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Esther

Wie ihr beim Eierpecken gewinnt und kein Palmesel werdet – Tirols eigenwillige Osterbräuche

Aktualisiert am 31.03.2020 in Kulturleben

Palmwedel, © Ines Mayerl © Ines Mayerl

Ostern ist in Tirol ein ganz besonderes Fest, denn es gibt die unterschiedlichste Bräuche – von großen religiösen Traditionen bis hin zu dörflichen Besonderheiten. Die meisten lassen sich auch in der Familie, unter freiem Himmel oder mit Abstand und Maske begehen, und auf die anderen könnt ihr euch zumindest im nächsten Jahr freuen.

Wer lang schläft, wird geneckt

Jedenfalls kommt ganz schön was zusammen, wenn man alle Osterbräuche in Tirol aufzählen will. Vielleicht liegt das daran, dass im Christentum in der Karwoche und zu Ostern zugleich an das traurigste – die Passion – und das freudigste Ereignis – die Auferstehung Christi – erinnert wird. Der Palmsonntag ist jedenfalls der Auftakt zu den Feierlichkeiten rund um Ostern, und Aufgeweckte können gleich in der Früh eine schelmische Freude genießen, denn der, der als letzter aufwacht, darf „Palmesel“ genannt werden. Die Pflanzerei – wie man in Tirol sagt – ist aber meist gleich wieder vergessen, weil die Vorfreude auf die Prozession überwiegt. 

Auf-Bretzeln am Palmsonntag

Palmsonntag A post shared by Marika { Tirol , Austria } (@marmelis_dietirolerin) on Apr 13, 2014 at 1:36pm PDT

Mädchen tragen bei den Prozessionen traditionell einen Palmbuschen, Buben eine Palmlatte mit, die aus Ölzweigen und/oder Palmkätzchen gebunden sind und mit bunten Bändern und süßen Bretzeln aus Germteig geschmückt werden. 2021 können leider einige traditionsreiche Prozessionen nicht stattfinden, zum Beispiel die in Thaur, bei der ganz vorne der hölzerne Christus auf dem Esel über die Feldwege gezogen wird, und die in Imst, wo ein Wettbewerb um die längste Palmlatte durchgeführt wird. Diese können schon einmal 35 Meter lang werde und müssen deshalb von bis zu 30 Burschen getragen und aufgestellt werden. Geweiht werden die Palmbuschen und Bretzeln aber auch in diesem Jahr. Wie alle Gottesdienste in der Osterzeit findet auch die Weihe oft unter freiem Himmel und mit viel Luft rundum statt. 
Wie gemacht für solche Umstände ist übrigens der Emmausgang, der die Osterfeierlichkeiten am Ostermontag beschließt. In Gedenken an die Jünger, denen der wiederauferstandene Jesus auf ihrem Weg nach Emmaus begegnete, geht man in Tirol am Morgen des Ostermontags spazieren.

In Imst stellen Burschen bis zu 35 Meter hohe Palmlatten auf.
, © Imst TourismusIn Imst stellen Burschen bis zu 35 Meter hohe Palmlatten auf. © Imst Tourismus

Verzicht und Opulenz

Fleisch, andere tierische Produkte und Alkohol – und, wo es möglich ist, von Kirchgängen. In den Kirchen werden die Altäre als Zeichen der Trauer verhängt, aber die Tiroler haben eindeutig einen Hang zum Barocken und zum Ausschmücken und geben dem auch in der Karwoche nach. In Breitenwang, Lienz, Nauders oder Patsch werden traditionell Heilige Gräber aufgebaut, bestehend aus Kulissen, bunten Lämpchen („Grabkugeln“), Vorhängen und Figuren. Wegen des großen Aufwands beim Aufstellen wird das 2021 leider nicht überall möglich sein. 
In anderen Orten sind die Tücher zum Verhängen des Altars („Fastentücher“) mit Szenen aus der Passion bemalt und wieder andere stellen Fastenkrippen auf, eine österliche Variante der Weihnachtskrippe. Besonders hübsch und auch noch bewegt ist die mechanische Krippe in Telfs-Moritzen, die in das Heilige Grab integriert ist.

Das Ostergrab in Patsch. 
, © TVB Innsbruck, Gemeinde PatschDas Ostergrab in Patsch.  © TVB Innsbruck, Gemeinde Patsch

Ratschen statt Glockenläuten

Wenn ihr in der Karwoche schon einmal in Tirol wart, dann habt ihr vielleicht Kinder mit hölzernen „Ratschen“ gesehen und euch über den knarrenden Lärm dieser Instrumente gewundert. Sie ersetzen die Kirchenglocken, die während der feierlichen Messen am Gründonnerstag und Karfreitag nicht geläutet werden dürfen. Erst die Auferstehungsfeier am Karsamstag beendet diese verordnete Ruhepause, dann werden auch das Feuer, das Taufwasser und heilige Öle geweiht, die Fastentücher abgenommen und die Heiligen Gräber verhängt.

Ratschen statt Glockenläuten
, © TVB Innsbruck, Patrick SaringerRatschen statt Glockenläuten © TVB Innsbruck, Patrick Saringer

Endlich wieder alles essen dürfen

Vielleicht liegt es daran, dass in Tirol sehr gerne und gut gegessen wird, das Ende der Fastenzeit erwarten jedenfalls viele sehnlichst. Je nach Ortschaft darf am Abend des Karsamstages oder am Morgen des Ostersonntages endlich wieder alles gegessen werden, zum Beispiel Osterschinken und Ostereier. Letztere werden gefärbt oder bemalt und für die Kinder versteckt, wobei in heutigen Osternestern die Schokoladeneier und -hasen längst die Oberhand gewonnen haben.

Eierpecken wie die Profis

Zum „Eierpecken“, bei dem im direkten Duell zwei Eier an der Spitze mit einem kurzen, festen Stoß aufeinandergeschlagen werden und ein kaputt gegangenes Ei dem Sieger übergeben werden muss, eignen sich aber nur hartgekochte Hühnereier. Und damit ihr, wenn ihr selbst einmal zum Eierpecken herausgefordert werdet, auch eine Chance habt, verrate ich euch die drei wichtigsten Grundregeln:

  1. Kleine Eier sind besser als große.
  2. Spitze Eier sind besser als runde.
  3. Auf die richtige Haltung kommt es an: Umfasst das Ei mit der Hand so, dass nur mehr die Spitze herausschaut.

Viel Erfolg und frohe Ostern in Tirol!

Esther Pirchner beschäftigt sich beruflich  - aber vor allem begeistert - mit Musik und Kultur.

Esther
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