Weitwanderweg
Lechtaler Höhenweg


Ein Bergweg der Superlative, was landschaftliche Schönheit und bergsteigerische Anforderungen betrifft: Auf einer Länge von rund 100 Kilometern und einer Höhe zwischen 2.000 und 2.500 Meter folgt der Lechtaler Höhenweg dem Hauptkamm der Lechtaler Alpen. Unterteilt ist er in 18 Etappen, die von geübten Bergsteigern in 10 bis 15 Tagen bewältigt werden können. 13 Alpenvereinshütten bieten dabei Schutz, Unterkunft, beste Verpflegung, Ruhe und Geselligkeit.

Der Lechtaler Höhenweg ist ein Teilstück des nordalpinen Weitwanderweges 01 und des europäischen Weitwanderweges E4. Als hochalpiner Steig fordert er ein Höchstmaß an Kondition, fundierte Hochgebirgs-Erfahrung, Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und Kletterkönnen. Je nach Schneeverhältnissen benötigt man auf einigen Etappen Seil, Pickel und Steigeisen. Zu den Schlüsselstellen gehören die seilversicherte Roßkarscharte zwischen Steinseehütte und Württemberger Haus sowie die Südostwand-Querung der Vorderseespitze zwischen Ansbacher Hütte und Kaiserjochhaus.

 

Alle Informationen zum Lechtaler Höhenweg: www.lechtaler-hoehenweg.at

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Ausgangspunkt  

Stuttgarter Hütte

Endpunkt

Anhalter Hütte

Gebirgszug

Lechtaler Alpen

Länge

100 km

Dauer

15 Tag(e)

Merkmale

  • Rolli- Wandertour
  • Rundwanderung

Schwierigkeit

schwierig (schwarze Bergwege)

Höhenlage

2.500 m

Höhenmeter bergauf 10.160 m
Höhenmeter bergab 10.460 m

Streckenbeschreibung


Etappe 1: Stuttgarter Hütte (2.305 m) – Leutkircher Hütte (2.261)
schwierig, Gehzeit: 4 Stunden

Startpunkt des Lechtaler Höhenweges ist die Stuttgarter Hütte am Krabachjoch in den Lechtaler Alpen. Man erreicht sie am leichtesten von Steeg im Lechtal aus. Für die Wanderung auf dem Höhenweg wandern Sie von der Stuttgarter Hütte in östliche Richtung und passieren dabei das auf 2.430 Meter gelegene Erlijoch zwischen Erlispitze und Fanggekarspitze, kommen an der Erlachalpe im Almajurtal unterhalb der Valluga vorbei und gelangen schließlich zum Stapfe-Tobel. Hier ist Vorsicht geboten. Bei Schnee und Nässe wird dieses Teilstück gefährlich, kann aber über Erlachalpe und Bodenalpe umgangen werden. Die Leutkircher Hütte am rundgeschliffenen Almajurjoch bietet ein bequemes Nachtquartier.

 

Etappe 2: Stuttgarter Hütte (2.305 m) – Ulmer Hütte (2.288 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 2 - 3 Stunden

Die Etappe von der Stuttgarter Hütte zur Ulmer Hütte ist kurz, aber genussvoll, weil sie stets neue überraschende Aussichten bietet. Auf dem Robert-Bosch-Weg queren Sie die steilen Gras-und Schrofenhänge unter der Erlispitze und den fast senkrechten Wänden der Roggspitze, so gelangen Sie auf die Trittscharte (2.580 Meter). Hier genießen Sie einen grandiosen Rundblick ins Silvrettagebiet und ins Verwall, auch der bekannte Patteriol (3.056 Meter) ist im Blickfeld. Von der Trittscharte steigen Sie zur Ulmer Hütte im Valluga-Bereich ab. Sie ist eine der beliebtesten Ski- und Schutzhütten im Arlberg-Gebiet und hält gemütliche Schlafplätze bereit.

 

Etappe 3: Ulmer Hütte (2.288 m) – Leutkircher Hütte (2.261 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 3 Stunden

Der Weg von der Ulmer Hütte unterhalb der Valluga führt Sie über das Matunjoch (2.569 Meter), durch das Valluga-Pistengebiet und schließlich zu einem prägnanten Felsgrat, dem Weißschrofenkamm: Hier hätten Sie Gelegenheit, den anspruchsvollen Klettersteig zu begehen, der mit 500 Haken, 1.050 Klemmen und 200 Meter Stahlseil versehen ist. Am Höhenweg selbst gibt es ebenfalls ein bisschen Nervenkitzel bei den Schrofen unter den Bacherspitzen, bevor Sie die Leutkircher Hütte am Almajurjoch erreichen.

 

Etappe 4: Leutkircher Hütte (2.261 m) – Kaiserjochhaus (2.310 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 2 Stunden

Durch die grünen Mattenhänge des Stanskogels, der mit 2.757 Meter der bestimmende Gipfel auf dieser Etappe ist (Aufstieg ca. eine Stunde), wandern Sie an üppigen Bergblumenwiesen vorbei zum nächsten Etappenziel. Auf der gegenüberliegenden Talseite zeigt sich das markante Massiv des Hohen Riffler (3.168 Meter), der zur Verwallgruppe gehört. Bald schon pfeift Ihnen auf dieser kurzen, aber dennoch anspruchsvollen Etappe der Jochwind um die Nase und leitet Sie zum Kaiserjochhaus, das in einer geschützten Senke am Kaiserjoch zwischen Grießkopf und Bergleskopf liegt.

 

Etappe 5: Kaiserjochhaus (2.310 m) – Ansbacher Hütte (2.376 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 4, 5 Stunden

Auf dieser Etappe schlängelt der Höhenweg nördlich und südlich des Hauptkammes entlang. Zunächst geht es über grasbedeckte Kreideschieferböden und durch die Hauptdolomit-Schuttfelder des Grießkopfs zur Kridlonscharte. Hier genießen Sie einen beeindruckenden Blick auf den Hintersee, bevor Sie zum Hinterseejoch aufsteigen, die Südflanke der Vorderseespitze queren und stahlseilversichert zum Alperschonjoch (2.303 Meter) gelangen. Schließlich geht es noch übers gemütlichere Flarschjoch zur Ansbacherhütte, der höchstgelegenen Schutzhütte in den Lechtaler Alpen.

 

Etappe 6: Kaiserjochhaus (2.310 m) – Simmshütte (2.002 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 5 Stunden

Auf dem Weg vom Kaiserjochhaus in Richtung Osten zweigt unter dem Hinterseejoch der Weg zur Frederic Simms-Hütte ab, der Steig verläuft von hier aus nach Norden. Nachdem Sie das Kridlonkar passiert haben, erreichen Sie das „Klämmle“, dann geht es durch eine seilgesicherte Rinne am Nordhang der Vorderseespitze und an der rötlichen Feuerspitze vorbei auf das Kälberlahnzugjoch. Nun wandern Sie in Serpentinen hinunter zur Simmshütte unter der Holzgauer Wetterspitze (2.895 Meter). Sie gilt als einer der „elegantesten“ Gipfel der Lechtaler Alpen und weist einige Kletterstellen auf.

 

Etappe 7: Simmshütte (2.002 m) – Ansbacher Hütte (2.376 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 5 Stunden

Von der Frederic Simms-Hütte steigen Sie wieder auf das Kälberlahnzugjoch auf, biegen dann links ab und wandern unter der Feuerspitze auf das Stierlahnzugjoch (2.596 Meter). Viele Bergwanderer wollen den Aussichtsberg Feuerspitze nicht ignorieren und nehmen den ca. einstündigen, technisch nicht schwierigen Anstieg in Angriff. Auf dem Höhenweg quert der Steig die Nordostabstürze der Vorderseespitze und trifft bei den Knappenböden wieder auf die übliche, vom Kaiserjochhaus kommende Route, die zur Ansbacher Hütte führt.

 

Etappe 8: Ansbacher Hütte (2.376 m) – Memminger Hütte (2.242 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 5 Stunden

Diese Etappe führt zur bekannten Memminger Hütte, die mit 140 Schlafplätzen eine der größten Schutzhütten in den Lechtaler Alpen ist. Um zu ihr zu gelangen, muss man die Kopfscharte, das Winterjoch und die Grießlscharte bewältigen.

Danach führt Sie der Weg hinunter ins idyllische Parseiertal, wo Sie den Parseierbach überqueren und über die Bärenpleishänge zur Memminger Hütte aufsteigen. Für geübte Bergsteiger gehört auch die Besteigung der Parseierspitze zu den Herausforderungen dieser Etappe. Mit 3.036 Meter ist sie der höchste Gipfel der Nördlichen Kalkalpen.

 

Etappe 9: Ansbacher Hütte (2.376 m) – Augsburger Hütte (2.289 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 9 Stunden

Fordernd und anspruchsvoll gestaltet sich die Königsetappe des Lechtaler Höhenweges, der sich hier mit dem „Augsburger Höhenweg“ deckt. Es ist der zeitmäßig längste und schwierigste, aber auch der eindrucksvollste Abschnitt des Höhenweges. Unter anderem müssen Sie dazu das Winterjoch (2.528 Meter) und die Parseierscharte (2.604 Meter) überwinden, wo für Notfälle ein Biwakcontainer bereitsteht. Anschließend warten noch die Dawin-Scharte (2.650m) und der aussichtsreiche Dawinkopf (2.968 Meter), der zweithöchste Gipfel der Lechtaler Alpen. Der höchste Berg der Lechtaler, die Parseierspitze (3.036 Meter), kann ebenfalls auf dieser Etappe bestiegen werden. Die bestens ausgestattete Augsburger Hütte thront auf der Südflanke des Gatschkopfes.

 

Etappe 10: Augsburger Hütte (2.289 m) – Memminger Hütte (2.242 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 5 Stunden

Der aussichtsreiche und anspruchsvolle Spiehlerweg verbindet Augsburger und Memminger Hütte. Zunächst führt er Sie auf den Gatschkopf (2.945 Meter), dann über die Patrolscharte und die Wegscharte in Richtung Norden. Schließlich gelangen Sie zu den smaragdgrünen Seewiseen und steigen zur Memminger Hütte ab. Der Abstieg über die geröllreichen Schrofen von der Schulter etwas oberhalb der Patrolscharte und die Querung der Schneefelder gestaltet sich manchmal spannend, Vorsicht ist auch wegen der Steinschlaggefahr vonnöten. Die Memminger Hütte liegt idyllisch am Unteren Seewisee.

 

Etappe 11: Memminger Hütte (2.242 m) – Württemberger Haus (2.220 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 3,5 Stunden

Die Etappe beginnt gemütlich mit einer Wanderung durch Bergblumenwiesen, vorbei am Unteren Seewisee. Kurz vor dem Mittleren Seewisee zweigt der Steig zur Seescharte (2.599 Meter) ab, hier geht es zwischen zerklüfteten Felstürmen hindurch, bevor Sie die Großbergscharte queren. Nun marschieren Sie längere Zeit am Hauptgrat, überschreiten Großbergkopf und Großbergspitze (2.657m), die den höchsten Punkt des offiziellen Lechtaler Höhenweges markiert. Die Gipfel reichen noch höher hinauf: Zum Beispiel die 2.750 Meter hohe Leiterspitze. Das Etappenziel Württemberger Haus liegt wie ein Adlernest in einem Kessel des Medriol und bietet eine grandiose Aussicht.

 

Etappe 12: Württemberger Haus (2.220 m) – Steinseehütte (2.061 m)
schwierig, Gehzeit: ca. 4 Stunden

Vom Gebäudjoch aus kann man das Etappenziel schon mit freiem Auge sehen, allerdings ist die Steinseehütte von diesem Punkt noch ca. vier Stunden Gehzeit entfernt. Auf dem Weg dorthin wandern Sie auf der Südseite des Hauptkammes und müssen u.a. die seilgesicherte Roßkarscharte (2.400 Meter) überwinden, bevor es sanft abwärts zur Hütte geht, die von zackigen Felsgipfeln umrahmt ist. Das Gebiet um die Steinseehütte ist auch bekannt für seine großartigen Klettermöglichkeiten. Die Parzinntürme und die Steinkarspitze befinden sich in Hüttennähe.

 

Etappe 13: Steinseehütte (2.061 m) – Württemberger Haus (2.220 m)
schwierig, Gehzeit ca. 4,5 Stunden

Etappe 13 ist nicht exakt der Weg von Etappe 12 in umgekehrter Richtung, sondern führt auf einer landschaftlich sehr abwechslungsreichen Route über zwei leichtere Scharten – übers zum Teil tatsächlich grasbewachsene Gufelgrasjoch und die seilgesicherte Bitterscharte. Zu ihr beginnt der Aufstieg am schön gelegenen Bittrichsee. Wenn noch Schnee liegt, ist auch diese Scharte nicht zu unterschätzen, denn es kann hier sehr rutschig sein. Über einen langen Abstiegsweg und möglicherweise über Schneefelder kommen Sie schließlich beim Württemberger Haus an.

 

Etappe 14: Württemberger Haus (2.220 m) – Hanauer Hütte (1.922 m)
schwierig, Gehzeit: 6 Stunden

Es beginnt steil: Vom Württemberger Haus steigen Sie zum See oberhalb der Hütte auf, dann wird es gemütlicher, bevor es wieder anzieht und über 300 Höhenmeter auf die Bitterscharte (2.550 Meter) geht. Auf der anderen Seite klettern Sie durch die seilversicherte Scharte hinunter, nach einem steilen Geröllfeld erfolgt die Belohnung für die Mühe: Sie wandern nun über wunderschöne Bergwiesen und Almböden. Das nächste Teilstück führt idyllisch in den hinteren Gufel hoch zum Gufelsee und übers Guflseejoch (2.375 Meter). Von dort erfolgt der Abstieg zur Hanauer Hütte, die mit ihrem Hausberg, der Dremelspitze, beeindruckt.

 

Etappe 15: Steinseehütte (2.061 m) – Hanauer Hütte (1.922 m) (über Vordere Dremelscharte)
schwierig, Gehzeit: 3 Stunden

Von der Steinseehütte unterhalb der Schneekarlespitz wandern Sie über Weideflächen zunächst hinauf zum Steinsee und dann über Geröllhalden weiter zur seilversicherten westlichen bzw. Vorderen Dremelscharte (2.434 Meter). In diese Richtung ist der Abstieg auf der anderen Seite nicht so steil. Er führt über Geröll und dann über die Weideböden des Parzinn in ungefähr eineinhalb Stunden Gehzeit hinunter zur Hanauer Hütte. Von der Vorderen Dremelscharte kann auch die Dremelspitze (2.733 Meter), einer der schönsten Gipfel der „Lechtaler“, über den Normalanstieg erobert werden.

 

Etappe 16: Hanauer Hütte (1.922 m) – Steinseehütte (2.061 m) (über Hintere Dremelscharte)
schwierig, Gehzeit: ca 3,5 Stunden

Der Weg von der Hanauer Hütte zur Steinseehütte über die östliche bzw. Hintere Dremelscharte ist etwas länger und führt links an der Dremelspitze vorbei. Anschließend wandern Sie weiter hinunter zum Steinsee und weiter zur gleichnamigen Hütte. Wer bei dieser Etappe noch nicht genug hautnahen Fels gespürt hat, kann die Klettermöglichkeiten rund um die Steinseehütte ausgiebig nützen. Auch Kletterkurse für Anfänger und Fortgeschrittene werden hier angeboten.

 

Etappe 17: Hanauer Hütte (1.922 m) – Muttekopfhütte (1.934 m)
schwierig, Gehzeit: 6,5 Stunden

In der vorletzten Etappe des Lechtaler Höhenwegs geht es noch einmal über zwei hohe Scharten. Zuerst steigen Sie hinauf zum Galtseitejoch (2.421 Meter), danach bezwingen Sie unter den Steilflanken des Muttekopfs die Muttekopfscharte (2.630 Meter). Anschließend geht es steil hinunter zur Muttekopfhütte . Sie ist eine „alte Hüttn“, wurde aber mit viel Charme modernisiert und bietet viele Klettermöglichkeiten in unmittelbarer Nähe. Wer noch ein Gipfelerlebnis will: Der Muttekopfgipfel (2.774 Meter) ist einer der schönsten leicht erklimmbaren Aussichtsberge der Lechtaler Alpen.

 

Etappe 18: Muttekopfhütte (1.934 m) – Anhalter Hütte (2.042 m)
mittel, Gehzeit: 3,5 Stunden

Von der Muttekopfhütte zieht der Weg nach Norden. Sie wandern ins Scharnitzkar, dann auf den gleichnamigen Sattel (2.441 Meter). Von dort geht es durch die steilen Schrofen des Hahnenkars hinab zum Hahntennjoch (1.894 Meter), wobei die Hahntennjochstraße zu überqueren ist. Der anschließende Weg zum Steinjöchl (2.198 Meter) ist ein beliebter Wanderweg. Über sanfte Wiesenmatten steigen Sie zur urigen, sehr gemütlichen Anhalter Hütte hinab. Sie ist mit ihrem blumenreichen Hausberg Tschachaun (2. 334 Meter) ein würdiges Ziel am Ende des Lechtaler Höhenweges.

Infos zum Ort


Anreise

Wie kommen Sie zu Ihrer Zieladresse? Per Flugzeug, Bahn, Bus oder Auto.

Ihre Zieladresse: Steeg im Lechtal

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