelementen vollführt man zu zweit Balanceakte über schwingende Balken und Stahlseile; erlebt Höhen und Tiefen auf einem schwebenden Einrad und an einem Himmelstrapez; geht über verschiedene Schwierigkeitsgrade durch dick und dünn; und beweist Ausdauer auf einem 90 Meter langen Flying Fox über den Wildbach. Wie der Zufall oder das Schicksal es will, heißt neben Runden wie „Indiana Parcours“, „Tingel Tangel Bob“ und „Neue Welt" eine der anspruchsvollen Hindernisstrecken „Love me Tender“. Denn was birgt mehr Herausforderungen, die es zu überwinden gilt, als die Liebe? Allein an den Seilrutschen kann man sich auch mal hängen lassen – solange man sein Date ansonsten nicht in drei bis acht Metern Höhe hängen lässt. Sollte man als Paar aber nicht matchen und buchstäblich tief fallen: Die großen Netze zwischen den Bäumen fangen auch gebrochene Herzen auf.

7. Anbandeln beim Hüttenhopping

Olperer-Hütte-(c)-Tirol-Werbung—Jens-Schwarz

Um einen Volltreffer zu landen, kann man sich zumindest schon mal geografisch mitten ins Herz von Tirol begeben. Die beschauliche Gemeinde Mayrhofen-Hippach liegt auf 630 m Seehöhe im hinteren Zillertal und ist sommers wie winters ein Traum aus 1001 Geschichten. Um noch einladender, gastlicher und persönlicher zu erscheinen als ohnehin schon, bekommen Besucher und Besucherinnen der Region Freundschaftsbänder vom Tourismusverband oder von den Hüttenwirten und -Wirtinnen geschenkt. Pro Person immer zwei Bänder: eines fürs eigene Handgelenk, das zweite kann man an eines der großen Eisenherzen knoten, die die Gemeinde an zwölf Hütten aufgestellt hat, und mit einer Grußbotschaft versehen. Oder man kann es seiner Tiroler Verabredung mit einer etwas intimeren Botschaft an den Rucksack binden. Die „Hütten mit Herz“ – wie Furtschaglhaus, Granatalm, Grawandhütte und Tristenbachalm – liegen mit der Seilbahn oder zu Fuß mehr oder weniger nahe. Das Herz muss selbst wissen, wie weit es für die Liebe gehen will. Wer sein Tiroler Date im Winter mit Sportlichkeit beeindrucken (oder loswerden) will: In der Region Mayrhofen und Hippach gibt es je nach Schneelage bis zu 33 Kilometer gut gespurte Loipen (mit ausreichend Ausstiegsmöglichkeiten). 

8. Dopamineinschuss beim Denksport 

Wo ist der Schatz versteckt? Geocaching am Hahnenkamm.
Wo ist der Schatz versteckt? Geocaching am Hahnenkamm.

Wenn ein Wortspiel wie ein Elfmeter ohne Torwart vor einem liegt, ist man moralisch dazu verpflichtet, es umzusetzen: (S)Einen Schatz finden kann man ja wohl am besten beim Geocaching! Mittels Koordinaten und einem GPS-Gerät (zum Beispiel ein Smartphone, wobei Tiroler*innen als Kompass im Grunde auch die Berge reichen) sucht man auf unbekanntem Terrain markierte Verstecke. Dort liegt jeweils ein „Cache“, meist ein kleiner Behälter mit einem Logbuch und einem kleinen Geschenk oder Tauschgegenständen. Wenn das Tiroler Date freudig erregt vom „Hetz machen“ redet, muss man nicht um sein Leben auf einer Hetzjagd fürchten. „Hetzig“ heißt in Tirol lustig, „a Hetz machen“ bedeutet Spaß haben und genau das soll die moderne Schnitzeljagd auch. Auf der Suche kann man außerdem bestens seine Teamwork- und damit Beziehungstauglichkeit prüfen. Ungeduldige wählen gleich einen besonders komplizierten Track, um die allgemeine Frustrationsgrenze abzustecken. Die Bergbahnen Kitzbühel verlegen die Schatzsuche als erstes Seilbahnunternehmen in Österreich zusammen mit geocaching.com in die Berge. Bei einer Challenge findet das Rennen um 15 Caches zum Beispiel am Hahnenkamm, von der Bergstation bis zum Pengelstein statt. Wer danach noch Zeit zum Nachdenken braucht, kann sich über Perplexxx in Innsbruck ein Life Escape Outdoor-Game aufs Handy laden und dem Goldenen Dachl auf der Rätseljagd quer durch die Altstadt seine acht gestohlenen Schindeln zurückholen. Aber, wenn es regnet? Hey: Es gibt in Tirol kein schlechtes Wetter, es ... – wenn das Date diesen Satz jetzt beenden kann, ist er oder sie sowieso der oder die Richtige.

9. Liebe geht durch den Magen bei der Bergtour

Der Gaislachsee bei Sölden.
Der Gaislachsee bei Sölden.

Sich im Winter die Gemeinde Sölden als Treffpunkt auszusuchen, ist schon mal clever, denn das Skigebiet dort ist mit seinen drei Dreitausendern – die „Big 3“ Gaislachkogl, Tiefenbachkogl und Schwarze Schneid –, 31 Liften und 144 Kilometern Piste eines der beliebtesten der Alpen. Sollte man allerdings keinerlei Wintersportart beherrschen, kann man das Eis auch anderweitig brechen: mit gutem Essen. Aber auch das will erstmal wohl verdient sein. Von Sölden aus rückt man also erst mal in der Gaislachkoglbahn zusammen – nur zur Mittelstation! Der Restberg wird, wenn der Schnee denn geschmolzen ist,  gemeinsam bestiegen, denn kaum etwas verbindet mehr als ein gemeinsamer Gipfelsieg. Die Bergtour zum Gaislachkogl ist nicht ohne, doch wer einmal auf den 3.056 Metern steht und auf den herzförmigen Gaislachsee blickt, vergisst sofort, dass er die falschen Socken trägt und sich zwei fette Blasen gelaufen hat. Das erhabene Gefühl zwischen Eroberung und Abenteuer im Ötztaler Hochgebirge lässt sich in der unterirdischen James-Bond-Erlebnisausstellung an der Bergstation der Gaislachkoglbahn aufwärmen, in die man architektonisch durch eine Art Revolverlauf „geschossen“ wird. Das dazugehörige „Ice Q“ Gourmetrestaurant mag für ein erstes Date eine sehr ambitionierte Essenseinladung sein, für ein Wiedersehen ist es aber dafür absolut verheißungsvoll. 

10. In den siebten Himmel mit der Seilbahn

An der Sternwarte am Venet kann man durch ein Spezialfernrohr die Sonne beobachten.
, © Venet-Bergbahnen / Chris WalchAn der Sternwarte am Venet kann man durch ein Spezialfernrohr die Sonne beobachten. © Venet-Bergbahnen / Chris Walch

Es geht einfach nichts über die Romantik, gemeinsam in den Nachthimmel einzutauchen … Bitte nicht! Sterne sind sowas von abgeschmackt und inzwischen wahrscheinlich eh längst alle an irgendein Gspusi verschenkt. Es klingt außerdem nur semi-überzeugend, wenn eine Einladung zur ersten Verabredung lautet: „Hey, lass uns an einem weit abgeschiedenen Ort mitten in der Nacht treffen, weil man die Sterne nur jenseits von Smog und künstlichem Stadtlicht in absoluter Dunkelheit sehen und ich dir dann kein einziges Sternenbild nennen kann.“ Die Sonne gibt es nur einmal und alles dreht sich um sie. So ein Gefühl möchte man doch auch seinem Date geben. Tiroler*innen lieben die Sonne, denn Sonne heißt: der Berg ruft und der gesunde bis gegerbte Teint wird aufgefrischt. Der Himmel zählt in Tirol also eindeutig zum Kulturerbe. An der Bergstation der Venet Bergbahn in Landeck befindet sich eine Sternwarte mit einem im alpinen Raum einzigartigen Highlight: Durch ein Spezialfernrohr kann man am helllichten Tag zum ersten Mal im Leben gefahrlos die Sonne und ihre Gasmassen beobachten, Fotos davon machen, vor Begeisterung fast verglühen und so tun, als käme der vor Nervosität hochrote Kopf von diesem großen Hitzeball am Firmament. Wer auf der Sonnenterrasse der Venet Gipfelhütte dann auch noch beim Anblick eines Eichhörnchens „Oachkatzlschwoaf“ akzent- und fehlerfrei ausspricht, ein Set Karten zum Watten zückt und mit seinem Soacher den Schlag sticht, sieht das Herz seines Tiroler Dates nacheinander aufgehen, weich werden und dahinschmelzen.

Online-Dating mit Profil

Wer in Tirol als Single auf Online-Dating-Plattformen unterwegs ist, merkt schnell: „Netflix & Chill“ ist hier nicht angesagt – ohne „Natur & Action“ läuft nix. Profil-Tipps für den Swipe nach rechts.

NA

  • Auf den Profilbildern mit Statussymbolen wie dem neuen Geländewagen für die Innenstadt protzen oder mit fetten Wimpern-Extensions klimpern – solche Oberflächlichkeit interessiert in Tirol nicht.
  • Sich mit stumpfem Bankdrücken und Muskeln aufpumpen, Paleo-Diät und Eiweiß-Shakes zu brüsten, beeindruckt in Tirol auch null.
  • Auf dem Profilbild Plastik-Lederhosen zu Turnschuhen oder Polyester-Dirndl mit Glitzer tragen, „um sich den Gepflogenheiten anzupassen“ – lieber ein Schnapserl zur Völkerverständigung.
  • Auf dem Profilbild „zur Gaudi“ ein T-Shirt mit Lederhosen- oder Dirndlaufdruck tragen – niemand, wirklich niemand lacht.
  • Nicht lang schnacken – über den Schatten springen, treffen und Action!
  • Den Chat mit Huhu/Tschüssi beginnen/beenden (sollte generell verboten sein).

JA

  • Gut: Alles, was nur ansatzweise mit Bewegung, vor allem Outdoor-Sport zu tun hat, wie zufällig im Profilbild-Hintergrund platzieren.
  • Besser: Bilder in der Natur und statt Duckface lieber mit einer echten Ente und einem echten Lächeln posen.
  • Am besten: Bilder beim Mountainbiken, Bouldern, Snowboarden, vorm Gipfelkreuz (egal, wie oft man auf dem Weg dorthin aufgeben wollte).
  • Perfekt: keine einsamen Selfies, sondern Bilder mit Freunden und Freundinnen, Familie, Tieren oder gleich allen zusammen auf Tour.
  • Wenn schon Muskeln ins Bild sollen, dann Kamerafokus auf die strammen Wadeln.
  • „Griaß di“ geht immer.

Pauline Krätzig schreibt am liebsten über Menschen – deren Kultur, Geschichte(n) und Traditionen. Davon gibt es in Tirol jede Menge. Und verdammt guten Latschenlikör.

Pauline
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