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Kreithkapelle
An der Straße Richtung Seefeld
6105 Leutasch
Die Kreithkapelle, eine Marienkapelle, wurde 1634 gleich nach der Pest errichtet.
Die Kreithkapelle, eine Marienkapelle, wurde 1634 gleich nach der Pest errichtet. Als einfache Rindenhütte entstand sie in Erfüllung eines Gelöbnisses zum Dank für die Verschonung vor der Pest: Als einzige ihrer Familie überlebte ein junges Mädchen in einer Rindenhütte eben am Platz der jetzigen Kapelle die Pest. 1637 machten die Erbauer aus dem einfachen Rindenhäuschen eine „echte“ gemauerte Kapelle. 1929 wurde sie durch einen Nachfahren der Erbauerin, Matthias Neuner (Knechtler) renoviert.
Die Kapelle, die an der Hauptverbindungsstraße zwischen Leutasch und Seefeld steht, sank immer weiter ab, weil das Straßenniveau immer mehr erhöht wurde. Deshalb geht man heute einige Stufen hinunter.
1995 wurde die Kreithkapelle von der Familie Rauth (Geggeler) komplett neu gebaut. Nachdem Statuen gestohlen wurden, ist das Originalaltarbild, welches das Jüngste Gericht zeigt, nicht mehr in der Kapelle. Es wird von Nachkommen der Knechtler verwahrt.
Innschriften in der Kapelle weisen auf das Gelöbnis hin: „Vor Pest, Hunger und Krieg, verschone uns oh Herr“ bzw. gemahnen an Mäßigung im Leben: „Wer vor diesem Gericht besteht, fröhlich in den Himmel geht, wers immer hat mit Lust und Freud, der wird wie mir vermaladeit“ (1634). Über dem Eingang ließ Matthias Neuner (Knechtl) bei der Erneuerung 1929 den schönen Vers aus Friedrich Wilhelm Webers „Dreizehnlinden“ anbringen: „Zitternd in des Lebens Mitte sind vom Tode wir umgeben, auf der Heid ein Wolkenschatten fährt dahin das Menschenleben.“ Dies deshalb, weil ihm der Vers so gut gefiel und weil er sich auch mit dem Gedanken, nach Brasilien in die Tiroler Siedlung Dreizehnlinden auszuwandern, beschäftigte.
Da diese Kapelle sehr klein ist, bietet sei keinen Platz für eine Andacht.