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Kalvarienberg Scharnitz
Porta-Claudia-Straße
6108 Scharnitz
Kalvarienberg Scharnitz - 12 Stationsbildblöcke, Kreuzkapelle mit Grabkapelle
Der Kalvarienberg in Scharnitz ist ein besonderer Ort der Besinnung, der Geschichte und gelebten Tradition.
Auf dem Weg hinauf begleiten zwölf gemauerte Nischenbildstöcke mit charakteristischem Satteldach die BesucherInnen. Sie stammen aus dem späten 19. Jahrhundert, wobei fünf dieser Stationen im Jahr 1905 erneuert wurden. Ursprünglich beherbergten die Nischen schlichte, naiv gehaltene Darstellungen. Im Jahr 2014 wurden die Bilder vom Rietzer Maler Martin Juen restauriert. Die früheren Darstellungen des Künstlers Axel Österreicher sind heute als wertvolle Zeugnisse in der Scharnitzer Dorfchronik erhalten.
Am Ziel des Weges steht die Kalvarienbergkapelle, die um 1950 errichtet wurde. Ihr schlichtes Erscheinungsbild mit hölzernem Satteldach fügt sich harmonisch in die Umgebung ein. Im Inneren beeindruckt ein monumentales Kruzifix aus dem späten 19. Jahrhundert, das den Raum prägt und zur stillen Einkehr einlädt. Von dort oben hat man einen wunderschönen Ausblick über das ganze Dorf.
Ein weiteres bedeutendes Bauwerk ist die Grabkapelle aus dem Jahr 1898. Sie ist in die Erde gebaut, fensterlos und mit einer rundbogig geschlossenen Türöffnung sowie einem Satteldach versehen. Im Inneren befindet sich ein hölzerner Grabchristus aus dem späten 19. Jahrhundert, der in einer Grabnische ruht und die spirituelle Atmosphäre dieses Ortes unterstreicht.
Bis heute ist der Kalvarienberg fest im Brauchtum der Gemeinde verankert. Besonders am Karfreitag wird diese Tradition lebendig. Bei der sogenannten Ratschenwanderung ziehen die Scharnitzer Erstkommunionkinder den Weg hinauf. Da an diesem Tag in den katholischen Kirchen die Glocken schweigen, ersetzen die Ratschen ihr Läuten und erinnern zur Mittagszeit an das Gebet.