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Zillertaler Doggln: Von der Stube auf den Laufsteg

Aktualisiert am 07.03.2022 in Kulturleben

Sag niemals Pantoffel zu ihm: Der Doggl ist die Zillertaler Urvariante des Hausschuhs und hält selbst die eisigsten Füße warm. Das Traditionsprodukt aus Naturmaterialien ist wieder „en vogue“ und hat es sogar auf die Fashion Week in Paris geschafft.

Vor allem im Winter haben wir es gerne gemütlich und warm. Was dabei sicher nicht ins Programm passt, sind kalte Füße. Wer das Problem ein für alle Mal lösen möchte, wird bei Günter und Marion Hartl im Zillertal fündig. Seit Jahrzehnten stellen sie aus Filz, Merinowolle und Lodenstoff die traditionellsten aller Hausschuhe her. Was ein wenig angestaubt klingen mag, ist hierzulande längst Kult. Selbst auf dem Pariser Catwalk waren die Doggln bereits zu sehen. Wie sich die Tiroler Filzpatschen an den Füßen internationaler Top-Models machen, seht ihr in diesem Video:

 

Video: So haben es die „Doggln“ aus dem Hause Hartl auf den Laufsteg in Paris geschafft.

Wiederverwertung in ihrer Urform

Aus alten, zerschlissenen Lodenkleidern haben die Bäuerinnen in Tirol einst neues Schuhwerk gemacht - und das lange bevor jemand wusste, was "Upcycling" eigentlich bedeutet. Die Stoffe hat man mit einem Roggenkleister, einer Mischung aus Mehl und Wasser, verklebt. Diese Klebetechnik wird bis heute auch bei Hartl angewendet. Bereits in der vierten Generation setzt die Schusterfamilie ihre spezielle Herstellungstechnik fort.

Nicht nur Handarbeit und hochwertige Qualität zeichnen den Doggl aus. Als reines Naturprodukt ist er außerdem nachhaltig – einmal abgetragen, kann man ihn bedenkenlos auf den Kompost werfen. Schließlich wird auch so mancher Garten mit Schafwolle gedüngt. Die personalisierten Stickereien und eine Auswahl modischer Farben, die es zusätzlich zu den klassischen Lodenstoffen gibt, lassen keinen Raum mehr für ein angestaubtes Image.

doggl-blog

Warme Füße in Schichten

Für einen Doggl werden vier Schichten aus Walk und Lodenstoff immer wieder miteinander verklebt. Diese Schichten werden mit der Innensohle aus dreifach gelegter Merinowolle vernäht und abschließend mit hochwertigem Loden als äußerste Schicht überzogen. Die Filzsohle aus gepresster Merinowolle wird geklebt, gepresst und geschliffen. Für den klassischen Halbschuh-Doggl wird zum Schluss die Lasche ausgeschnitten und mit einer Borte verziert. Insgesamt braucht es rund 6 bis 8 Stunden für die Herstellung eines Paars. 

Vier Wollschichten werden beim Doggl-Machen immer wieder miteinander verklebt.Vier Wollschichten werden beim Doggl-Machen immer wieder miteinander verklebt.

Ein Hausschuh für die Ewigkeit

Ganz günstig ist das Traditionprodukt freilich nicht, aber die Doggln haben eine Lebensdauer von bis zu 20 Jahren. Sie bestehen ausschließlich aus Naturstoffen, die zum einen geruchsneutralisierend sind und zum anderen die Eigenschaft besitzen, sich selbst zu reinigen. Es gibt den Doggl in drei Formen – den traditionellen knöchelhohen Urdoggl, den beliebtesten Halbschuh und den hinten offenen Hauspatschen. Egal für welche Form man sich entscheidet, der Doggl trägt sich am feinsten barfuß und passt sich mit der Zeit dem eigenen Fuß an. Mit einer zusätzlichen Gummisohle drauf kann man ihn problemlos draußen verwenden. Wählt man dabei die Variante aus dem Zillertaler Loden, so ist er sogar wetter- und wasserfest.

Asia hat in einigen europäischen Städten gelebt bis ihre alpinen Hobbys und die Liebe zu den Bergen sie schließlich nach Tirol brachten. Seitdem verbringt sie nicht nur viel Zeit am Berg, sondern begibt sich auch gern auf eine Entdeckungsreise in die Tiroler Kulturwelt – lernt das traditionelle Handwerk kennen, die heimische Architektur und die junge Designszene.

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