Blog
Kategorien
Kaspressknödel, © Tirol Werbung / Rodler Ilvy
Essen & Trinken
ROLF Spectacles, © Tirol Werbung / Hörterer Lisa
Unternehmen
Sepp Kahn, Almliterat, © Bert Heinzelmeier
Menschen
Bergisel, © Tirol Werbung / Schreyer David
Architektur
Imster Schemenlaufen, © Tirol Werbung / Aichner Bernhard
Kulturleben
Swarovski Kristallwelten, © Tirol Werbung / Moore Casey
Empfehlungen
Tee, © Tirol Werbung / Haindl Ramon
Wohlfühlen
Frühling in Matrei in Osttirol, © Tirol Werbung / Webhofer Mario
Natur
Kinder am Fluss, © Tirol Werbung / Herbig Hans
Familie
Olperer Hütte, © Tirol Werbung / Schwarz Jens
Krimskrams
Great Trail , © Tirol Werbung / Neusser Peter
Sport
Neue Wege
Magazin
Jagdhausalmen im Osttiroler Defereggental. Foto: Tirol Werbung.
Serien
Benedikt Sarreiter

Über sieben Brücken musst du gehen …

20.04.2021 in Magazin

Fotos: Jörg Koopmann 

Die Hängebrücke bei Holzgau im Lechtal.
Die Hängebrücke bei Holzgau im Lechtal.

… und dann sind immer noch gefühlt siebenhundert übrig, die man sich auch noch angucken könnte. Tirol ist nämlich nicht nur ein Land der Berge, sondern auch der Täler – und damit der Brücken. Hier sind sieben Ausflugstipps, wie sich der nächste Besuch im wahrsten Sinne überbrücken lässt.

1. Auf den Spuren von Mönchen und Rittern

Bis heute wohnen Mönche auf dem Georgenberg bei Stans, ihr Kloster ist ein beliebtes Wallfahrerziel. Der spektakulärste Weg führt durch die Wolfsklamm, eine enge Schlucht, durch die laut das Wasser braust. Die letzten Meter auf den Klosterberg legen Wallfahrer und Wanderer über die spätmittelalterliche Hohe Brücke zurück. Ganz in der Nähe liegt zudem Schloss Tratzberg: ein Renaissanceschloss, das 100 Meter über dem Inn thront – und in seinen Kammern Rüstungen und Kanonen birgt.

Mehr über das Kloster St. Georgenberg

Die Hohe Brücke in der Wolfsklamm.
Die Hohe Brücke in der Wolfsklamm.

2. Film, Kunst, Radlpässe

Film und Fernsehen drehen gern in Pfafflar, etwa für den „Bergdoktor“. Den Ort erreicht man am besten über die Rohrbrücke Großer Gröben. Sie ähnelt mehr einem Tunnel als einer Brücke und streckt sich über eine Schlucht – und es ist gar nicht so einfach, zu bemerken, wann man durchfährt, denn aus dem Auto nimmt man sie nur als Tunnel war. Wer weniger Kulisse als vielmehr Ruhe und Kunst sucht, findet diese ebenfalls in Pfafflar. Der Weg der Sinne ist ein 2,5 Kilometer langer Spazierweg, den Werke einheimischer Künstler säumen. Den Streimbach passiert man dabei über eine Hängebrücke. Rennradler dagegen brechen zum 1894 Meter hohen Hahntennjoch auf: auf einen Pass mit spektakulär engen Kurven und wunderbarer Sicht.

Mehr über Pfafflar erfahren

Die Rohrbrücke Großer Gröben in der Nähe von Pfafflar.
Die Rohrbrücke Großer Gröben in der Nähe von Pfafflar.

3. Inns Brücken

Am meisten Trubel herrscht in Innsbruck in der Altstadt. Ruhiger ist es oft entlang des Inns. Von der Innbrücke aus zieht sich ein Fußweg am Ufer entlang. Weiter stromabwärts windet sich die Hungerburgbahn erst unter dem Inn und dann den Berg hinauf.  Wer den Gleisen folgt, muss ordentlich Höhenmeter überwinden, um an der Station Hungerburg einen tollen Ausblick über die Stadt zu genießen. Wer dem Fluss folgt, kommt bei der Grenobler Brücke heraus. Dort überquert man am besten den Inn auf einem Fußweg, der sich gut versteckt unterhalb der eigentlichen Fahrbahn zwischen den Pfeilern zieht. Zurück auf die andere Seite und gen Innenstadt geht es bequem per Tram. Mögliche Zwischenhalte: das frühere Innsbrucker Zeughaus („Mitterhofer Straße“), der am Nebenfluss Sill gelegene Rapoldipark („Leipziger Platz“) oder das Ferdinandeum mit seiner Ausstellung zu Tiroler Kunst und Geschichte („Landesmuseum“).

Zum Landesmuseum Ferdinandeum

Die Grenobler Brücke in Innsbruck.
Die Grenobler Brücke in Innsbruck.

4. Für Baum- und Höhenfreunde

Die Pitzeklamm ist gewissermaßen ein Seitenarm des Pitztals und steht als Teil des Naturparks Kaunergrat unter besonderem Schutz. Von Arzl aus schlängelt sich der Luis-Trenker-Steig durch die Schlucht: ein Baumlehrpfad, der über die örtliche Flora und Fauna aufklärt. Zurück geht es dann über die Benni-Raich-Hängebrücke in schwindelerregenden 94 Metern Höhe. Wagemutige nutzen das für einen Bunge-Sprung.

Zur Benni-Raich-Hängebrücke

Die Benni-Raich-Hängebrücke im Pitztal.
Die Benni-Raich-Hängebrücke im Pitztal.

5. Grenzgeschichten

Die Klause Altfinstermünz liegt an einer alten Römerstraße in der Finstermünzschlucht. Ein Verein hält die mittelalterliche Burg und Zollstation mit Märkten und Führungen am Leben. Eine Holzbrücke führt über den Inn und ins Schweizerische Graubünden. Eine alte Kampftechnik, die bis in die Neuzeit überdauert hat, lässt sich im nahen Pfunds auf einem Bogenschuss-Parcours erproben. Weitere Einblicke in die – hauptsächlich bäuerliche – Lebensweise vor vielen Jahrhunderten bieten das Heimatmuseum Pfunds sowie die Greiter Mühle und Säge, ein Schaubetrieb. Von der strategisch wichtigen Lage des Finstermünz- und Reschenpasses zeugen auch andere Bastionen in der Gegend, etwa die Straßensperre Nauders: eine massive, in den Fels gehauene Festung aus dem 19. Jahrhundert.

Zur Festung Atfinstermuenz

Die Altfinstermünzbrücke bei Nauders.
Die Altfinstermünzbrücke bei Nauders.

6. Perspektivwechsel

Viele Menschen kennen das Wipptal und sein berühmtestes Bauwerk – die Europabrücke – nur vom Durch- beziehungsweise Drüberfahren, als Teil der Brennerautobahn. Dabei verbirgt sich besonders in den Nebentälern jede Menge Natur. Mit St. Jodok, Schmirn- und Valsertal einerseits, Trins und Gschnitz andererseits gibt es dort gleich zwei Bergsteigerdörfer, die auf nachhaltigen Tourismus in Einklang mit der Natur setzen. Und wer die Europabrücke einmal aus einer anderen Perspektive sehen will? Der nimmt auf der Rückfahrt die alte Brennerstraße. Oder bucht einen Sprung von jenem Bauwerk, das bei seiner Fertigstellung immerhin die höchste Brücke Europas war.

Alles über das Wipptal

Die Europabrücke zwischen Patsch und Schönberg.
Die Europabrücke zwischen Patsch und Schönberg.

7. Drei-Brücken-Wanderung am Lech

Noch nicht genug Brücken? Der Lechweg ist ein Weitwanderweg, 125 Kilometer lang von den Lechquellen am Arlberg bis ins bayerische Füssen. Innerhalb von zwei Tagestouren ist es dabei möglich, drei ganz unterschiedliche Brückenkonstruktionen zu besuchen. Die erste Etappe (15,5 km, ca. 6 h) beginnt in Steeg in der Nähe von Imst. Bei Holzgau verlassen Wanderer den Lech und wagen sich ins Höhenbachtal hinein – und hinauf. In 110 Metern Höhe spannt sich eine Hängebrücke durch die Schlucht, an deren Ende sich der Simmwasserfall ergießt. Über Stockach und die Modertalschlucht führt der Weg zurück zum Lech. Bei Bach spannt sich die Lechbrücke dank roten Stahlseilen und schmalem Betonpfeiler über den Fluss. An Tag zwei (15 km, ca. 5,5 h) geht es zumeist am Lech entlang und hinter Luxnach am Doser Wasserfall vorbei. Im Ziel Elmen wartet die Klimmbrücke, die fast komplett aus Holz besteht. Alternativ können auch einzelne Abschnitte der Tour begangen werden. Zwischen Steeg und Elmen verkehrt die Buslinie 110, die Fahrtzeit beträgt rund 45 Minuten.

Zum Lechweg

Die Hängebrücke bei Holzgau im Lechtal.
Die Hängebrücke bei Holzgau im Lechtal.

Die Lechbrücke bei Bach im Lechtal.
Die Lechbrücke bei Bach im Lechtal.

Die Klimmbrücke bei Elmen im Lechtal.
Die Klimmbrücke bei Elmen im Lechtal.

Von A nach B

Um von A nach B zu kommen muss man manchmal auch Schluchten und Täler überwinden. Daher baute der Mensch Brücken, um Verbindungen zu schaffen. In Tirol kann man die Evolution der Übergänge an vielen Orten betrachten.

Hier erfährst du mehr

Benedikt Sarreiter verbrachte in keinem anderen Land außer seiner Heimat Bayern so viel Zeit wie in Tirol. Hier fuhr er ausgiebig Snowboard und geht jetzt Skifahren. Hier wandert er durchs Karwendel, kauft Käse, isst Knödel, trinkt Schnaps – das Paradies halt.

Benedikt Sarreiter
Letzte Artikel von Benedikt Sarreiter
Die Rohrbrücke Großer Gröben bei Pfafflar.
09.04.2021 in Magazin
Von A nach B
4 Min Lesezeit
Alle Artikel von Benedikt Sarreiter
Keine Kommentare verfügbar
Kommentar verfassen

Einfach weiterlesen

nach oben
Wenn Sie uns Ihre Email-Adresse verraten...

...verraten wir Ihnen im wöchentlichen Newsletter die besten Urlaubstipps aus Tirol!