Wandern

Hütten, die im Frühsommer geöffnet haben

Der Schnee zieht sich langsam in höhere Lagen zurück, die ersten Vieh-Herden werden auf die Almwiesen getrieben, überall blüht es. Der Sommer in den Tiroler Bergen steht vor der Tür! Damit beginnen auch die Planungen für die ersten Hüttenübernachtungen. Wie jeden Sommer stellt sich zu Beginn der Saison die Frage: Welche Alpenvereinshütten und andere Schutzhütten haben denn bereits geöffnet? Wo kann ich schon übernachten und den ersten Hüttenabend des Sommers erleben? Wir geben euch Hüttentipps für den Frühsommer.
Hans Berger Haus am Wilden Kaiser

Chiemgauer Alpen

Das Straubinger Haus liegt auf einer Almwiese unterhalb des Fellhorns in den Chiemgauer Alpen und ist zu Fuß von Erpfendorf oder vom Parkplatz Steinplatte in 3,5 bzw. 2 Stunden erreichbar. Auch mit dem Mountainbike ist die Hütte zugänglich und lässt sich ideal mit einem Aufstieg zum Fellhorn kombinieren. Das Spitzsteinhaus  liegt in bester Aussichtslage am Erlerberg nahe der bayerischen Staatsgrenze. Die Hütte ist vom Parkplatz aus schnell erreichbar. Der Spitzstein, direkt oberhalb der Hütte ist ein Aussichtsberg erster Klasse vom bayerischen Voralpenland bis zum Tiroler Hauptkamm und insbesondere im Frühsommer von Alpenpflanzen in allen Farben übersäht.

Kitzbüheler Alpen

In den Kitzbüheler Alpen kann man ab Ende Mai/Anfang Juni schon zwei beliebte Hütten-See-Kombis erleben. Erstens am Wildseeloderhaus, das direkt am Wildsee und am Fuße des Wildseeloders liegt. Und zweitens an der Neuen Bamberger Hütte, von der aus man die drei Wildalmseen erkunden kann. Ein Geheimtipp ist die Hochwildalm am Fuße von Gebra, Bischof und Sonnspitze.

Rund um den Wilden Kaiser

Rund um den Wilden Kaiser kann man schon früh in der Sommersaison eine (mehrtägige) Hüttentour planen. So kann man zum Beispiel mit einer Übernachtung auf dem Stripsenjochhaus, im Anton Karg-Haus oder im Hans-Berger-Hausdas Kaisertal erkunden. Oder man setzt die Tour über die Kaindlhütte auf die sonnige Südseite des Wilden Kaisers fort, wo die Gaudeaumushütte und Gruttenhütte Mitte Mai öffnen. Dann sind auch die ersten Etappen des Adlerwegs am Wilden Kaiser schon durchführbar. 

Hütten in Nahaufnahme

Storytime

Von der Stüdlhütte am Fuße des Großglockers über die Berliner Hütte in den Zillertaler Alpen bis hin zur Pfeishütte im Karwendel: In dieser Serie „Hütten in Nahaufnahme“ erzählen wir die Geschichten von Tiroler Alpenvereinshütten und den Menschen, die sie bewirtschaften.

Rofangebirge & Brandenberger Alpen

Apropos Adlerweg: im Rofangebirge öffnen zwei Alpenvereinshütten früh ihre Türen, die Bayreuther Hütte und die Erfurter Hütte. Weil auch die Buchackeralm schon ab April geöffnet hat, können die Adlerweg-Etappen in den Brandenberger Alpen und dem Rofangebirge schon früh begangen werden. Die Gufferthütte eignet sich wunderbar als Unterkunft zum Beispiel auf einer zweitägigen Mountainbiketour zwischen Kufstein und Achensee. Und wer hoch über Kufstein direkt auf einem Gipfel nächtigen möchte, kann dies im Pendlinghaus am Pendling tun und dabei dem Wilden Kaiser und dem Großglockner beim Aufwachen und Schlafen gehen zuschauen. 

Karwendel

Im Frühsommer bietet das Karwendelgebirge mit blühenden Bergwiesen und steilen Felsgipfeln beeindruckende Kontraste, während erste Hütten über dem Inntal dank südseitiger Hanglage bereits schneefrei erreichbar sind (Neue Magdeburger Hütte, Nördlinger Hütte, Bettelwurf-Hütte, Solsteinhaus). Mit Wanderungen oder Mountainbike-Touren zu Karwendelhaus und Hallerangerhaus kann schon früh im Herzen des Naturpark Karwendel übernachtet werden. Und wer noch nie auf der Tölzer Hütte oder dem Plumsjochhaus im Vorkarwendel geschlafen hat, wird von den Ausblicken auf die Karwendelketten im Süden nachhaltig beeindruckt sein.

Tuxer & Zillertaler Alpen

In den Tuxer und Zillertaler Alpen haben einige Hütten bereits früh geöffnet, darunter die Olperer Hütte, das Patscherkofelhaus, die Weidener Hütte oder die Kellerjochhütte die sich ideal für eine Hüttennacht im Frühsommer eignen. Für hochalpine Touren wie den Berliner Höhenweg oder Inntaler Höhenweg sind jedoch aufgrund von Schneeresten noch Geduld und gute Vorbereitung nötig. Währenddessen kann man schon echte Geheimtipps entdecken: wie die Maxhütte bei Ginzling im Zillertal, die Peeralm im ruhigen Navistal oder die Gault Millau Hütte des Jahres 2026 - die Grawandhütte auf dem Weg zur Berliner Hütte.

Wetterstein & Mieminger Kette

Die Coburger Hütte beeindruckt durch ihre Lage zwischen Seebensee und Drachensee mit Blick auf die Zugspitze und die Mieminger Kette. Sie ist entweder per Mountainbike-Unterstützung durch das Gaistal und dann zu Fuß oder mit der Ehrwalder Alm Bahn und anschließender Wanderung erreichbar – ein besonderes Ziel für Frühsommer-Touren. Auch auf der sonnigen Südseite der Mieminger Kette stehen zwei kleine, aber feine Berghütten für erste Hüttennächte bereit: Die Neue Alplhütte und das Lehnberghaus. Die Rotmoosalm liegt auf der Sonnenseite des Wettersteingebirges hoch über dem Gaistal. Bei günstiger Schneelage kann sie im Frühsommer schon als Stützpunkt auf dem langen Südsteig genutzt werden. 

Tannheimer Tal

Die Tannheimer Berge bieten im Frühsommer abwechslungsreiche Touren, etwa zur Bad Kissinger Hütte nahe dem Aggenstein oder zur Otto-Mayr-Hütte inmitten der Felswelt von Roter Flüh, Gimpel und Köllenspitze. Auch die Tannheimer Hütte und das Gimpelhaus auf der Sonnenseite der Tannheimer Berge öffnen früh ihre Pforten und können als Stützpunkt für Wanderungen unterhalb der steilen Felszacken der Tannheimer Gruppe genutzt werden. Die Drei-Seen-Wanderung mit Übernachtung in der Landsberger Hütte ist auch bereits früh im Jahr möglich, denn auch die Neunerköpfle-Bergbahn startet früh in die Sommersaison. 

Rund ums Lechtal mit Lechtaler und Allgäuer Alpen

Der Lechtaler Höhenweg ist erst später im Jahr komplett begehbar, doch bei Hüttentouren zur Muttekopfhütte oder zur Memminger Hütte gibt es bereits einen ersten frühen Einblick in die beeindruckende Landschaft der Lechtaler Alpen. Die Bernhardseck-Hütte liegt in sonniger Top-Aussichtslage hoch über dem Lechtal und kann direkt aus dem Tal oder wenn alle Schneefelder geschmolzen sind, auf dem Lechtaler Panoramaweg von der Bergstation der Jöchelspitzbahn erreicht werden. Mit der Hermann-von-Barth-Hütte öffnet die wahrscheinlich schönste und einer der traditionsreichsten Berghütten in den Allgäuer Alpen früh im Sommer.

Osttirol

Eine Menge von Frühstarter-Hütten macht es möglich, die ursprüngliche Natur in Osttirol schon im Mai und Juni ausführlich bewundern zu können. In den Lienzer Dolomiten öffnen die Dolomitenhütte, die Karlsbader Hütte und die Kerschbaumer Alm im Laufe des Mai und lassen sich bei günstiger Schneelage auf den Spuren des Großen Törlweges miteinander verbinden. Ist das Kerschbaumer Törl noch nicht begehbar, sind die Hütten für sich aber auch lohne Übernachtungsziele, die Karlsbaderhütte auch mit dem Mountainbike erreichbar. Alternativ öffnen rund um Lienz auch noch das sympathische Anna-Schutzhaus am Ederplan, die Lienzer Hütte im Herzen der Schobergruppe und die Hochsteinhütte als leicht erreichbare Ziele. Anfang Juni tut sich auch am Westende des Karnischen Höhenweges schon etwas: Die Sillianer Hütte in grandioser Aussichtslage gegenüber der Sextener Dolomiten lädt zu ersten Hüttenübernachtungen ein.

Auch im Bannkreis des Großglockners öffnen früh einige Hütten, die einen Blick auf den höchsten Berg Österreichs und die aufblühende Natur im Nationalpark Hohe Tauern ermöglichen (Lucknerhütte, Glorer Hütte, Kalser Tauernhaus). Ab Juni kann man im Venedigerhaus in Innergschlöss bereits wieder im schönsten Talschluss der Ostalpen übernachten. Und auch für Fans des Virgentals bieten sich Ende Mai /Anfang Juni schon attraktive Übernachtungsmöglichkeiten: Der Naturkraftweg Umbalfälle auf dem Weg zur Clarahütte ist im Frühsommer zur Zeit der Schneeschmelze besonders eindrucksvoll. Auf der Lasörlinghütte kann man die Einsamkeit der Lasörlinggruppe ab Anfang Juni genießen und ganz in Ruhe auf die Venedigergruppe auf der anderen Talseite schauen. Dort haben dann auch schon die Nilljochhütte und die Essener-Rostocker Hütte geöffnet. Die Neue Sajathütte ist sogar schon ab Mitte Mai geöffnet und über den Katinweg und wunderbare Bergwiesen zu erreichen.

Ötztaler Alpen

Die meisten Hütten in den Ötztaler Alpen liegen sehr hoch und öffnen erst später für hochalpine Abenteuer. Doch es gibt schon ein paar Ausnahmen, wo man schon Anfang Juni Höhen- und Hüttenluft schnuppern kann. Das Taschachhaus liegt im Taschachtal, unweit der beeindruckenden Gletscherflächen rund um die Wildspitze. An der Kaunertaler Gletscherstraße öffnet das Gepatschhaus bereits für alle Gäste, die mehr wollen, als die Kaunertaler Glescherstraße “nur” einmal mit dem Auto oder dem Rennrad hinauf und hinunter zu fahren. Hier, an einem der dunkelsten Orte Tirols, kann man in einer der ersten lauen Sommernächte in den wohl hellsten Sternenhimmel Tirols schauen. Ein toller Geheimtipp ist eine Übernachtung auf dem familienfreundlichen Hohenzollernhaus im sehr schönen Radurschltal. Auf dem Weg dorthin sollte man unbedingt noch einen Abstecher in die Radurschlklamm machen. 

Stubaier Alpen

In den Stubaier Alpen ist auf Wipptaler Seite die Sattelbergalm früh im Jahr ein tolles Ziel für eine Hüttenübernachtung mit der ganzen Familie. Die beiden kulinarisch außergewöhnlichen und architektonisch spannenden Hütten Tribulaunhütte im Gschnitztal und Neue Regensburger Hütte im Stubaital sind ab Anfang Juni geöffnet. Vielleicht erlaubt es die Schneelage ja sogar schon, an den Hängen der Gargglerin nach Steinböcken Ausschau zu halten.

Auf Sonnenwegen

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