Ausflugsziel Schneiderliasnkapelle

Leutasch

Die Schneiderliasnkapelle, die dem Hl. Florian geweiht ist, wurde nach einer Sage im 13. Jahrhundert erbaut, eine Inschrift gibt als Baudatum das Jahr 1813.

Beschreibung

Die Schneiderliasnkapelle, die dem Hl. Florian geweiht ist, wurde nach einer Sage im 13. Jahrhundert erbaut, eine Inschrift gibt als Baudatum das Jahr 1813.

Auch wenn eine Sage über die Erbauung der Schneiderliasnkapelle beinahe gleichlautend in zwei anderen Orten erzählt wird, ist vielleicht doch ein wenig Wahrheit in dieser Erzählung über die Entstehung der St. Florians Kapelle in der Plaik zu finden:

„Ein Mann aus Leutasch, der Plaikner genannt wurde, habe im 13. Jahrhundert eine Wallfahrt zum Hl. Jakob von Compostela in Spanien versprochen, wenn ihn Gott mit einem männlichen Erben erfreuen würde. Gott erhörte sein Gebet. Kaum war der Sohn zum Jüngling herangewachsen, trat er die Reise samt seinem Weibe und Sohne dahin an. Als sie in einem Wirtshaus in der Stadt St. Dominici Calciatensis einkehrten, verliebte sich die Wirtstochter in den Jüngling. Dieser aber hatte seine Jungfrauschaft der seligsten Jungfrau verlobt und widersetzte sich deshalb standhaft ihrem bösen Ansinnen. Darüber ergrimmte die Wirtstochter und legte heimlich den silbernen Becher ihres Vaters in seinen Reisesack. Am anderen Morgen lief sie den Reisenden nach, schalte den Jüngling einen Dieb und riß den Becher aus seinem Sack. Der Jüngling wurde ergriffen, eingesperrt, zum Tode am Galgen verurteilt und tatsächlich gehenkt. Er aber, seiner Unschuld bewusst, empfahl sich der seligsten Jungfrau und dem Hl. Jakob. Unterdessen reisten seine Eltern in größter Betrübnis zum Hl. Jakob und verrichteten da selbst ihre Andacht. Nachdem dies geschehen, kehrten sie auf dem nämlichen Weg zurück. Siehe, da fanden sie ihren Sohn noch lebend auf dem Galgen hängen, der also sprach: Vater, ich leben noch frisch und gesund. Maria und St. Jakob erhielten mich unverletzt. Der Vater zeigte dies dem Richter an, der soeben einen gebratenen Hahn und Henne vor sich hatte. So wenig, sprach der Richter, als diesen Hahn und diese Henne leben, lebt euer Sohn. Kaum hatte er dies gesprochen, sprangen der Hahn und die Henne schon auf. Der unschuldige Jüngling wurde nun sogleich vom Galgen herab genommen und kehrte frisch und gesund mit seinen Eltern nach Hause zurück.“

An den Wänden der Kapelle ist diese Begebenheit eindrucksvoll bildlich dargestellt. Das Altarbild stellt die Himmelskönigin mit dem Jesuskind dar. Am unteren Rande des Altarbildes findet man in einem kleinen Kreis folgende Inschrift: „Die Katharina Schöpfin zu ehren Maria und S. Katharina und S. Barbara hab ich die Capellä lassen bauen im Jahr 1813.“ Eine Statue des Hl. Florian und eine Statue der schmerzhaften Muttergottes schmücken den Altar.

Der Heilige Florian scheint seine schützende Hand besonders über die Kapelle zu halten: Vor Jahren vergaß man nach einer Abendandacht die Kerzen zu löschen. Es entstand ein Brand. Das Altartuch verbrannte und versengte auch den äußeren Rand des Altars. Das Feuer ergriff auch das kleine Häuschen, über das der hl. Florian seinen Wassereimer hält. Die Flammenzungen schwärzten es bis zum Giebel. Seltsamerweise erlosch das Feuer aber ohne menschliches Zutun. Mit Verwunderung betrachteten am nächsten Tag die Bewohner der Plaiknerhöfe das sich ihnen bietende Bild und erkannten, in welcher Gefahr sie schwebten. Wäre nämlich die Kapelle zur Gänze in Brand geraten, hätte das Feuer auch auf die Höfe übergreifen können.

Anreise

  • Kontakt

    Schneiderliasnkapelle
    Im Ortsteil Plaik
    6105 Leutasch

Tirol Newsletter

Der Berg ruft? Unser Newsletter auch!

Im wöchentlichen Newsletter verraten wir dir die besten Urlaubstipps für Tirol.