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Julia

Bergerlebniswelten im Raum Kitzbühel: Hexenwasser

Aktualisiert am 22.09.2020 in Familie

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Sagenumwoben ist sie, die Hohe Salve, und man erzählt sich von Räubern, Kröten und Hexen, die auf dem weithin sichtbaren Berg ihr Unwesen trieben…und sagenhaft geht es auch heute noch zu, wenn es ins Hexenwasser geht. Denn was liegt auch näher, als im Land des Wassers und dem Berg der Hexen einen Freizeitpark der Superlative zu gestalten? Und so sollte man sich für einen Ausflug hierher unbedingt einen ganzen Tag Zeit nehmen, um all die spannenden und erfrischenden Stationen in Ruhe genießen zu können.

Schon an der Talstation wartet die erste Entscheidung auf uns: Welche Gondel darf’s denn sein? Alle 72 Gondeln sind nämlich anders gestaltet und wer meint, dass es nur für Kinder einen Unterschied macht, für welches Motiv man sich entscheidet, täuscht sich. Denn in jeder Gondel klingt eine andere „Hexopohonie“, die mit spannendem Wissen und lustigen Geschichten auf den Tag am Hexenberg einstimmt. Ein Glück nur, dass das Bergbahnticket nicht nur für eine Berg- und Talfahrt gilt! (Gerüchte besagen sogar, dass manche Familien vom Hexenwasser nicht mehr als die beiden Gondelstationen gesehen haben sollen ;-)


                   An der Talstation stehen passende Beförderungsmittel bereit.
                An der Talstation stehen passende Beförderungsmittel bereit.

Spielplatz Wasser

Zwei Bergfahrten später haben auch wir es geschafft, die Gondel zu verlassen, kommen aber trotzdem nicht sehr weit: die Jungs möchten sofort zum Hexenfloß, um sich im Wasser abzukühlen (ein Hoch hat uns traumhaftes Spätsommerwetter beschert und mir soll’s recht sein, denn gleich nebenan lockt mich Kaffee ins Gasthaus Hochsöll, von wo aus ich den Nachwuchs gut im Blick habe.) Als sie endlich pitschnass sind, können wir weiter spazieren – kommen allerdings nur bis zur hundert Meter entfernten Gründlalm, wo Rollenrutsche, Flying Fox und so manches mehr in seinen Bann zieht. (Und wieder: mir soll’s recht sein, die Hitze macht ja auch ein bisschen faul :-). Während die Kinder sich also weiter austoben, erfrische ich mich zur Abwechslung koffeinfrei, denn die Auswahl an außergwöhnlichen Sirupsorten muss man probiert haben!

Köstliche Zaubertränke auf der Gründlalm.Köstliche Zaubertränke auf der Gründlalm.

Tipp für Familien mit Kleinkindern

Das Hexenwasser ist größtenteils kinderwagentauglich und lässt sich sogar mit einem herkömmlichen Buggy begehen! (Ausnahme: Hexenleiter zur Salvenmoos – da sind erst ein paar Stiegen zu bewältigen – und der Weg im Hexenwald von Simons Alm zur Stöcklalm – da geht’s teilweise auch über Wurzeln durch den Wald)

Altes Hexenwissen

Gott sei Dank habe ich den Kindern vorher kein Eis spendiert und so locken als nächstes Kirschgarten und Bienenhaus. Mit leckerem selbstgemachtem Eis ausgestattet (die Sorte Heidelbeere ist so fruchtreich, dass es sogar die Zunge färbt), geht es durch ein kleines Waldstück direkt zum neuesten Highlight der Söller Bergerlebniswelt: der Hexerei.

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Eben jene befindet sich in einem 250 Jahre alten Bergbauernhaus, das auf wundersame Weise die Talseite gewechselt hat und allein schon wegen des gut erhaltenen Charakters zauberhaft ist. Mit viel Liebe zum Detail wurde hier eine Hexenwerkstatt eingerichtet, die die Kinder begeistert! Es riecht süß nach altem Holz und Kachelofen und überall gibt es Tinkturen und besondere Kräuter zu entdecken. Wir haben vorab schon eine private Führung gebucht und staunen über das Hexenbadezimmer und die Hexenküche. Im Anschluss dürfen die Kinder noch kurz ins Klangbad, wo ausnahmsweise mal ihnen die Ohren dröhnen 😉.

Keine Sorge: Der Hänsel genießt nur ein Klangbad.Keine Sorge: Der Hänsel genießt nur ein Klangbad.

Bevor wir wieder weiter sausen, muss aber noch unbedingt gewerkt werden: Die Kids machen sich eifrig ans Schleifen von Glückssteinen, während ich im Nebenraum Wachstücher für die nächste Jause herstelle und die Ruhe genieße.

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Erfrischung Wasser

Wieder zurück bei der Gründlalm spazieren wir – über den erfrischend kühlen Barfußweg – an den Klangsteinen und Simons Alm vorbei, hinein in den Wald. Dort ist es dann auch endlich wieder ein bisschen kühler! Moorbecken, Steinölbecken, Hexenwaschplatz und Steinmühle heißen die Stationen hier . Ich wäre gern noch ein bisschen länger im Schatten geblieben, aber die Jungs ziehen weiter – zur Stöcklalm. Während ich meinen dritten Kaffee genieße und meine Füße dabei in den Bach, der direkt unter dem Tisch vorbeifließt, hängen lasse, schwingt sich der Große mit Lianen über den kleinen Bach, während der Kleine mit Matschsand spielt.

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Wunderwelt Wasser

Gut erholt starten wir zur nächsten kleineren Wanderung über die Hexenleiter zur Salvenmoos, wo die Kinder mit allerlei Kniffen das Wasser zum Spielen in den Hexenschaffelbädern und Hexenbädern selbst zum Laufen bringen müssen.

Hexenwasser (c) Julia König

Bei den Hexenschirmen kommen wir wieder beim Hauptweg an und spazieren an allerlei Planschmöglichkeiten vorbei zum Blauen Wunder. Und das kann man hier wirklich erleben. Geschulte Kräfte führen hier – wie übrigens auch bei vielen anderen Stationen – in den Zauber des Wassers ein und man lernt, wie köstlich, intelligent und doch wenig greifbar dieses wichtige Element doch ist. (Oder wusstet Ihr, dass es unmöglich ist, eine gerade Linie durchs Wasser zu zeichnen und dass sich Wasser den Weg merkt, den es vorher genommen hat?)

Hexenwasser (c) Julia König

Hexenwasser (c) Julia König

Mit so viel neuem Wissen ausgerüstet, fahren wir mit der Gondel weiter zum Gipfel, wo köstliche Brennessel-Spinatknödel und selbstgemachter Kaiserschmarrn auf uns warten. Die Aussicht ist sensationell und während ich auf die Täler rundum schaue, tanzen die Jungs einem Kletterriesen auf der Nase rum :-)

Aussicht-Hohe-Salve-(c)-Tirol-Werbung—Julia-Koenig

Satt, zufrieden und glücklich geht’s dann doch wieder Richtung Tal und ich bin einfach nur froh, dass es dieses Hexenwasser gibt!

Fazit

Das Hexenwasser Hochsöll ist ein absolutes Top-Ausflugsziel! Die Stationen sind durchdacht, abwechslungsreich und vermitteln nebenbei auch noch allerhand Wissenswertes. Gerade an heißen Tagen ist auch super, dass im Mittelpunkt der Spielstationen meistens eben das Wasser steht. Etwas nachteilig ist, dass es kaum natürlichen Schatten gibt, an extremen Sommertagen kommt man also ordentlich ins Schwitzen, zumal es hier sehr weitläufig ist. In jedem Fall aber lässt sich hier der Nachwuchs leicht zum Wandern motivieren!

Tipp

Unbedingt auch zum Gipfelrestaurant fahren – die drehbare Aussichtsterrasse ist ein Hit! Badesachen und Wechselkleidung (je nach Jahreszeit) sollten auch unbedingt in den Rucksack, dafür würde ich die Jause zu Hause lassen und in einem der vielen Gasthäuer einkehren (sind alle super!).

Die Führungen durch die Hexerei und das Blaue Wunder sind zwar kostenpflichtig, zahlen sich aber allemal aus, zumal gerade der Bastelbeitrag überschaubar ist.

Infos

Hexenwasser Hochsöll | Stampfanger 21, A-6306 Söll | +43.5333.5260 | www.hexenwasser.at | bergbahnen.soell@skiwelt.at | im Sommerbetrieb täglich von 09:00 bis 17:30 Uhr geöffnet (Gipfellift bis 17:00)

Fotos: Tirol Werbung/Julia König

Julia König bändigt zwei kleine, aber umso wildere Jungs und ist deshalb in ihrer freien Zeit viel mit ihrer Familie in der Natur unterwegs. Sie hat die besten Tipps zu Abenteuerspielplätzen und Ausflugszielen.

Julia
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