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Vera

Guten Morgen Tirol

Aktualisiert am 14.04.2021 in Magazin

FOTOS: LENE HARBO PEDERSEN & JÖRG KOOPMANN

            7.53 UHR  Auf dem Weg zur Weide durchqueren Kühe das Dorf Forchach. Zeit wird’s!

          7.53 UHR  Auf dem Weg zur Weide durchqueren Kühe das Dorf Forchach. Zeit wird’s!

Das erste Licht am Horizont, der Duft der kühlen Luft, die Ruhe, die nur von einem Hahnenschrei oder einem freundlichen Gruß gestört wird: In Tirol gibt es viele gute Gründe, das Bett zeitig zu verlassen. Eine Liebeserklärung an die Morgenstunden.

Ist es eine Art angeborener Bergsteigerrhythmus? Die Nähe zum bäuerlichen Leben? Oder eine kollektive Störung der Melatoninproduktion? Egal, wann man aufsteht: In Tirol ist immer schon jemand wach. Auch für Urlauber lohnt es sich, den Tag mit ein paar Stunden Vorsprung zu starten.

            5.40 UHR  Wenn selbst die meisten Tiroler noch schlafen, wird es an der Markthalle Innsbruck schon wieder ruhiger.

          5.40 UHR  Wenn selbst die meisten Tiroler noch schlafen, wird es an der Markthalle Innsbruck schon wieder ruhiger.

            6.00 UHR  Über der kleinen Gemeinde Namlos geht die Sonne auf. Einer ist schon unterwegs.

          6.00 UHR  Über der kleinen Gemeinde Namlos geht die Sonne auf. Einer ist schon unterwegs.

Das eine sind die blanken Zahlen: Wer eine Woche Urlaub macht und in dieser Woche morgens um sechs Uhr statt um neun Uhr aufsteht, gewinnt 21 Stunden Zeit, was ungefähr drei ordentliche Gipfeltouren sind oder zwölf Spaziergänge rund um den schönen Heiterwanger See. Das andere, das ist das Gefühl. Die frische Hoffnung auf den neuen Tag, die das matte Blau ausstrahlt, wenn der Himmel zwar schon hell, aber die Sonne gerade noch nicht über den Berg geklettert ist. Das Zugehörigkeitsgefühl und das Einverständnis mit den Mitmenschen, denen man auf der Straße in aller Frühe begegnet, die genauso wach, genauso erwartungsvoll in den neuen Tag starten wie man selbst.

meinTirol-Magazin

Dieser Artikel ist aus dem meinTirol Magazin. Unter www.tirol.at/abo können Sie das Magazin abonnieren und bekommen jede Ausgabe kostenfrei nachhause in den Briefkasten.

Magazin-Cover-Sommer-2020

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            6.45 UHR  Morgenroutine: Ein Lehrling steigt in Landeck in den ersten Bus.

          6.45 UHR  Morgenroutine: Ein Lehrling steigt in Landeck in den ersten Bus.

Die Ruhe, die diese frühen Stunden in sich tragen, ein Postauto dort, eine Kuhglocke hier, die Tür zur Bäckerei, die ein wenig quietscht, wenn die erste Kundin mit den duftenden Tüten in der Hand wieder nach draußen tritt. Klare, vereinzelte Geräusche in der noch stillen Luft, bevor bald der muntere Klangteppich sich über den Tag legt. Der frühe Morgen in Tirol ist das schönste und gleichzeitig selbstverständlichste Versprechen, das es gibt: Nacht vorbei, Tag beginnt, alles auf Anfang. Schaut mal, wie schön, die Berge!

            5.49 UHR  Morgenstund, Gold im Mund – beziehungsweise am Himmel: Sonnenaufgang über der Innsbrucker Markthalle.

          5.49 UHR  Morgenstund, Gold im Mund – beziehungsweise am Himmel: Sonnenaufgang über der Innsbrucker Markthalle.

Lässt man den Dingen ihren Lauf, gibt es im Leben der meisten Menschen drei Phasen, in denen sie besonders früh am Morgen ohne besonderen Anreiz auf den Beinen sind: als Kleinstkinder, mit freiem Blick aus dem Gitterbett. Als junge Menschen, die das Nachtleben entdecken und am liebsten erst im Morgengrauen den Heimweg antreten, die ersten hellen Stunden des Tages also als die letzten eines langen Abends erleben. Und im Alter, wenn das einsetzt, was manchmal frech als „senile Bettflucht“ bezeichnet wird. Das Phänomen entsteht, weil ältere Menschen geringere Mengen des Schlafhormons Melatonin produzieren, die Möglichkeit haben, einen Mittagsschlaf zu halten, und einer geringeren beruflichen Belastung unterliegen.

            6.50 UHR  Noch nichts los auf der Innsbrucker Universitätsbrücke. Doch im Hintergrund leuchten die Berge.

          6.50 UHR  Noch nichts los auf der Innsbrucker Universitätsbrücke. Doch im Hintergrund leuchten die Berge.

Manche Wissenschaftler gehen sogar davon aus, dass die unterschiedlichen Schlafrhythmen im Lauf eines Menschenlebens evolutionäre Gründe haben: Wenn von der Großfamilie immer eine bestimmte Altersgruppe wach ist, ist auch immer jemand da, der im Falle einer Gefahr zuverlässig Alarm schlagen kann.

            7.33 UHR  In Seefeld weiß man: Frischer als nach einem Morgenbad kann man nicht in den Tag starten. 

          7.33 UHR  In Seefeld weiß man: Frischer als nach einem Morgenbad kann man nicht in den Tag starten. 

Dass man sich heute auch gegen dieses Phasenmodell entscheiden und in jedem Lebensalter die Frische der schönsten Früh genießen kann, weiß man wohl nirgendwo so zu schätzen wie in Tirol. Bergsportler und Menschen, die in der Landwirtschaft arbeiten, machen sich generell früh auf den Weg.

            7.37 UHR  Aufstehen, die Enten haben Hunger! Frühstück in Forchach.

          7.37 UHR  Aufstehen, die Enten haben Hunger! Frühstück in Forchach.

Aber auch ganz ohne besonderen Anlass stehen die Tirolerin oder der Tiroler gerne zeitig auf. Im Urlaub sollte man es unbedingt mal ausprobieren, sich diesem Rhythmus anzupassen. Raus aus den Federn. Rauf auf den Berg oder rein in die Radlerhose – oder wenigstens in die nächste Bäckerei, um duftende Semmeln für den Rest der Reisegruppe zu besorgen.

            8.15 UHR  Auf dem Weg zum Hahntennjoch ist ein guter Teil des Tagespensums bereits geschafft.

          8.15 UHR  Auf dem Weg zum Hahntennjoch ist ein guter Teil des Tagespensums bereits geschafft.

Wer weiß? Vielleicht wird dieser Tag ja besonders lang. So lang, glücklich und erfüllt, dass man abends gar keine Lust mehr hat, früh ins Bett zu gehen? Und bis tief in die Nacht beieinandersitzt? Dann, und nur dann sei am nächsten Morgen die Ausnahme erlaubt: mal ganz lang ausschlafen.  

            7.53 UHR  Später Nebel oder frühe Wolken? Egal, gleich öffnet in Nauders der Supermarkt.

          7.53 UHR  Später Nebel oder frühe Wolken? Egal, gleich öffnet in Nauders der Supermarkt.

Als ihr erstes Kind in die Schule kam, hat die Münchnerin die Schulferien und das Ende des Spontanreisens verflucht. Mittlerweile schätzt sie die frühe Planung – weil die schönsten Hütten alle noch zu haben sind. Und die Vorfreude ist richtig lang.

Vera
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