Von Seiten der Gemeinde , © Alexia Fin
Von Seiten der Gemeinde , © Alexia Fin

#22 Wie geht gute Satire? Die Hiphop-Formation „Von Seiten der Gemeinde“ zu Gast beim „K“

Mit Dialekt-Rap und Tonschnipseln aus dem Oberländer Regionalfernsehen sind „Von Seiten der Gemeinde“ weit über die Verständlichkeitsgrenzen hinaus erfolgreich. In dieser Ausgabe von „Das K“ reden wir mit ihnen über Gefälligkeit, das Phänomen Hiphop und die Rolle kritischer Kunst.

 

Shownotes

Wir treffen Rapper Yo!Zepp und DJ Chrisfader, zwei von drei Mitgliedern von Von Seiten der Gemeinde, an einem Märznachmittag in einem kleinen Tonstudio in Innsbruck. Obwohl sie mit Rap im Oberländer-Dialekt und Tonschnipseln aus Landeck-TV oder der Piefke-Saga arbeiten, haben sie auch in Wien eine treue Anhängerschaft. Ihr erstes Album hat ihnen eine Nominierung für den FM4 Award eingebracht. Auf ihrem neuenAlbum „Almen aus Plastik“ zeigen sie sich ernster und bissiger als zuvor.

Chrisfader, der kürzlich - nach 15 Jahren in Wien - nach Innsbruck gezogen ist, kommt ein paar Minuten früher und wirkt tiefenentspannt. Es sei heute sein erster Termin. Yo!Zepp, der, aus Landeck angereist, etwas später ankommt, trinkt erstmal einen Espresso. Mit Mundart-Rap sei es leider nicht so leicht über die Runden zu kommen, wie mit DJing, daher müsse er nebenher noch „hackeln“. Aber das sei auch in Ordnung. Auf die Frage, ob er dafür in seiner Nische der Beste sei, meint er verschmitzt das sei fast zu wenig gesagt: „Die Position in dem Game, passt gut für mich.“

Als Gleichgesinnte „Turntable-Nerds“ finden sich die heute als Testa und Chrisfader in ganz Österreich bekannten DJs bereits in ihrer Schulzeit in der HAK Imst. Wenig später lernen sie auf einem Battle-Rap Yo!Zepp kennen. Seither machen die drei gemeinsame Sache. Ihr erstes, 2014 erschienenes, Album „Von Seiten der Gemeinde“ sei ein Sammelsurium an Songs gewesen, die sie aus Spaß gemacht hätten. Vom Erfolg von Tracks wie "Ochsamusig", die in die Charts rutschen, waren sie vollkommen überrascht.

Dass sich ihre Musik auch über die Tiroler Landesgrenzen hinaus verbreitet, erklärt sich Chrisfader damit, dass es auch für Menschen mit einem anderen Dialekt etwas Einzigartiges ist. Während ihre bekannteren Singles in der Vergangenheit mit einem Augenzwinkern zu verstehen waren, wagen sie sich in "Almen aus Plastik" an ernstere Themen heran. In „Wolffreie Zone“ ziehen sie Parallelen zwischen der emotional aufgeheizten Wolfsdebatte und dem Diskurs zum Thema Migration in Tirol.

Dass ein solcher Song gelingt, ist immer eine Gratwanderung. Wir wollen nicht mit dem Zeigefinger Position beziehen, sondern das Thema satirisch aufarbeiten.

Beim Hören des neuen Albums bleibt einem das Lachen auch manchmal im Hals stecken. Das sei eine ganz bewusste Entscheidung gewesen. Obwohl sie sich auch gesorgt hätten, wie das ankommen würde, seien sie ihren Ideen treu geblieben und keine Kompromisse eingegangen. Gefällig sein, wollen sie keinesfalls, sondern die Menschen zum Nachdenken bringen.

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