Christliche Bräuche legten unter anderem den Grundstein für Ostertraditionen in Tirol. Einer der Osterbräuche in Tirol ist zum Beispiel das Palmbuschenbinden. Palmbuschen aus Buchsbaum und Weidenkätzchen erinnern am Palmsonntag an die Palmzweige, mit denen Jesu beim Einzug in Jerusalem begrüßt worden ist. Palmbuschen und aufwändig geschmückte Palmlatten werden bei Palmprozessionen am Palmsonntag durch das Dorf oder die Stadt getragen und in der Kirche gesegnet. Manchmal wird auch traditionell die längste Palmlatte ausgezeichnet. Hölzerne „Ratschen“ machen am stillen Karfreitag anstelle der Glocken Lärm, um Messen anzukündigen. Bei Kreuzprozessionen am Karfreitag wird an den Leidensweg Jesu erinnert. Teilweise halten Gläubige dabei an verschiedenen Stationen im Dorf oder in der Stadt, um Gebete zu sprechen. Auch die Passionsspiele gehören zu den Ostertraditionen in Tirol. Sie erzählen als Theateraufführungen von der Leidensgeschichte Jesu Christi, der in der Karwoche gedacht wird. Die berühmtesten Passionsspiele finden in Erl alle sechs Jahre statt. Die Ostermärkte gehen als Tradition bis ins Mittelalter zurück. Hier wurden zu wichtigen Festzeiten regionale und saisonale Lebensmittel sowie Handwerksprodukte verkauft.